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OTHER · Cosaco GmbH

COBOX

BVL Zul.-Nr. 00A121-00

COBOX von der Cosaco GmbH ist ein bewährtes, kupferbasiertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten. Als wasserdispergierbares Pulver formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Haftfähigkeit und Regenbeständigkeit auf den Blattoberflächen aus. Es ist ein Klassiker im integrierten sowie im ökologischen Anbau, der sich durch seine zuverlässige Protektivwirkung etabliert hat.

Der Fokus der Zulassung liegt in der Kultur Kartoffel (SOLTU) zur gezielten Abwehr von Phytophthora infestans, dem Erreger der Kraut- und Knollenfäule. Durch die feine Partikelstruktur des Kupferoxychlorids wird ein gleichmäßiger Spritzbelag erzielt, der die Kultur in kritischen Infektionsphasen effektiv vor dem Eindringen des Schaderregers schützt.

Wirkstoffe

Kupferoxychlorid
840.2 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kupferoxychlorid gehört zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren). Die Wirkung basiert auf der kontinuierlichen Freisetzung von Kupfer-Ionen (Cu2+) bei Feuchtigkeit auf der Blattoberfläche. Diese Ionen werden von den Sporen des Schaderregers unspezifisch aufgenommen und stören dort zahlreiche enzymatische Prozesse, zerstören die Zellmembranen und den Energiestoffwechsel der Pilzzellen. Da es sich um ein reines Kontaktfungizid mit protektiver Wirkung handelt, muss der Spritzbelag vor dem eigentlichen Infektionsereignis auf der Kultur etabliert sein. Ein kurativer oder systemischer Effekt besteht nicht, weshalb eine lückenlose Benetzung aller grünen Pflanzenteile für den Bekämpfungserfolg entscheidend ist.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M01) ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung gegen Kupferoxychlorid bei Phytophthora infestans als äußerst gering einzustufen. COBOX eignet sich daher hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Es empfiehlt sich, das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit systemischen oder lokosystemischen Fungiziden anderer Wirkstoffklassen einzusetzen, um deren Wirksamkeit langfristig zu sichern und den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

COBOX ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden und anderen Fungiziden mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch darauf zu achten, dass stark saure Mischungspartner vermieden werden, da ein niedriger pH-Wert der Spritzbrühe die Löslichkeit der Kupfer-Ionen abrupt erhöhen und somit zu Phytotoxizität an der Kultur führen kann. Es wird empfohlen, stets eine Mischprobe durchzuführen und die Spritzbrühe zügig auszubringen. Die Zugabe von Netzmitteln kann die Verteilung auf der Blattoberfläche optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit COBOX ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt mit dem Pulverkonzentrat zu vermeiden. Da Kupfer im Boden akkumuliert und für aquatische Organismen sowie Regenwürmer bei übermäßigem Eintrag toxisch sein kann, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans37–912 KILOGRAM_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von COBOX in Kartoffeln?

Die erste Behandlung sollte protektiv erfolgen, sobald die Reihenschließung der Kartoffeln beginnt (ab BBCH-Stadium 37) und bevor erste Infektionsbedingungen für die Kraut- und Knollenfäule prognostiziert werden. Ein späterer Einsatz bis zur Reife (BBCH 91) schützt zudem die Knollen vor Sporeneinschwemmungen.

Wie beeinflusst Niederschlag die Wirksamkeit von COBOX nach der Applikation?

Als Kontaktfungizid benötigt COBOX eine gewisse Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche. Nach dem Antrocknen weist Kupferoxychlorid eine gute Regenbeständigkeit auf. Bei extrem starken oder anhaltenden Niederschlägen (über 20 mm) kann der Schutzbelag jedoch abgewaschen werden, was eine Neuansetzung der Behandlung nach dem Abtrocknen erforderlich macht.

Kann COBOX auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden?

Ja, kupferbasierte Pflanzenschutzmittel wie COBOX sind unter Berücksichtigung der spezifischen Verbandsrichtlinien und der jährlichen Reinkupfer-Obergrenzen je Hektar im ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen. Prüfen Sie hierzu stets die aktuelle Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau.

Warum ist der pH-Wert des Wassers bei der Zubereitung der Spritzbrühe so wichtig?

Kupferoxychlorid ist in neutralem bis leicht alkalischem Wasser stabil. Sinkt der pH-Wert der Spritzbrühe (z. B. durch saure Mischungspartner oder saures Brunnenwasser) unter 6,0, werden schlagartig zu viele freie Kupfer-Ionen gelöst. Dies kann zu schweren Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern der Kartoffelkultur führen.

Wie lässt sich COBOX am besten in eine Spritzfolge zur Antiresistenzstrategie integrieren?

Integrieren Sie COBOX als Kontaktpartner in Phasen mit hohem Infektionsdruck oder wechseln Sie es systematisch mit systemischen Fungiziden ab. Da Kupfer als Multi-Site-Wirkstoff keine Resistenzen hervorruft, schützt es gleichzeitig die gefährdeten Ein-Wirkort-Präparate (Single-Site) vor Wirkungsverlusten.

Was muss bezüglich der Wartezeit und der Knolleninfektion beachtet werden?

Die gesetzliche Wartezeit beträgt 14 Tage. Späte Anwendungen bis BBCH 91 sind besonders wertvoll, um den Sporenflug von Phytophthora infestans auf den Boden zu unterbinden. Dadurch wird verhindert, dass Sporen bei der Ernte die Knollen infizieren, was die Lagerstabilität der Kartoffeln erheblich verbessert.