COPFORCE EXTRA
COPFORCE EXTRA ist ein hochwirksames, kombiniertes Fungizid zur gezielten Bekämpfung ertragsrelevanter Pilzkrankheiten in der Kultur Tomate. Die Formulierung kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften, um einen lückenlosen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) sowie die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani) zu gewährleisten. Durch die Kombination von lokal-systemischen und kontaktwirksamen Komponenten bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl einen vorbeugenden Schutz als auch eine kurative Wirkung in der frühen Infektionsphase.
Das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formulierte Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und Staubfreiheit bei der Dosierung aus. Es ist speziell für den Einsatz in Phasen mit hohem Infektionsdruck konzipiert, in denen ein schneller und langanhaltender Schutz der Kultur erforderlich ist. Die Formulierung sorgt für eine optimale Verteilung auf der Blattoberfläche und eine hohe Regenbeständigkeit, was die Wirkungsdauer auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen signifikant verlängert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von COPFORCE EXTRA basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Inhaltsstoffe. Cymoxanil gehört zur Wirkstoffgruppe der Cyanacetamid-oxime (FRAC-Gruppe 27). Es dringt nach der Applikation rasch in das Blattgewebe ein (lokal-systemische Wirkung) und hemmt die Synthese von Nukleinsäuren sowie die Atmung der Pilzzellen. Dank dieser penetrierenden Eigenschaften kann Cymoxanil bereits stattgefundene, aber noch nicht sichtbare Infektionen stoppen (kurativer Effekt), insbesondere während der sensiblen ersten Tage nach dem Infektionsereignis. Kupferhydroxid fungiert als protektiver Kontaktwirkstoff mit einem Multisite-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M01). Nach der Behandlung bildet es einen gleichmäßigen Schutzbelag auf den Pflanzenteilen. Bei Feuchtigkeit werden Kupferionen freigesetzt, die unspezifisch von den Pilzsporen aufgenommen werden und dort zahlreiche enzymatische Prozesse sowie Proteinstrukturen stören. Diese Mehrort-Wirkung verhindert effektiv das Keimen der Sporen und minimiert das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen den Kombinationspartner Cymoxanil.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination des lokal-systemischen Wirkstoffs Cymoxanil mit dem Multisite-Kontaktwirkstoff Kupferhydroxid besitzt COPFORCE EXTRA ein inhärent sehr niedriges Risiko für eine Resistenzentwicklung. Um diesen Status langfristig zu sichern, sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzprogramms im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison ist konsequent zu begrenzen, und Behandlungen sollten bevorzugt vorbeugend bei ersten Warnmeldungen durchgeführt werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
COPFORCE EXTRA ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden und Fungiziden mischbar. Aufgrund des hohen Kupfergehalts muss bei Tankmischungen jedoch besonders auf den pH-Wert des Spritzwassers geachtet werden; extrem saure Bedingungen können die Löslichkeit von Kupfer erhöhen und das Risiko von Phytotoxizität in der Kultur steigern. Vor der großflächigen Anwendung von Mischungen wird dringend empfohlen, eine physikalische Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß sowie eine Probespritzung auf einer begrenzten Fläche durchzuführen. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit COPFORCE EXTRA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da Kupferverbindungen als umweltgefährlich eingestuft sind und ein Risiko für aquatische Organismen darstellen, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Unterwuchs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Tomate | Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani), Phytophthora infestans | 71–81 | 2 KILOGRAM_PER_HECTARE | 10T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von COPFORCE EXTRA bei Tomaten?
Der Einsatz sollte idealerweise vorbeugend (präventiv) ab dem Beginn der Fruchtentwicklung (BBCH 71) erfolgen, sobald die ersten Infektionsbedingungen für Kraut- und Braunfäule oder Dürrfleckenkrankheit prognostiziert werden. Durch die lokal-systemische Wirkung von Cymoxanil kann das Mittel auch kurz nach einem Infektionsereignis appliziert werden, um den Erreger in der Inkubationsphase zu stoppen.
Warum enthält COPFORCE EXTRA zwei unterschiedliche Wirkstoffe?
Die Kombination aus Cymoxanil und Kupferhydroxid verbindet zwei komplementäre Wirkungsweisen. Während Kupferhydroxid als Kontaktfungizid einen schützenden Barrierefilm auf der Blattoberfläche bildet, dringt Cymoxanil tief in das Pflanzengewebe ein. Dies sorgt für eine schnelle Stopp-Wirkung bei bereits erfolgter Infektion und mindert gleichzeitig das Risiko, dass Schaderreger Resistenzen entwickeln.
Wie verhält sich COPFORCE EXTRA bei Niederschlägen nach der Spritzung?
Dank der schnellen Penetration von Cymoxanil in das Blattgewebe (innerhalb weniger Stunden) und der hervorragenden Haftfähigkeit des Kupferhydroxids ist der Spritzbelag nach dem Antrocknen hoch regenfest. Dennoch sollte die Applikation auf trockene Bestände erfolgen, um ein Abschwemmen des frischen Belags zu verhindern.
Kann COPFORCE EXTRA im Gewächshaus und im Freiland eingesetzt werden?
Ja, das Pflanzenschutzmittel ist für den Einsatz an Tomaten zugelassen. Bitte beachten Sie jedoch die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL bezüglich der maximalen Aufwandmengen und der Anzahl der zulässigen Behandlungen pro Jahr, die sich je nach Anbausystem (Freiland oder Gewächshaus) unterscheiden können.
Was muss bezüglich des pH-Werts des Spritzwassers beachtet werden?
Der pH-Wert der Spritzbrühe sollte idealerweise im neutralen bis leicht basischen Bereich liegen (pH 6,5 bis 8,0). Ein zu saurer pH-Wert des Wassers (unter 6,0) kann dazu führen, dass sich vermehrt lösliche Kupferionen bilden, was das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Früchten der Tomaten erhöht.
Wie lässt sich COPFORCE EXTRA in ein integriertes Pflanzenschutzprogramm integrieren?
Es sollte als Baustein in einer Spritzfolge eingesetzt werden. Wechseln Sie COPFORCE EXTRA systematisch mit Fungiziden ab, die andere Wirkstoffklassen und FRAC-Gruppen nutzen (z. B. Strobilurine oder Carboxamide). Nutzen Sie zudem Prognosemodelle zur Kraut- und Braunfäule, um den Behandlungszeitpunkt exakt auf den Infektionsdruck abzustimmen.