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OTHER · SIPCAM OXON S. P. A.

BRIXTON

BVL Zul.-Nr. 00A640-00

BRIXTON ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) sowie Ausfallgetreide in zweikeimblättrigen Kulturen wie Winterraps, Zuckerrüben und Sonnenblumen. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Schaderreger aus. Es bietet Landwirten eine zuverlässige Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Gräser in der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kulturen effektiv auszuschalten.

Dank seiner systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff Clethodim rasch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzel- und Rhizomspitzen. Dies garantiert eine nachhaltige Wirkung auch bei schwierigen Witterungsbedingungen, sobald die Ungräser aktiv wachsen. BRIXTON hat sich als fester Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien etabliert, um Ertragsverluste und Ernteerschwerungen durch starken Gräserbesatz zu verhindern.

Wirkstoffe

Clethodim
180 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in BRIXTON enthaltene Wirkstoff Clethodim gehört zur chemischen Klasse der Cyclohexandione (Dim-Herbizide) und wird nach der HRAC-Klassifizierung in die Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, weshalb sie vollständig geschont werden. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und wird systemisch im Phloem und Xylem zu den aktiven Wachstumszonen (Meristemen) transportiert. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stockt das Wachstum der Schadgräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich nekrotisch, gefolgt von einem vollständigen Absterben der gesamten Pflanze innerhalb von zwei bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Schaderregern (insbesondere Ackerfuchsschwanz und Windhalm) zu minimieren, muss BRIXTON strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Clethodim ein ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) ist, sollte der wiederholte, alleinige Einsatz dieses Wirkstoffs oder anderer "FOPs" und "DIMs" auf derselben Fläche vermieden werden. Ein gezielter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Bodenherbiziden im Vorauflauf oder Wirkstoffen aus der HRAC-Gruppe 15) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit des Mittels zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

BRIXTON ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. In solchen Fällen wird eine Splitting-Anwendung oder ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen empfohlen. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, besonders unter trockenen Bedingungen, ist die Zugabe eines vom Hersteller empfohlenen Additivs (Formulierungs- oder Netzmittel) ratsam. Vor dem Ansetzen der Spritzbrühe sollte stets eine Mischbarkeitsprobe durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BRIXTON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich. Da der Wirkstoff Clethodim als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nichtzielpflanzen und der lokalen Fauna mit moderner, abdriftmindernder Düsentechnik ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–330.7 LITER_PER_HECTARE
SonnenblumeEinkeimblättrige Unkräuter12–331 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–260.7 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinkeimblättrige Unkräuter12–391.4 LITER_PER_HECTARE80T
WinterrapsEinkeimblättrige Unkräuter12–261 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–390.7 LITER_PER_HECTARE80T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von BRIXTON gegen Ausfallgetreide?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich das Ausfallgetreide im aktiven Wachstum befindet und die meisten Pflanzen das 2- bis 3-Blatt-Stadium (BBCH 12–13) erreicht haben. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche ausreichend groß für eine optimale Wirkstoffaufnahme, und die Konkurrenz für die Hauptkultur wird frühzeitig ausgeschaltet.

Bis zu welchem Entwicklungsstadium der Kulturpflanzen darf BRIXTON eingesetzt werden?

Die Anwendung ist innerhalb des registrierten BBCH-Fensters der Kulturen (BBCH 12 bis 39) flexibel möglich. Wichtig ist, dass die Schaderreger (Ungräser) zum Zeitpunkt der Spritzung aktiv wachsen und nicht durch Frost, Trockenheit oder Staunässe gestresst sind, um eine optimale systemische Wirkung zu gewährleisten.

Was muss ich tun, wenn auf meinen Flächen bereits Resistenzen gegen ACCase-Hemmer vermutet werden?

Bei begründetem Verdacht auf eine verminderte Sensitivität (z. B. bei Ackerfuchsschwanz) sollte BRIXTON nicht als alleinige Maßnahme eingesetzt werden. Kombinieren Sie die Strategie mit mechanischen Maßnahmen, weiten Sie die Fruchtfolge aus und nutzen Sie im Vorauflauf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. HRAC 15 oder 3), um Selektionsdruck zu vermeiden.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von BRIXTON?

Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 10 °C und 22 °C sowie ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Regen innerhalb von einer Stunde nach der Applikation kann die Wirkung mindern, da der Wirkstoff eine gewisse Zeit benötigt, um vollständig in das Blatt einzudringen. Vermeiden Sie Spritzungen bei praller Sonne oder Frostgefahr.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Produktdatenbank. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Winterraps oder Zuckerrübe) und dem spezifischen Schaderreger filtern, um alle in Deutschland (BVL) aktuell registrierten Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen auf einen Blick zu vergleichen.

Ist die Zugabe eines Additivs (Netzmittels) bei der Anwendung von BRIXTON zwingend erforderlich?

Ja, um die Wachsschicht der Gräserblätter optimal zu durchdringen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme zu sichern, wird dringend empfohlen, BRIXTON in Kombination mit einem geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Öl-Additiv oder Netzmittel auszubringen. Dies verbessert die Benetzung und sichert die Wirkung auch unter suboptimalen Bedingungen ab.