Daltrice
Daltrice ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe aus der Klasse der Sulfonylharnstoffe mit einem hocheffizienten Safener. Dies gewährleistet eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig kompromissloser Wirkung gegen konkurrierende Schaderreger.
Das breite Wirkungsspektrum erfasst im Nachauflauf schwer bekämpfbare Ungräser wie den Gemeinen Windhalm und das Einjährige Rispengras sowie eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutsamer, einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Durch die flexible Anwendung im Frühjahr unterstützt Daltrice Landwirte dabei, die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kulturen abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herbizide Wirkung von Daltrice basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Iodosulfuron und Mesosulfuron, die beide zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Inhibitoren) gehören. Sie blockieren das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich ist. Nach der Aufnahme über die Blätter und teilweise über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert, was zu einem raschen Wachstumsstopp und dem allmählichen Absterben der Schaderreger führt. Um die Kulturverträglichkeit in Winterweizen, Winterroggen und Wintertriticale sicherzustellen, enthält das Pflanzenschutzmittel den Safener Mefenpyr. Dieser Wirkstoff beschleunigt selektiv den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Kulturpflanzen, während die Zielunkräuter und -ungräser, die diesen Entgiftungsmechanismus nicht besitzen, voll erfasst und nachhaltig bekämpft werden.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, muss Daltrice in ein integriertes Herbizid-Management eingebunden werden. Ein kontinuierlicher Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. HRAC 15 oder HRAC 4) in der Fruchtfolge ist dringend zu empfehlen. Zudem sollten mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung genutzt und die Anwendung stets auf vitale, aktiv wachsende Unkräuter unter optimalen Bedingungen ausgerichtet werden, um eine vollständige Abtötung zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Daltrice ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Da die Aufnahme der Sulfonylharnstoffe maßgeblich über das Blatt erfolgt, wird die Zugabe eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels oder Additivs zur Spritzbrühe dringend empfohlen, um die Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu optimieren. Bei Mischungen mit flüssigen Düngemitteln (wie AHL) ist Vorsicht geboten; solche Kombinationen sollten nur bei frostfreien, wüchsigen Bedingungen und auf trockenen Kulturpflanzenbeständen ausgebracht werden, um Blattschäden zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Daltrice ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als umweltgefährlich eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern eingehalten werden müssen, um aquatische Organismen zu schützen. Bezüglich der Bienengefährdung ist das Produkt als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, darf jedoch nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, im Übermaß oder entgegen den Anwendungsbestimmungen eingesetzt werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 21–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 21–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 21–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 21–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 21–32 | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 21–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 21–32 | 0.3 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Daltrice im Frühjahr?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH-Stadium 21 bis 32), wenn die Unkräuter und Ungräser aktiv zu wachsen beginnen. Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und führt zu den besten Bekämpfungsergebnissen.
Warum ist in Daltrice ein Safener wie Mefenpyr enthalten?
Der Safener Mefenpyr schützt die Kulturpflanzen (wie Winterweizen oder Winterroggen), indem er den Abbau der herbiziden Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron in der Kultur selektiv beschleunigt. Die Unkräuter können diesen Wirkstoff nicht abbauen und sterben ab, während das Getreide unbeschadet bleibt.
Kann Daltrice bei Nachtfrostgefahr ausgebracht werden?
Es sollte nicht bei Frost oder unmittelbarer Nachtfrostgefahr appliziert werden. Frosttemperaturen verlangsamen den Stoffwechsel der Kulturpflanzen, was den Abbau des Herbizids durch den Safener beeinträchtigen und zu vorübergehenden Vergilbungen oder Wachstumsverzögerungen führen kann.
Welche Rolle spielen Additive bei der Ausbringung von Daltrice?
Da die Wirkstoffe Iodosulfuron und Mesosulfuron hauptsächlich über das Blatt aufgenommen werden, verbessert ein geeignetes Additiv (z. B. ein pflanzenölbasiertes Netzmittel) die Haftung und das Eindringen des Herbizids durch die Wachsschicht der Unkrautblätter, besonders bei trockener Witterung.
Wie verhindere ich eine Resistenzbildung bei Windhalm gegen dieses Produkt?
Da Daltrice Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 2 enthält, sollten Sie dieses Herbizid nicht jahrelang hintereinander auf derselben Fläche anwenden. Kombinieren oder rotieren Sie die Behandlung mit Bodenherbiziden oder Blattherbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC 15 oder HRAC 3) im Herbst oder Frühjahr.
Gibt es Einschränkungen für die Nachbaukulturen nach dem Einsatz von Daltrice?
Nach dem regulären Einsatz von Daltrice im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst in der Regel alle üblichen Wintergetreidearten und Raps nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.