Alle Mittel
OTHER · Galenika-Fitofarmacija d.o.o.

BOZON

BVL Zul.-Nr. 00A985-00

BOZON ist ein hochwirksames Herbizid zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie spezifischen Schadgräsern wie der Hühnerhirse und der Blut-Fingerhirse in Mais (Zea mays). Als modernes Pflanzenschutzmittel formuliert, bietet es eine zuverlässige Lösung für den Nachauflaufbereich, um die Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten.

Der enthaltene Wirkstoff Mesotrione zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit im Mais aus. Die Formulierung ermöglicht eine schnelle Aufnahme sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln der Schaderreger, was zu einem raschen Wachstumsstopp führt. Dies macht BOZON zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Herbizidstrategien im Silo- und Körnermais.

Durch das breite Wirkungsspektrum erfasst das Mittel nicht nur klassische dikotyle Unkräuter, sondern zeigt auch eine ausgeprägte Wirkung gegen schwer bekämpfbare Hirsearten. Die flexible Anwendung im frühen bis mittleren Nachauflauf passt sich optimal an die betrieblichen Abläufe und die jeweilige Unkrautsituation an.

Wirkstoffe

Mesotrione
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone und ist im HRAC-System in die Gruppe 27 eingestuft. Er wirkt als Inhibitor des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Diese Blockade unterbricht die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls essenziell sind. Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll der Schaderreger durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen, unverkennbaren Bleichsymptomen (Weißfärbung) an den Vegetationspunkten führt. Die Unkräuter sterben schließlich innerhalb von ein bis zwei Wochen nach der Behandlung vollständig ab. Da Mais den Wirkstoff rasch metabolisiert und abbaut, bleibt die Kultur selbst völlig unbeschadet.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern und Schadgräsern wirksam vorzubeugen, sollte BOZON stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (wie beispielsweise Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 2 oder 15). Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen und eine abwechslungsreiche Fruchtfolgegestaltung zur Unkrautunterdrückung einzubeziehen.

Mischbarkeit & Tankmischung

BOZON ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden für den Maisanbau sowie mit flüssigen Mikronährstoffdüngern. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder fortgeschrittenem Unkrautwachstum, kann die Zugabe eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels vorteilhaft sein. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühen wird jedoch stets eine physikalische Mischbarkeitsprüfung im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BOZON ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässerschonend einzustufen, dennoch müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt eingehalten werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch während des Bienenflugs durchgeführt werden können.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Blut-Fingerhirse, Hühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit BOZON im Mais?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH-Stadium 12 bis 18), wenn die Unkräuter und Schadgräser gerade aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahme über das Blatt am effizientesten.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Effektivität von BOZON aus?

Warme, wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Eintritt der Bleichsymptome. Bei extremer Trockenheit oder starker Hitze über 25 °C sollte die Behandlung in die kühleren Abend- oder Morgenstunden verlegt werden, um Stress für die Kultur zu minimieren.

Kann BOZON auch bei nachkeimenden Unkräutern wirken?

Ja, der Wirkstoff Mesotrione besitzt neben der ausgeprägten Blattwirkung auch eine gewisse Bodenwirkung. Bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit wird ein Wirkstoffdepot in der obersten Bodenschicht gebildet, das nachkeimende Unkrautsamen über die Wurzeln erfasst und so einen langanhaltenden Schutz bietet.

Welche Rolle spielt der HPPD-Inhibitor im Resistenzmanagement?

Als Wirkstoff der HRAC-Gruppe 27 bietet Mesotrione ein wichtiges Werkzeug zur Bekämpfung von Unkräutern, die bereits Resistenzen gegen ALS-Inhibitoren (z. B. Sulfonylharnstoffe) entwickelt haben. Ein gezielter Wechsel der Wirkstoffklassen sichert die langfristige Wirksamkeit der Herbizidstrategie.

Was muss beim Nachbau nach dem Einsatz von BOZON beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von BOZON im Mais können im folgenden Frühjahr in der Regel alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag sollten vor der Neuansaat empfindlicher Kulturen (wie Rüben oder Gemüse) tiefere Bodenbearbeitungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit BOZON erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich meist nach 3 bis 5 Tagen in Form von charakteristischen Aufhellungen und Weißfärbungen (Bleichen) an den jüngsten Blättern der Unkräuter. Der vollständige Absterbeprozess der Schaderreger ist in der Regel nach 10 bis 14 Tagen abgeschlossen.