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Sonstige · Nufarm Deutschland GmbH

Cuproxat

BVL Zul.-Nr. 033775-00

Cuproxat ist ein hochwirksames, flüssiges Kupferfungizid, das speziell für den professionellen Einsatz im Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Als modernes Suspensionskonzentrat (SC) basiert es auf dreibasischem Kupfersulfat und zeichnet sich durch eine besonders feine Partikelgröße aus. Diese feine Struktur ermöglicht eine hervorragende Verteilung und Haftung auf den Blättern und Gescheinen der Kultur, was die Grundlage für einen lückenlosen Schutzfilm bildet.

In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich das Pflanzenschutzmittel als verlässlicher Baustein etabliert, der sich durch eine hohe Regenbeständigkeit auszeichnet. Da der Wirkstoff als Kontaktfungizid auf der Pflanzenoberfläche verbleibt, bietet die flüssige Formulierung erhebliche Vorteile bei der Dosierung und Handhabung im Vergleich zu klassischen Pulverpräparaten. Cuproxat lässt sich staubfrei einmischen und sorgt für eine gleichmäßige Belagsbildung auf der Kultur.

Durch seine vorbeugende Wirkung schützt das Produkt die Weinreben in kritischen Infektionsphasen. Es ist sowohl für integrierte Anbausysteme als auch für den ökologischen Landbau ein unverzichtbares Werkzeug, um den Ertrag und die Qualität der Trauben gegen den gefürchteten Schaderreger abzusichern.

Wirkstoffe

Kupfersulfat, dreibasisch
345 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff in Cuproxat, dreibasisches Kupfersulfat, gehört zur FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Kontaktaktivität). Nach der Applikation und bei Kontakt mit Feuchtigkeit (wie Tau oder Regen) werden kontinuierlich positiv geladene Kupferionen (Cu2+) in geringen, aber hochwirksamen Konzentrationen auf der Blattoberfläche freigesetzt. Diese Ionen werden von den Pilzsporen des Falschen Mehltaus aktiv aufgenommen. Im Inneren der Sporen entfalten die Kupferionen ihre unspezifische, mehrseitige Wirkung (Multi-Site-Effekt). Sie denaturieren essentielle Proteine, zerstören die Integrität der Zellmembranen und blockieren lebenswichtige Enzymprozesse in den Atmungsketten des Schaderregers. Da dieser biochemische Angriff an vielen Stellen gleichzeitig erfolgt, wird die Keimung der Sporangien und Zoosporen effektiv verhindert, noch bevor der Pilz in das Gewebe der Kultur eindringen kann.

Resistenzmanagement

Aufgrund des Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M01) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen dreibasisches Kupfersulfat extrem gering. Cuproxat eignet sich daher hervorragend als integraler Bestandteil deines Resistenzmanagements. Durch den gezielten Einsatz in Spritzfolgen oder als Mischungspartner kannst du den Selektionsdruck auf gefährdete, systemische Wirkstoffklassen mit nur einem einzigen Wirkort (Single-Site-Fungizide) spürbar senken und deren Wirksamkeit langfristig für deinen Betrieb sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cuproxat zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern, die im Weinbau eingesetzt werden. Du solltest jedoch von Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Produkten absehen, da extreme pH-Werte in der Spritzbrühe die Löslichkeit der Kupferionen unkontrolliert verändern können, was entweder zu Wirksamkeitsverlusten oder zu phytotoxischen Schäden an der Kultur führt. Führe vor der Ansetzung größerer Mengen im Zweifel immer einen einfachen Mischungstest in einem kleinen Gefäß durch und halte die Rührwerke während des gesamten Spritzvorgangs aktiv.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cuproxat steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille. Um nützliche Bestäuber zu schonen, solltest du Behandlungen außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden durchführen und darauf achten, dass keine blühenden Unterkulturen oder Unkräuter direkt getroffen werden. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)2 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wie wirkt Cuproxat am besten gegen den Falschen Mehltau?

Da Cuproxat ein reines Kontaktfungizid ist, wirkt es ausschließlich vorbeugend (protektiv). Du musst darauf achten, dass die gesamte Laubwand sowie die Gescheine und Trauben lückenlos benetzt werden. Nur so kommen die keimenden Sporen direkt mit den Kupferionen in Kontakt und werden abgetötet, bevor sie in das Gewebe der Kultur eindringen können.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung im Weinbau?

Beginne mit den Behandlungen vorbeugend, sobald Infektionsbedingungen für den Falschen Mehltau vorliegen – meist ab dem Austrieb bei feucht-warmer Witterung. Nutze die regionalen Warndienstaufrufe und Prognosemodelle, um den optimalen Startpunkt vor den ersten angekündigten Niederschlägen exakt abzupassen.

Warum ist die flüssige Formulierung von Cuproxat vorteilhafter als herkömmliche Kupferpulver?

Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) bietet dir eine deutlich bessere Haftung auf der Blattoberfläche und eine hohe Regenbeständigkeit. Zudem lässt sich das Produkt absolut staubfrei dosieren, mischt sich hervorragend im Spritztank und schont die Düsen deiner Pflanzenschutzspritze vor vorzeitigem Verschleiß.

Wie integriere ich Cuproxat am besten in eine Strategie zur Vermeidung von Resistenzen?

Da Kupfer als Multi-Site-Wirkstoff (FRAC M01) praktisch kein Resistenzrisiko aufweist, eignet es sich perfekt als Mischungspartner oder im Wechsel mit organischen, systemischen Fungiziden. Dadurch entlastest du gefährdete Wirkstoffklassen mit spezifischem Wirkort und verhinderst, dass der Schaderreger Resistenzen gegen diese entwickelt.

Was muss ich bei der Anwendung von Cuproxat bezüglich der Witterung beachten?

Spritze das Mittel idealerweise auf gut abgetrocknete Bestände bei moderaten Temperaturen. Vermeide Applikationen in praller Mittagssonne oder bei extremen Temperaturen über 25 °C, um das Risiko von phytotoxischen Reaktionen (Kupferschäden) an den empfindlichen Blättern und jungen Beeren zu minimieren.

Kann ich Cuproxat auch mit Schwefelpräparaten mischen?

Ja, eine Mischung mit Netzschwefel zur gleichzeitigen Bekämpfung des Echten Mehltaus (Oidium) ist im Weinbau gängige Praxis und in der Regel sehr gut verträglich. Achte jedoch darauf, die Mischbarkeit der spezifischen Produkte vorab zu prüfen und die fertige Spritzbrühe zügig und ohne Unterbrechung auszubringen.