Casper
Casper von Syngenta ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung eines breiten Spektrums zweikeimblättriger Unkräuter. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um sowohl einjährige als auch hartnäckige mehrjährige Schaderreger effektiv zu kontrollieren. Es hat sich insbesondere in Kulturen wie Mais (ZEAMX) sowie auf Wiesen und Weiden (Grünland) als verlässliche Lösung im modernen Ackerbau etabliert.
Die besondere Stärke von Casper liegt in der synergistischen Wirkung seiner Komponenten, die sowohl über das Blatt als auch über die Wurzeln der Unkräuter aufgenommen werden. Dies sorgt für eine schnelle visuelle Wirkung und eine nachhaltige Bekämpfung bis tief in die Wurzelspitzen. Besonders bei der Regulierung von schwer bekämpfbaren Problemunkräutern wie der Acker-Winde und der Gemeinen Zaunwinde setzt das Produkt Maßstäbe und sichert die Ertragsfähigkeit der behandelten Kulturen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirksamkeit von Casper basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Inhaltsstoffe. Dicamba gehört zur Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4). Es imitiert das pflanzliche Wachstumshormon Indol-3-essigsäure, was bei empfindlichen Unkräutern zu einem unkontrollierten, abnormalen Wachstum, typischen Verkrümmungen der Triebe (Epinastie) und schließlich zum vollständigen Absterben führt. Prosulfuron ergänzt dieses Spektrum als Sulfonylharnstoff aus der HRAC-Gruppe 2. Es blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren wie Valin, Leucin und Isoleucin unerlässlich ist. Durch diesen doppelten Angriffspunkt wird die Zellteilung in den Meristemen der Schaderreger sofort gestoppt, was zu einem raschen Wachstumsstillstand und dem allmählichen Absterben der Unkräuter führt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2), wirksam vorzubeugen, sollte Casper stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Der enthaltene Wirkstoff Dicamba (HRAC-Gruppe 4) fungiert hierbei als wichtiger Baustein im Resistenzmanagement, da er einen völlig anderen Wirkungsmechanismus besitzt. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen sowie mechanische Pflegemaßnahmen im Wechselspiel der Fruchtfolge sichern die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels.
Mischbarkeit & Tankmischung
Casper zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Ausbringung im Mais kann die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Netzmittels (Adjuvans) die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen signifikant verbessern. Es wird empfohlen, stets eine Spritzprobe auf physikalische Verträglichkeit durchzuführen und die Spritzbrühe zügig nach dem Ansetzen bei mittlerer Wasserhärte und moderaten Temperaturen auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Casper ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Driftminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen und aktiv fliegenden Bienen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | 15–99 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde, Gemeine Zaunwinde | 12–18 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.36 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | 15–99 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Casper im Mais?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter (meist BBCH-Stadium 12 bis 18 des Maises), wenn sich die Zielunkräuter im aktiven Wachstum befinden. Warme, wüchsige Witterung und ausreichende Bodenfeuchtigkeit begünstigen die systemische Verteilung der Wirkstoffe in der Kultur und beschleunigen den Bekämpfungserfolg.
Wie wirkt sich Casper auf hartnäckige Wurzelunkräuter wie die Acker-Winde aus?
Dank des systemischen Wirkstoffs Dicamba wird Casper nach der Aufnahme über die Blätter bis tief in das weitverzweigte Rhizomsystem der Acker-Winde transportiert. Dies führt zu einer nachhaltigen Schwächung und dem Absterben der Wurzelstöcke, wodurch ein Wiederaustrieb im Vergleich zu rein kontaktwirksamen Herbiziden drastisch reduziert wird.
Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von Casper beachtet werden?
Aufgrund des enthaltenen Prosulfurons ist bei der Nachbauplanung Vorsicht geboten. Nach normaler Ernte von behandeltem Mais können im folgenden Herbst in der Regel Wintergetreidearten nachgebaut werden. Vor dem Anbau empfindlicherer Kulturen wie Raps, Rüben oder Leguminosen im Folgejahr wird eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) empfohlen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden sicher zu verdünnen.
Kann Casper bei extremen Temperaturen oder Trockenheit eingesetzt werden?
Extrembedingungen sollten vermieden werden. Bei Temperaturen über 25 °C oder starker Trockenheit bilden Unkräuter eine dicke Wachsschicht aus, was die Aufnahme erschwert; zudem steigt das Risiko von Kulturunverträglichkeiten. Ideal sind Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C an bewölkten Tagen oder in den kühleren Morgenstunden.
Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Wartezeit auf Wiesen und Weiden?
Für die Nutzung von behandeltem Grünland (Wiesen und Weiden) als Weide oder zur Futtergewinnung (Heu, Silage) gilt eine gesetzlich festgesetzte Wartezeit von 21 Tagen. Diese Sicherheitsspanne stellt sicher, dass keine unzulässigen Wirkstoffrückstände in die Futtermittelkette und somit in tierische Erzeugnisse gelangen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der gewünschten Kultur (z. B. Mais oder Grünland) und wählen Sie unter der Kategorie „Schaderreger“ die Option „Zweikeimblättrige Unkräuter“ aus, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzuzeigen.