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Sonstiger Schaderreger

Winterhartweizen

durum wheat (winter)
TRZDW

Winterhartweizen (Triticum durum, EPPO-Code: TRZDW) stellt als anspruchsvolle Nischenkultur besondere Anforderungen an Klima, Boden und Bestandsführung, liefert jedoch die essenzielle Rohstoffbasis für die hochwertige Teigwarenproduktion. Im Vergleich zum klassischen Weichweizen zeichnet sich diese Kultur durch ein besonders hartes, glasiges Endosperm, einen hohen Proteingehalt und eine hervorragende Glutenqualität aus. Der Anbau in Mitteleuropa hat durch die zunehmend trocken-warmen Sommer an Bedeutung gewonnen, erfordert jedoch aufgrund der begrenzten Winterhärte der Kultur eine sehr sorgfältige Standortwahl.

Die Ertragsbildung von Winterdurum hängt maßgeblich von einer optimalen Bestandsdichte und einer perfekt abgestimmten Nährstoffversorgung ab. Da die Kultur empfindlich auf Spätfröste und Staunässe reagiert, konzentriert sich der Anbau vor allem auf süddeutsche Gunstlagen und wärmebegünstigte Standorte mit tiefgründigen, selbsterwärmenden Böden. Ein präzises Management der Wachstumsregler sowie eine gezielte Stickstoffdüngung zur Blüte sind entscheidend, um die geforderte Glasigkeit von über 80 % und Proteingehalte von über 14 % abzusichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Ende September bis Mitte Oktober
Erntefenster
Mitte Juli bis Anfang August
Reihenabstand
12,0–15,0 cm
Typischer Ertrag
50–80 dt/ha
Wärmesumme (GDD)
2100
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Winterhartweizen benötigt tiefgründige, gut strukturierte Böden mit hoher biologischer Aktivität und einem stabilen pH-Wert im neutralen bis schwach alkalischen Bereich. Da die Kultur äußerst empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe reagiert, ist eine sorgfältige, krümelige Saatbettbereitung unerlässlich. Eine wendende oder tief lockernde Bodenbearbeitung fördert die schnelle Durchwurzelung und mindert das Risiko von bodenbürtigen Fußkrankheiten. Die Stickstoffdüngung muss präzise aufgeteilt werden, wobei die Spätgabe zur Blüte entscheidend für die Ausbildung glasiger, proteinreicher Körner ist. Kalkungen sollten bei Bedarf im Vorfeld der Fruchtfolge durchgeführt werden, um die Bodenstruktur nachhaltig zu stabilisieren und Verschlämmungen zu verhindern.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz im Winterdurum erfordert aufgrund der ausgeprägten Anfälligkeit gegenüber Ährenfusarium eine vorausschauende und konsequente Strategie. Um das Risiko von Mykotoxinen im Erntegut zu minimieren, ist bei feuchter Witterung während der Blüte (BBCH 61–65) eine gezielte Fungizidbehandlung durchzuführen. Gegen typische Schaderreger wie Parastagonospora nodorum, Gelbrost und Braunrost müssen die Bestände ab dem Schossen regelmäßig kontrolliert werden. Die Ungrasbekämpfung, insbesondere gegen Apera spica-venti und Poa annua, erfolgt bevorzugt im Herbst oder im sehr frühen Frühjahr, um die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe frühzeitig auszuschalten. Der Einsatz von Wachstumsreglern muss aufgrund der oft knappen Wasserversorgung im Frühjahr sehr vorsichtig und ertragsangepasst dosiert werden.

Sorten

Auradur

mittelspät

mittlerer bis hoher Ertrag bei exzellenter Qualität

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Ährenfusarium, Braunrost

Hervorragende Kornqualität mit sehr hoher Glasigkeit und stabilem Proteingehalt. Standardorte im pannonischen Raum und süddeutschen Gunstlagen.

Wintergold

mittelfrüh

hoher bis sehr hoher Ertrag

Resistent gegen: Mehltau, Braunrost

Anfällig für: Ährenfusarium, Blattseptoria

Sehr gute Winterhärte für einen Winterdurum, standfest und strohstabil. Zeigt eine gute Toleranz gegenüber Frühjahrstrockenheit.

Sambadur

mittelfrüh

mittlerer bis hoher Ertrag

Resistent gegen: Gelbrost

Anfällig für: Ährenfusarium, Mehltau

Ausgewogene Sorte mit guter Ertragsstabilität und hoher Teigwarenqualität. Bevorzugt warme, gut versorgte Standorte.

Lupidur

mittelfrüh

sehr hoher Ertrag

Resistent gegen: Braunrost, Gelbrost

Anfällig für: Mehltau, Halmbruch

Ertragsstarke Sorte mit verbesserter Toleranz gegenüber Fusarium, dennoch ist eine Behandlung bei Infektionsdruck zur Blüte ratsam.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum ist die Stickstoff-Spätgabe bei Winterdurum kritischer zu bewerten als bei Weichweizen?

Die Spätgabe zur Blüte (BBCH 51–59) steuert direkt den Proteingehalt und die physikalische Glasigkeit des Korns. Da die Teigwarenindustrie strenge Qualitätsgrenzwerte fordert, führt ein Stickstoffmangel in dieser späten Phase zu 'Mehlfleckigkeit' (partieller Mehlreife des Korns), was zu erheblichen Preisabschlägen oder zum vollständigen Verlust der Durum-Vermarktungsfähigkeit führt.

Wie lässt sich das hohe Risiko von Ährenfusarium bei Winterdurum pflanzenbaulich minimieren?

Da Durum hochgradig anfällig für Fusarium-Arten ist, müssen Vorfrüchte wie Mais oder Weizen in der Fruchtfolge vermieden werden. Eine saubere, wendende Bodenbearbeitung zur Einarbeitung von Ernterückständen ist dringend zu empfehlen. Bei feuchter Witterung während der Blüte (BBCH 61–69) ist eine gezielte Fungizidbehandlung mit einem für diese Anwendung zugelassenen Pflanzenschutzmittel obligatorisch.

Welche Rolle spielt die Winterhärte bei der Sortenwahl in Deutschland?

Winterdurum besitzt genetisch bedingt eine deutlich schwächere Winterhärte als Weichweizen. In Regionen mit häufigen Kahlfrösten sollten ausschließlich Sorten mit nachgewiesen guter Winterhärte gewählt und die Aussaat keinesfalls zu spät durchgeführt werden, damit die Kultur gut bestockt und ausreichend abgehärtet in den Winter geht.

Wie finde ich auf der Plattform zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger im Winterdurum?

Nutzen Sie die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtern Sie gezielt nach der Kultur 'Winterhartweizen' (TRZDW) sowie dem gewünschten Schaderreger. Achten Sie darauf, dass viele für Weichweizen registrierte Pflanzenschutzmittel keine automatische Zulassung für Hartweizen besitzen; prüfen Sie daher stets die spezifischen Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten.

Wann ist der optimale Erntezeitpunkt für Winterdurum zur Vermeidung von Qualitätsverlusten?

Die Ernte muss unmittelbar bei Erreichen der Vollreife (BBCH 89) erfolgen. Jedes Regenereignis auf das reife Korn führt zu einem drastischen, irreversiblen Rückgang der Glasigkeit und mindert die Fallzahl. Im Zweifel sollte der Durumdrusch in der Erntepriorität stets vor dem Weichweizen eingetaktet werden.