Cydia Pro Press
Cydia Pro Press von M2i BIOCONTROL SAS ist ein hochinnovatives Pflanzenschutzmittel auf Pheromonbasis, das speziell für den nachhaltigen Schutz im Kernobstbau entwickelt wurde. Als moderne Formulierung zur biotechnischen Verwirrungsmethode zielt das Produkt selektiv auf den Apfelwickler (Cydia pomonella) ab, welcher zu den wirtschaftlich bedeutendsten Schaderregern im Apfel- und Birnenanbau zählt. Durch den gezielten Einsatz dieses Mittels lässt sich der Einsatz klassischer chemisch-synthetischer Insektizide im integrierten Anbau signifikant reduzieren.
Die Formulierung basiert auf dem synthetisch hergestellten Sexualpheromon des weiblichen Falters. Nach der Ausbringung im Bestand wird die Orientierung der männlichen Falter gestört, wodurch die Paarung und die anschließende Eiablage effektiv unterbunden werden. Da das Produkt keine Rückstände auf den Ernteprodukten hinterlässt, eignet es sich hervorragend für anspruchsvolle Produktionssysteme und rückstandsfreie Erzeugungsprogramme.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff (E,E)-8,10-Dodecadien-1-ol ist das synthetische Analogon des natürlichen Sexualpheromons (Codlemon) des weiblichen Apfelwicklers. Nach der Applikation gibt das Produkt den Duftstoff kontinuierlich und gleichmäßig über einen längeren Zeitraum an die Umgebungsluft ab. Dadurch wird die Luft im Obstgarten mit dem Pheromon gesättigt, was die feinen Sinnesorgane der männlichen Falter überreizt und die natürliche Lockstofffahne der Weibchen komplett maskiert. Da die Männchen den Weg zu den paarungsbereiten Weibchen nicht mehr finden, bleibt die Befruchtung aus. Infolgedessen schlüpfen keine schädigenden Raupen, die sich in die Früchte einbohren könnten. Da es sich um einen rein verhaltensmodifizierenden Wirkstoff ohne toxischen Effekt handelt, ist das Produkt keiner klassischen IRAC-Klasse zugeordnet, sondern agiert als hochselektiver Biokontroll-Wirkstoff.
Resistenzmanagement
Da die Wirkung von Cydia Pro Press auf einer physikalisch-biologischen Verhaltensstörung (Verwirrung) und nicht auf einem biochemischen Toxizitätsmechanismus beruht, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung beim Apfelwickler als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte die Anwendung stets in ein ganzheitliches integriertes Pflanzenschutzkonzept (IPM) eingebunden werden. Bei extrem hohem Ausgangsbefall im Frühjahr empfiehlt es sich, die erste Generation des Schaderregers zusätzlich mit selektiven biologischen Präparaten (wie Granuloseviren) oder zugelassenen chemischen Insektiziden zu kombinieren, um die Population rasch unter die Schadschwelle zu drücken.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Cydia Pro Press als Spezialformulierung zur punktuellen Applikation (z. B. als Paste oder über spezifische Ausbringungssysteme) direkt an den Trieben oder Ästen der Kulturen ausgebracht wird, erfolgt die Anwendung in der Regel völlig unabhängig von klassischen Spritzbrühen. Eine physikalische Tankmischung mit Fungiziden oder flüssigen Insektiziden im Spritztank ist daher weder vorgesehen noch erforderlich. Die Ausbringung sollte zeitlich präzise vor dem ersten Falterflug der Überwinterungsgeneration erfolgen, um eine lückenlose Schutzwirkung im Bestand aufzubauen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Aufgrund der extremen Spezifität des Pheromons weist Cydia Pro Press ein herausragendes Umwelt- und Anwenderschutzprofil auf. Das Pflanzenschutzmittel ist absolut unschädlich für Honigbienen (nicht bienengefährlich) sowie für wichtige Nutzorganismen wie Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen. Es besteht kein Risiko für aquatische Ökosysteme oder Bodenorganismen, da der Wirkstoff flüchtig ist und sich in der Umwelt rasch abbaut. Bei der Ausbringung sind lediglich die standardmäßigen Arbeitsschutz- und Hygienevorschriften für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kernobst | Apfelwickler | — | 1.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Schalenobst | Apfelwickler | — | 1.75 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Apfelwickler | — | 1.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Schalenobst | Apfelwickler | — | 1.25 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ausbringung von Cydia Pro Press?
Die Ausbringung muss zwingend vor dem Beginn des ersten Falterflugs der Überwinterungsgeneration im Frühjahr abgeschlossen sein. Zur präzisen Terminierung sollten lokale Warndienstaufrufe, Temperatursummenmodelle und erste Fänge in unweit platzierten Monitoring-Fallen herangezogen werden.
Warum ist die Flächengröße bei der Verwirrungsmethode so entscheidend?
Die Verwirrungsmethode basiert auf einer gleichmäßigen Pheromonkonzentration in der Luft. Auf größeren, zusammenhängenden Flächen (ideal ab 1 bis 2 Hektar) stabilisiert sich diese Duftwolke deutlich besser. Bei sehr kleinen oder stark zerstückelten Parzellen verflüchtigt sich der Wirkstoff zu schnell, und es droht Einflug bereits begatteter Weibchen von außen.
Wie kontrolliere ich den Bekämpfungserfolg im Feld, wenn keine Falter mehr fliegen?
Da klassische Pheromonfallen im verwirrten Bestand keine Falter mehr fangen sollten (sogenannter Trap-Out-Effekt), erfolgt die Erfolgskontrolle primär über visuelle Kontrollen. Hierbei wird ab dem Fruchtansatz regelmäßig nach Eiablagen auf den Blättern sowie nach erstem oberflächlichen Einbohrbefall (Madenbefall) an den Früchten gesucht.
Kann das Produkt auch bei extrem hohem Befallsdruck im Vorjahr solo eingesetzt werden?
Bei sehr hohem Ausgangsbefall stößt die Verwirrungsmethode an ihre Grenzen, da sich Falter auch zufällig ohne Duftspur finden können. In solchen Jahren ist eine Kombinationsstrategie ratsam, bei der die erste Generation des Apfelwicklers zusätzlich mit selektiven Larviziden oder Granuloseviren flankiert wird, um die Population zu brechen.
Welchen Einfluss hat die Witterung (Wind und Temperatur) auf die Wirksamkeit?
Starker, anhaltender Wind kann die Pheromonwolke aus der Anlage tragen, weshalb in windexponierten Randreihen oft eine höhere Applikationsdichte empfohlen wird. Die Freisetzung des Wirkstoffs ist temperaturabhängig und passt sich natürlicherweise der Aktivität der Falter an, die ebenfalls erst ab ca. 15–16 °C in den Abendstunden aktiv werden.