CLARA
CLARA ist ein bewährter Wachstumsregler zur gezielten Halmverkürzung und Halmfestigung in Weichweizen (TRZAW) und Hartweizen (TRZDW). Mit dem hochkonzentrierten Wirkstoff Chlormequat (720 g/l) unterstützt das Pflanzenschutzmittel die Standfestigkeit deiner Kulturen und beugt Lagerbildung effektiv vor. Dies sichert nicht nur das Ertragspotenzial, sondern erleichtert auch die spätere Ernte erheblich.
Die flüssige Formulierung ermöglicht eine präzise Dosierung und eine schnelle Aufnahme durch die Pflanzenteile. CLARA greift gezielt in den Hormonhaushalt der Getreidepflanzen ein, um das Längenwachstum der unteren Internodien zu begrenzen und gleichzeitig die Halmwandung zu verstärken. Dadurch wird die Statik der Kulturpflanzen optimiert, besonders bei intensiver Stickstoffdüngung oder lageranfälligen Sorten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Chlormequat greift als Biosynthese-Inhibitor in den Stoffwechsel der Kultur ein. Er hemmt die körpereigene Produktion von Gibberellinen, jenen Pflanzenhormonen, die maßgeblich für das Zellstreckungswachstum verantwortlich sind. Durch diese Blockade der Gibberellinsynthese in einem frühen Stadium wird das Streckenwachstum der Internodien gehemmt. Als Folge dieser hormonellen Regulation wachsen die behandelten Weizenpflanzen kompakter. Die Halme werden kürzer und weisen dickere Halmwände sowie einen vergrößerten Durchmesser auf. Zudem kann eine verstärkte Wurzelbildung gefördert werden, was die Verankerung im Boden verbessert und die Wasser- und Nährstoffaufnahme optimiert.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Chlormequat um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffwechseln gegen Schaderreger hier nicht im Vordergrund. Dennoch solltest du CLARA stets im Rahmen einer integrierten Bestandesführung einsetzen. Stimme die Aufwandmenge exakt auf die Standfestigkeit deiner Sorte, die Stickstoffdüngung und die Witterungsverhältnisse ab, um physiologischen Stress für die Kultur zu minimieren und eine gleichmäßige Abreife zu gewährleisten.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLARA zeigt sich in der Praxis gut mischbar mit vielen gängigen Herbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen solltest du jedoch beachten, dass sich die Wirkung des Wachstumsreglers verstärken kann, insbesondere bei warmen, wüchsigen Bedingungen. Vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen, starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kultur unter Trocken- oder Froststress steht. Führe im Zweifel vor der Anwendung eine Mischprobe durch und achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge für eine homogene Benetzung.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CLARA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Beikräuter vermeiden. Bringe das Mittel bevorzugt in den Abendstunden aus, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, dass kein Eintrag in Oberflächengewässer erfolgt, und halte die allgemeinen Gewässerschutzauflagen ein.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Halmverkürzung, Halmfestigung | 29–32 | 2.1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Halmverkürzung, Halmfestigung | 29–32 | 2.1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von CLARA im Weizen?
Der beste Behandlungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 29 bis 32, also vom Ende der Bestockung bis zum Erscheinen des zweiten Knotens. Ideal ist eine Anwendung bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da der Wirkstoff dann besonders schnell und gleichmäßig von der Kultur aufgenommen wird.
Kann ich CLARA auch bei Nachtfrost oder starker Hitze spritzen?
Nein, du solltest CLARA nicht bei Frostgefahr oder unmittelbar nach Frostereignissen anwenden. Auch bei extremer Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung ist von einer Behandlung abzuraten. Unter solchen Stressbedingungen kann die Kultur den Wachstumsregler nicht optimal verstoffwechseln, was zu phytotoxischen Schäden oder einer unzureichenden Wirkung führen kann.
Wie beeinflusst die Sortenwahl die Dosierung von CLARA?
Die optimale Aufwandmenge hängt stark von der Standfestigkeit deiner Weizensorte ab. Bei lageranfälligen Sorten oder sehr üppigen Beständen (z. B. durch hohe Stickstoffgaben) ist die volle zugelassene Aufwandmenge ratsam. Bei standfesten Sorten oder trockenem Wetter kannst du die Aufwandmenge in Absprache mit deiner pflanzenbaulichen Beratung gegebenenfalls anpassen.
Warum ist die Halmfestigung im frühen BBCH-Stadium so wichtig?
Eine frühe Festigung im BBCH-Stadium 29–32 verkürzt gezielt die untersten Internodien der Pflanze. Da diese die gesamte Last des späteren Ähren- und Strohgewichts tragen müssen, sorgt eine Verkürzung und Verdickung genau an dieser Basis für die maximale Stabilität des gesamten Halms.
Kann ich CLARA mit einer Unkrautbekämpfung im Frühjahr kombinieren?
Ja, eine Kombination mit vielen Frühjahrsherbiziden ist möglich und spart einen Arbeitsgang. Beachte jedoch, dass Kombinationspartner die Wachstumsreglerwirkung verstärken können. Bei Mischungen mit Wuchsstoff-Herbiziden ist besondere Vorsicht geboten; hier solltest du die Aufwandmengen genau abstimmen, um die Kultur nicht zu stark zu stressen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?
Du kannst auf agronomy.farmable.tech ganz einfach über die Kultur- oder Schaderreger-Suche filtern. Wähle einfach deine Kultur (z. B. Weichweizen) oder das gewünschte Einsatzziel aus, um eine Übersicht aller in Deutschland registrierten Produkte inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen zu erhalten.