Alle Mittel
OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

Cabadex

BVL Zul.-Nr. 00B406-00

Cabadex ist ein leistungsstarkes, selektives Herbizid von Corteva Agriscience, das speziell für den Einsatz im Nachauflauf in Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, kombiniert es zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern effektiv zu bekämpfen. Es hat sich als verlässlicher Baustein im modernen Maisanbau etabliert, um Ertragsverluste durch frühe Unkrautkonkurrenz zu verhindern.

Das Wirkspektrum umfasst wichtige Leitunkräuter im Mais, darunter Klettenlabkraut, Kamille-Arten, weißer Gänsefuß und verschiedene Knöterich-Arten. Durch die Kombination von Blatt- und Bodenwirkung bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl eine schnelle Kontakthemmung als auch eine gewisse Dauerwirkung gegen nachkeimende Schaderreger, was besonders bei ungleichmäßigem Unkrautauflauf von Vorteil ist.

Wirkstoffe

Florasulam
16.7 g/L · Wirkstoff
Mesotrione
267 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Cabadex basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Florasulam gehört zur chemischen Gruppe der Triazolopyrimidine und fungiert als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2). Es blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase, was die Synthese essentieller Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) stoppt und rasch zum Wachstumsstillstand der empfindlichen Unkräuter führt. Mesotrione hingegen ist ein HPPD-Inhibitor (HRAC-Gruppe 27) aus der Gruppe der Triketone. Es hemmt das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden unterbricht. Ohne schützende Carotinoide wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was sich in den typischen Ausbleichsymptomen (Bleaching) und dem anschließenden Absterben des Unkrautgewebes äußert.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 2 und 27) bietet Cabadex ein integriertes und robustes Resistenzmanagement. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie dem Weißen Gänsefuß oder Franzosenkraut – vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge eingesetzt werden. Der Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in den Folgekulturen sichert die langfristige Wirksamkeit beider Wirkstoffgruppen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cabadex zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden aus. Bei Mischungen mit sulfonylharnstoffhaltigen Partnern oder spezifischen Gräserpartnern ist auf die jeweilige Gebrauchsanleitung zu achten. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln oder Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren, sollte jedoch bei extremen Temperaturschwankungen oder geschwächten Kulturen vermieden werden, um Selektivitätsrisiken zu minimieren. Für die Spritzbrühe wird sauberes, pH-neutrales Wasser empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cabadex ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Produkt ist bezüglich der Bienenrisiken als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–160.3 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.45 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Cabadex im Mais?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kultur, idealerweise im BBCH-Stadium 12 bis 16 des Maises, wenn die zweikeimblättrigen Unkräuter sich im Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Empfindlichkeit der Schaderreger am höchsten und die Kultur verträgt die Behandlung am besten.

Wie reagiert Cabadex auf extreme Witterungsbedingungen wie Trockenheit oder Kälte?

Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit ausreichender Boden- und Luftfeuchtigkeit ideal. Bei extremer Trockenheit kann die Wachsschicht der Unkräuter die Aufnahme erschweren; hier kann ein zugelassenes Additiv die Benetzung verbessern. Bei Frostgefahr oder Temperaturen über 25 °C sollte auf eine Anwendung verzichtet werden, um Stress für die Kultur zu vermeiden.

Kann Cabadex mit Gräserherbiziden gemischt werden?

Ja, Cabadex wird häufig in Tankmischung mit spezifischen Gräserpartnern (z. B. Produkten gegen Hirse-Arten oder Quecke) eingesetzt, um eine Komplettlösung im Nachauflauf zu erzielen. Achten Sie dabei stets auf die Mischbarkeitshinweise der Hersteller und die Verträglichkeit der Mischungspartner in der jeweiligen Kultur.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Cabadex?

Da Cabadex neben der starken Blattwirkung über den Wirkstoff Mesotrione auch eine gewisse Bodenwirkung besitzt, begünstigt eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit die Wirkstoffaufnahme über die Wurzeln nachkeimender Unkräuter. Dies verlängert die Dauerwirkung und verhindert das spätere Auflaufen von Unkrautwellen.

Gibt es Einschränkungen für den Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von Cabadex?

Nach dem regulären Einsatz von Cabadex im Mais können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im folgenden Herbst in der Regel Wintergetreide und im folgenden Frühjahr die meisten Ackerkulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sind die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung bezüglich einer tiefen Bodenbearbeitung zu beachten, um Schäden an Folgekulturen zu vermeiden.