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Sonstiger Schaderreger

Winterhartweizen

durum wheat (winter)
TRZDW

Winterhartweizen (Triticum durum, EPPO-Code: `TRZDW`), im landwirtschaftlichen Sprachgebrauch auch als Winterdurum bezeichnet, gewinnt im mitteleuropäischen Raum aufgrund des Klimawandels und der steigenden Nachfrage nach heimischem Qualitätsgrieß zunehmend an Bedeutung. Im Vergleich zum klassischen Weichweizen stellt diese Kultur jedoch deutlich höhere Ansprüche an das Klima und die Bodenbeschaffenheit. Sie zeichnet sich durch ein glasiges Korn mit hohem Proteingehalt und einer hervorragenden Glutenqualität aus, was sie zum idealen Rohstoff für die Teigwarenproduktion macht.

Die Kultur benötigt für eine erfolgreiche Etablierung milde Winter und warme, sonnenreiche Sommer, da sie empfindlicher gegenüber Kahlfrösten ist als Winterweichweizen. Eine sorgfältige Standortwahl auf tiefgründigen, gut strukturierten Böden mit hoher Wasserhaltekapazität ist entscheidend, um Ertragseinbußen durch Frühjahrstrockenheit zu minimieren. Zudem erfordert die Steuerung der Kornqualität eine präzise abgestimmte Stickstoffdüngung bis in die späten Entwicklungsphasen, um die geforderten Glasigkeitswerte für die Vermarktung sicherzustellen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Anfang Oktober bis Ende Oktober
Erntefenster
Mitte Juli bis Anfang August
Reihenabstand
12,0–15,0 cm
Typischer Ertrag
5,0–7,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
2050 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Winterhartweizen stellt extrem hohe Ansprüche an das Saatbett, weshalb eine sorgfältige und klutenfreie Bodenbereitung unerlässlich ist. Die Kultur benötigt tiefgründige, warme Standorte mit einer stabilen Bodenstruktur, um eine schnelle und gleichmäßige Keimung zu gewährleisten. Da Durum sehr empfindlich auf Staunässe und Bodenverdichtungen reagiert, solltest du strukturschonende Bodenbearbeitungsverfahren bevorzugen und Fahrgassen präzise planen. Eine ausgeglichene Kalkversorgung zur Stabilisierung des pH-Werts im neutralen Bereich sichert die Nährstoffverfügbarkeit ab. Zudem ist eine bedarfsgerechte Grunddüngung mit Phosphor und Kalium im Herbst wichtig, um die Winterhärte der jungen Pflanzen zu stärken.

Schaderreger-Management

Der Schutz vor Schaderregern erfordert beim Winterhartweizen aufgrund seiner hohen Anfälligkeit für Ährenfusarium (*Fusarium* spp.) besondere Aufmerksamkeit. Eine Infektion gefährdet nicht nur den Ertrag, sondern führt durch Mykotoxine rasch zum Qualitätsverlust, was die Ware für die Teigwarenindustrie unverkäuflich macht. Gegen Ungräser wie den Windhalm (*Apera spica-venti*) oder das Einjährige Rispengras (*Poa annua*) ist eine gezielte Herbizidbehandlung im Herbst oder frühen Frühjahr ratsam. Zur Absicherung der Blattgesundheit solltest du die Bestände regelmäßig auf Gelbrost, Braunrost und *Parastagonospora nodorum* kontrollieren und bei Überschreitung der Schadschwellen zugelassene Pflanzenschutzmittel einsetzen. Ein integrierter Ansatz, der weite Fruchtfolgen nach Nicht-Getreide-Vorfrucht einschließt, minimiert das Risiko von Fußkrankheiten erheblich.

Sorten

Auradur

mittelspät

Konstant mittlere bis hohe Erträge bei exzellenter Grießqualität.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Ährenfusarium, Braunrost

Eine der bewährtesten und winterhärtesten Sorten im mitteleuropäischen Raum.

Wintergold

mittel

Hohes Ertragspotenzial auf guten Standorten.

Resistent gegen: Gelbrost, Lagerung

Anfällig für: Ährenfusarium, Blattseptoria

Zeigt eine gute Standfestigkeit und ein hohes Tausendkorngewicht.

Sambadur

mittelfrüh

Stabile Erträge in milderen Lagen.

Resistent gegen: Mehltau, Braunrost

Anfällig für: Ährenfusarium, Winterfrost

Besonders für trocken-warme Standorte geeignet; benötigt guten Winterschutz.

Diadur

mittel

Gute, qualitätsbetonte Ertragsleistung.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Ährenfusarium

Hervorragende Glasigkeit und hoher Proteingehalt für die Teigwarenherstellung.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie steuerst du die Stickstoffdüngung beim Winterhartweizen optimal für die geforderte Grießqualität?

Um die für Durum geforderten Proteingehalte von über 14 % und eine hohe Glasigkeit zu erreichen, musst du die Stickstoffgabe gezielt aufteilen. Neben den klassischen Gaben zu Vegetationsbeginn und Schossen ist eine späte Qualitätsgabe (Spätdüngung) zum BBCH-Stadium 39 bis 51 entscheidend. Diese späte Anwendung sichert die Proteineinlagerung im Korn, ohne das Lagerungsrisiko der Kultur übermäßig zu erhöhen.

Warum ist die Vorfrucht beim Anbau von Winterhartweizen so kritisch?

Winterhartweizen ist extrem anfällig für Ährenfusarium. Du solltest ihn daher niemals nach Mais oder anderem Getreide in der Fruchtfolge anbauen, da das Infektionsrisiko durch auf dem Boden verbleibende Ernterückstände drastisch steigt. Ideal als Vorfrüchte sind Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln oder Leguminosen, die den Krankheitsdruck senken.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen Ährenfusarium?

Die kritische Phase für eine Infektion ist die Blüte (BBCH-Stadium 61 bis 65). Wenn es in diesem Zeitraum warm ist und Niederschläge fallen, solltest du umgehend eine gezielte Behandlung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchführen. Achte darauf, die Anwendung genau in die offene Blüte hinein zu platzieren, um die Ähren optimal vor dem Pilz zu schützen.

Wie gehst du mit der geringeren Winterhärte von Winterdurum im Vergleich zu Weichweizen um?

Wähle für den Anbau nur gut akklimatisierte Sorten und vermeide extrem späte Aussaaten, damit die Pflanzen gut bestockt, aber nicht überständig in den Winter gehen. Zudem hilft eine ausgewogene Kaliumdüngung im Herbst, die Frostresistenz der Zellen zu verbessern. In rauen Übergangslagen mit häufigen Kahlfrösten ist das Anbaurisiko dennoch genau abzuwägen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Ungräser im Winterhartweizen?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach der Kultur 'Winterhartweizen' sowie dem spezifischen Schaderreger, wie etwa dem Windhalm (*Apera spica-venti*) oder dem Einjährigen Rispengras (*Poa annua*). Dir werden dann alle aktuell zugelassenen Herbizide inklusive ihrer Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und der einzuhaltenden Wartezeit übersichtlich angezeigt.

Welche Rolle spielt die Erntefeuchte für die Vermarktung von Winterdurum?

Eine zeitnahe Ernte bei optimaler Reife ist essenziell, da Regenfälle auf das reife Korn zu 'Gelbfleckigkeit' und einem Verlust der Glasigkeit führen. Du solltest Durum möglichst schon bei einer Kornfeuchte von 13 bis 14 % dreschen. Verzögert sich die Ernte und das Korn wird im Feld wiederholt nass, sinkt die Qualität rapide und die Ware verliert ihren Premiumstatus für die Teigwarenindustrie.