CORIDA
CORIDA ist ein hochkonzentriertes Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen und Wintergerste. Formuliert as wasserdispergierbares Granulat (WG) mit einem Wirkstoffgehalt von 750 g/kg Tribenuron, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Handhabung, schnelle Löslichkeit und eine präzise Dosierung im Feld.
Das Produkt hat sich im Markt als wirtschaftliche und flexible Lösung für die Frühjahrsbehandlung etabliert. Es erfasst ein breites Spektrum an typischen Unkrautarten im Getreidebau, darunter wirtschaftlich bedeutsame Schaderreger wie Vogelmiere, Kamille-Arten und Ackersenf. Durch die systemische Wirkung wird das Unkrautwachstum rasch gestoppt, was die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe minimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CORIDA enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) klassifiziert. Er wirkt als selektiver systemischer Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen. Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Durch die Blockade der ALS-Synthese kommt die Zellteilung in den Triebspitzen und Wurzeln sensitiver Schaderreger innerhalb weniger Stunden zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Unkräuter zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Da Tribenuron als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest CORIDA daher stets im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden einsetzen, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen, wie beispielsweise Wuchsstoffe (HRAC-Gruppe 4) oder Bodenherbizide mit abweichender HRAC-Klassifizierung. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von ALS-Hemmern auf derselben Fläche und achte darauf, verbliebene Unkräuter mechanisch oder durch gezielte Fruchtfolgemaßnahmen zu kontrollieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
CORIDA zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder einer ausgeprägten Wachsschicht der Unkräuter zu optimieren, empfiehlt sich der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans). Bei Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten, eine ausreichende Wassermenge wählen und die Spritzbrühe direkt nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CORIDA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und Gewässern sind die allgemeinen Abdriftminderungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 31–39 | 40 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von CORIDA im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitraum liegt im Frühjahr zwischen dem Beginn des Schossens (BBCH 31) und dem Erscheinen des letzten Blattes (BBCH 39) der Kulturen. Achte darauf, dass die Zielunkräuter aktiv wachsen und sich idealerweise im frühen Rosetten- bis maximal 4-Blatt-Stadium befinden, da hier die Wirkstoffaufnahme am effizientesten ist.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung des Herbizids?
CORIDA wirkt am besten bei wüchsiger Witterung mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da dies den Stoffwechsel der Unkräuter und somit die systemische Verteilung des Wirkstoffs fördert. Bei extremer Trockenheit, Frost oder sehr kalten Temperaturen stagniert das Wachstum der Schaderreger, was die Wirksamkeit verzögern oder mindern kann.
Kann ich CORIDA auch in Sommergetreide anwenden?
Nein, laut der aktuellen BVL-Zulassung ist CORIDA spezifisch für die Kulturen Wintergerste (HORVW) und Winterweichweizen (TRZAW) registriert. Eine Anwendung in Sommergerste, Hafer oder anderen Getreidearten ist rechtlich nicht zulässig und kann zudem zu phytotoxischen Schäden an den nicht zugelassenen Kulturen führen.
Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von CORIDA beachten?
Da Tribenuron im Boden relativ rasch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblichen Fruchtfolgen im Herbst keine Einschränkungen für den Nachbau von Wintergetreide oder Raps. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der behandelten Kultur kommen, empfiehlt es sich, den Boden vor einer Neueinsaat tief zu pflügen, um eventuelle Wirkstoffrückstände zu verdünnen.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech alternative Produkte für mein Resistenzmanagement?
Du kannst im Hub gezielt nach Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Wuchsstoffen oder Bodenherbiziden) filtern, die ebenfalls für die Kulturen Winterweichweizen und Wintergerste zugelassen sind. Nutze die Suchmaske, um gezielt Schaderreger wie "Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter" auszuwählen und dir passende Kombinationspartner anzeigen zu lassen.