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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

CHA6710H

BVL Zul.-Nr. 007232-00

CHA6710H ist ein hochwirksames, selektives Bodenherbizid zur Bekämpfung einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Winterraps (BRSNW). Mit dem bewährten Wirkstoff Clomazone (360 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Basis für die Unkrautbekämpfung im Vorauflaufverfahren. Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung auf der Bodenoberfläche zu gewährleisten und die Kultur von Anfang an unkrautfrei zu halten.

Als Spezialist für die frühe Unkrautausschaltung besetzt das Produkt eine Schlüsselrolle im modernen Ackerbau. Es erfasst ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger, darunter Klettenlabkraut, Vogelmiere und verschiedene Ehrenpreis-Arten. Durch die frühe Ausschaltung der Unkrautkonkurrenz sichert CHA6710H den Kulturen einen optimalen Start und schützt das Ertragspotenzial bereits in der sensiblen Etablierungsphase.

Die Formulierungstechnologie minimiert das Risiko von Abdrift und Wirkstoffverflüchtigung, was bei Clomazone-haltigen Produkten von entscheidender Bedeutung für den Schutz von Nachbarkulturen und Nichtzielpflanzen ist. Dies macht CHA6710H zu einem verlässlichen und sicheren Partner im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes.

Wirkstoffe

Clomazone
360 g/L

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 und wirkt als Inhibitor der Carotinoid-Biosynthese (speziell der Deoxyxylulose-5-phosphat-Synthase, DOXP). Carotinoide schützen das Chlorophyll in den Pflanzenzellen vor photodynamischer Zerstörung durch Sonnenlicht. Nach der Aufnahme des Wirkstoffs über die Wurzeln und Hypokotyle der keimenden Unkräuter wird die Synthese dieser Schutzpigmente blockiert. In der Folge kommt es bei den betroffenen Schaderregern zu einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching-Effekt) der neu austreibenden Gewebe. Ohne den Schutz der Carotinoide wird das Chlorophyll durch Licht zerstört, was rasch zum Absterben der Unkräuter führt. Da die Aufnahme primär über den Boden erfolgt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Wirkstoffaktivierung und -verteilung im Keimhorizont essenziell.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern nachhaltig vorzubeugen, sollte CHA6710H stets in ein integriertes Herbizidkonzept eingebunden werden. Da Clomazone der HRAC-Gruppe 13 angehört, empfiehlt sich der jährliche Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC 5 oder 15) in der Fruchtfolge. Zudem sollten ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige Bodenbearbeitung genutzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffklassen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

CHA6710H ist im Vorauflauf gut mit anderen zugelassenen Bodenherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen schwer bekämpfbare Unkräuter oder Ungräser gezielt zu erweitern. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine lückenlose Benetzung des Bodens zu erzielen. Die Anwendung sollte auf feuchten, feinkrümeligen Böden ohne grobe Klumpen erfolgen, da organische Substanz oder extreme Trockenheit die herbizide Wirkung beeinträchtigen können. Der Zusatz von speziellen Additiven zur Abdriftminderung wird empfohlen, um die Abdrift auf sensible Nachbarflächen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit CHA6710H sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (Schutzkleidung, Schutzhandschuhe) strikt einzuhalten. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Clomazone müssen strenge Anwendungsbestimmungen bezüglich Windgeschwindigkeit, Temperatur und Abdriftminderung (z. B. Verwendung von abdriftmindernden Düsen mit mindestens 90 % Reduktion) beachtet werden, um Ausbleichungen an Nichtzielpflanzen in der Umgebung zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt einzuhalten sind. Es ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.33 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für CHA6710H in Kartoffeln und Raps?

Die Anwendung muss strikt im Vorauflauf der Kulturen erfolgen. In Kartoffeln erfolgt die Behandlung idealerweise unmittelbar nach dem letzten Dammaufbau, solange die Kartoffeltriebe noch sicher unter der Erdoberfläche liegen. Im Winterraps sollte die Applikation direkt nach der Saat (bis maximal drei Tage danach) auf ein gut abgesetztes Saatbett durchgeführt werden.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von CHA6710H?

Da Clomazone ein reines Bodenherbizid ist, benötigt der Wirkstoff Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den keimenden Unkräutern über die Wurzeln aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen. Ein feinkrümeliges, feuchtes Saatbett sichert den besten Bekämpfungserfolg.

Warum kommt es manchmal zu weißen Verfärbungen (Bleaching) an den Kulturen und ist das gefährlich?

Nach starken Regenfällen kann es vorübergehend zu einer verstärkten Wirkstoffaufnahme durch die Kultur kommen, was sich in charakteristischen Aufhellungen der Blattränder äußert. Diese Symptome sind in der Regel rein optischer Natur und verwachsen sich schnell, ohne den Ertrag oder die Vitalität der Kultur nachhaltig zu beeinträchtigen.

Welche Abdriftauflagen müssen bei der Ausbringung von Clomazone-haltigen Mitteln in Deutschland beachtet werden?

Aufgrund der Flüchtigkeit von Clomazone gelten strenge BVL-Auflagen (z. B. NT-Auflagen). Dazu gehören die Verwendung von injektionsgestützten, abdriftmindernden Düsen (mindestens 90 % Abdriftminderung), eine maximale Fahrgeschwindigkeit bei der Applikation sowie die Einhaltung von Mindestabständen zu angrenzenden Flächen, insbesondere zu Wohngebieten und empfindlichen Nachbarkulturen.

Kann CHA6710H mit flüssigen Düngemitteln gemischt werden?

Eine Mischung mit AHL (Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung) wird im Vorauflauf generell nicht empfohlen, da dies das Risiko von Kulturunverträglichkeiten und ungleichmäßiger Wirkstoffverteilung auf dem Boden erhöhen kann. Verwenden Sie für eine optimale Bodenwirkung sauberes Wasser als Trägermedium.

Wie verhält sich der Wirkstoff Clomazone im Hinblick auf Nachbaukonsequenzen bei vorzeitigem Umbruch?

Sollte ein Umbruch der Kultur (z. B. durch Auswinterung im Raps) notwendig werden, müssen die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben beachtet werden. Vor dem Nachbau von Folgekulturen ist in der Regel eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) erforderlich, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen und Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.