CRASHER
CRASHER ist ein selektives Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schadgräsern – insbesondere der Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli) – sowie wichtigen einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (Zea mays). Als flüssige Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk der Schaderreger aus.
Das Produkt besetzt eine wichtige Position im Segment der frühen bis mittleren Nachauflaufbehandlungen im Mais. Durch die Kombination aus systemischer Blattwirkung und einer ergänzenden Bodenwirkung erfasst CRASHER auch später keimende Unkrautwellen unter feuchten Bedingungen zuverlässig. Dies sichert der Kultur in der kritischen Jugendentwicklung einen entscheidenden Wachstumsvorsprung.
Die Formulierung ist speziell auf die Wachsschicht der Maisblätter abgestimmt, was eine hohe Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Benetzung und Wirkstoffpenetration in den Zielunkräutern gewährleistet. Damit stellt CRASHER ein verlässliches Werkzeug für den modernen Maisanbau dar.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Nicosulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin, die für das Zellwachstum und die Zellteilung der Schaderreger unentbehrlich sind. Nach der Applikation wird Nicosulfuron rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die meristematischen Gewebe transportiert. Bereits wenige Stunden nach der Behandlung stellt das Unkraut sein Wachstum ein. Sichtbare Symptome wie rötlich-violette Verfärbungen, Chlorosen und anschließende Nekrosen an den Vegetationspunkten führen innerhalb von ein bis drei Wochen zum vollständigen Absterben der Schadpflanzen.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) sollte CRASHER stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. Triketonen aus der HRAC-Gruppe 27 oder synthetischen Auxinen aus der HRAC-Gruppe 4) in der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen zu integrieren und die Anwendung auf aktiv wachsende Unkräuter unter optimalen Witterungsbedingungen zu beschränken, um eine vollständige Abtötung zu sichern und den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
CRASHER zeigt eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden zur Wirkungsspektrumserweiterung, insbesondere mit Partnern gegen schwer bekämpfbare zweikeimblättrige Unkräuter. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Um Kulturschäden zu vermeiden, darf das Pflanzenschutzmittel nicht mit organischen Phosphorsäureestern (Insektiziden) gemischt oder in zeitlich kurzem Abstand (weniger als 7 Tage) zu diesen appliziert werden. Die Zugabe von geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von CRASHER sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und Handhabung des Konzentrats) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässerorganismen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen und driftmindernde Düsen (z. B. 50 %, 75 % oder 90 % Driftreduktion) zu berücksichtigen. Das Mittel wird als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter ausgebracht werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse | 12–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für CRASHER im Mais?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Hühnerhirse im 2- bis 4-Blatt-Stadium befindet und die zweikeimblättrigen Unkräuter im Keim- bis frühen Laubblattstadium aktiv wachsen. Dies fällt meist mit den BBCH-Stadien 12 bis 14 des Maises zusammen. Bei späterer Anwendung (bis BBCH 18) kann die Wirkung auf gut etablierte Gräser nachlassen.
Welche Witterungsbedingungen begünstigen die Wirkung von CRASHER?
Warme, wüchsige Wetterlagen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport im Schaderreger. Vermeiden Sie Spritzungen bei extremer Hitze (über 25 °C), starker Sonneneinstrahlung oder wenn die Kultur durch Frost, Trockenheit oder Staunässe gestresst ist, um phytotoxische Reaktionen am Mais zu verhindern.
Wie lange ist die Regenfestigkeit nach der Applikation?
CRASHER wird schnell von den Blättern der Unkräuter aufgenommen. In der Regel ist der Wirkstoff bereits 2 Stunden nach der Behandlung regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die Herbizidwirkung nicht mehr beeinträchtigen.
Kann CRASHER in Wasserschutzgebieten eingesetzt werden?
Ja, der Einsatz ist unter Beachtung der spezifischen regionalen Auflagen und Anwendungsbestimmungen (wie z. B. NG-Auflagen zum Gewässerschutz) in Wasserschutzgebieten zulässig. Prüfen Sie stets die aktuellen länderspezifischen Vorgaben der BVL-Zulassung bezüglich des Grundwasserschutzes.
Was muss beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von CRASHER beachtet werden?
Nach dem regulären Erntezyklus von mit CRASHER behandeltem Mais können im folgenden Frühjahr fast alle üblichen Ackerkulturen ohne Einschränkung nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag dürfen nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel nur Mais oder bestimmte Gräser nachgebaut werden.
Wie verhält sich CRASHER bei der Bekämpfung von ausdauernden Schadgräsern wie der Quecke?
Obwohl CRASHER primär für einjährige Schadgräser wie die Hühnerhirse zugelassen ist, zeigt der Wirkstoff Nicosulfuron systemische Nebeneffekte gegen die Gemeine Quecke (Elymus repens). Für eine gezielte Queckenbekämpfung sind jedoch oft höhere Wirkstoffmengen oder spezielle Kombinationspartner erforderlich, da die Standardaufwandmenge primär auf einjährige Schaderreger ausgelegt ist.