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OTHER · ASCENZA AGRO S.A.

CARDIGAN

BVL Zul.-Nr. 00A607-61

CARDIGAN ist ein leistungsstarkes, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte sulfonylharnstoffbasierte Wirkstoffe mit einem hocheffizienten Safener, um eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Unkrautwirkung zu gewährleisten.

Das Wirkungsspektrum umfasst neben schwer bekämpfbaren Ungräsern auch ein breites Spektrum an zweikeimblättrigen Schaderregern. Besonders hervorzuheben ist die starke Wirkung gegen Problemunkräuter wie Klatsch-Mohn, Echte Kamille, Persischen Ehrenpreis und Weißen Gänsefuß. Durch die systemische Verteilung in der Kultur werden auch bereits etablierte Unkräuter im frühen Nachauflauf zuverlässig erfasst.

Wirkstoffe

Iodosulfuron
6 g/kg · Wirkstoff
Mefenpyr
90 g/kg · Safener
Mesosulfuron
30 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die im Produkt enthaltenen Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron gehören zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und sind im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Sie wirken als Acetolactat-Synthase-Inhibitoren (ALS-Hemmer). Durch die Blockade dieses Schlüsselenzyms wird die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unterbunden. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der sensitiven Schaderreger, gefolgt von Chlorosen und dem Absterben des Gewebes innerhalb weniger Wochen. Um die Kulturverträglichkeit in Winterweizen, Winterroggen und Wintertriticale sicherzustellen, enthält CARDIGAN den Safener Mefenpyr. Dieser Wirkstoff besitzt selbst keine herbizide Wirkung, sondern beschleunigt in den Getreidekulturen selektiv den metabolischen Abbau der Herbizidwirkstoffe. Dadurch wird die Kultur effektiv vor phytotoxischen Schäden geschützt, während die Unkräuter und Ungräser voll erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie Windhalm oder Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, muss CARDIGAN im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies erfordert den konsequenten Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 3 oder 15 im Vorauflauf). Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Unkrautbekämpfung integriert werden, um den Selektionsdruck auf die ALS-Hemmer zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

CARDIGAN ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Da es sich um ein sulfonylharnstoffbasiertes Herbizid handelt, ist die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels oder Additivs auf Pflanzenölbasis dringend zu empfehlen, um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme über die Wachsschicht der Unkrautblätter zu optimieren. Bei Mischungen mit flüssigen Düngemitteln (wie AHL) oder bestimmten Mikronährstoffen ist Vorsicht geboten, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden; hier empfiehlt sich vorab eine Mischprobe. Die Anwendung sollte auf trockene Bestände bei wüchsigem Wetter erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der Eigenschaften der Wirkstoffe sind strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme durch Abdrift oder Abschwemmung zu verhindern. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.4 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenKlatsch-Mohn, Echte Kamille, Persischer Ehrenpreis21–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterroggenKlatsch-Mohn, Echte Kamille, Persischer Ehrenpreis21–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleKlatsch-Mohn, Echte Kamille, Persischer Ehrenpreis21–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.4 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter21–320.4 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für CARDIGAN im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Anwendung im frühen Frühjahr bei einsetzendem Wachstum der Unkräuter und Ungräser erfolgt (BBCH-Stadium 21 bis 32 der Kultur). Die Unkräuter sollten sich idealerweise im aktiven Wachstum befinden, da die systemische Aufnahme der ALS-Hemmer über das Blatt bei wüchsigem Wetter und ausreichender Bodenfeuchtigkeit am effektivsten ist.

Warum ist der Zusatz eines Additivs bei der Anwendung von CARDIGAN wichtig?

Da die Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron primär über das Blatt aufgenommen werden, verbessert ein geeignetes Additiv (Formulierungshilfsmittel oder Öl) die Haftung der Spritzbrühe auf der Blattoberfläche. Dies überwindet die natürliche Wachsschicht der Unkräuter und sichert auch unter suboptimalen Bedingungen (z. B. bei kühlerer Witterung) eine schnelle und vollständige Wirkstoffaufnahme.

Kann CARDIGAN auch bei Nachtfrösten eingesetzt werden?

Extreme Temperaturschwankungen und insbesondere Nachtfröste unmittelbar vor oder nach der Applikation können die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen, da der Safener-Mechanismus im Getreide bei Kälte verlangsamt abläuft. Es wird empfohlen, die Behandlung nur in frostfreien Perioden bei Tagestemperaturen ab ca. 5–8 °C durchzuführen, wenn die Pflanzen aktiv assimilieren.

Welche Rolle spielt der Safener Mefenpyr in diesem Pflanzenschutzmittel?

Mefenpyr schützt die Kulturpflanzen (Weizen, Roggen, Triticale) vor Schäden, indem es den Abbau der herbiziden Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron in der Kultur beschleunigt. In den Zielunkräutern findet dieser Abbau nicht statt, weshalb diese selektiv abgetötet werden. Ohne den Safener würde das Getreide starke Wachstumsdepressionen erleiden.

Wie verhält sich CARDIGAN bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?

Nach dem regulären Einsatz von CARDIGAN im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst in der Regel problemlos Wintergetreide oder Winterraps nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung sollten vor der Neuansaat tiefere Bodenbearbeitungsmaßnahmen (Pflügen) durchgeführt werden, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Wie kann ich im Farmable-Portal gezielt nach alternativen Produkten gegen einkeimblättrige Unkräuter suchen?

Nutzen Sie im Portal die Filterfunktion für registrierte Pflanzenschutzmittel und filtern Sie nach der gewünschten Kultur (z. B. Winterweichweizen) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. einjährige einkeimblättrige Unkräuter). So erhalten Sie eine Übersicht aller zugelassenen Produkte inklusive deren HRAC-Klassifizierung, um eine gezielte Wirkstoffrotation für Ihr Resistenzmanagement zu planen.