Alle Mittel
Sonstige · Synthos Agro S.A.

DICOLEN 200 EC

BVL Zul.-Nr. 00A862-00

DICOLEN 200 EC ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Ausschaltung von wirtschaftlich bedeutsamen, breitblättrigen Unkräutern in Wintergetreide. Formuliert als emulgierbares Konzentrat (EC), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es ist speziell für den Einsatz in Winterweizen, Winterroggen und Wintertriticale konzipiert, um den Ertrag und die Erntequalität in der kritischen frühen Wachstumsphase abzusichern.

Der enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr bietet eine herausragende Spezialwirkung gegen schwer bekämpfbare Schaderreger im Ackerbau. Durch die schnelle Penetration der pflanzlichen Wachsschicht ist das Produkt bereits kurze Zeit nach der Applikation regenfest und bietet somit eine hohe Flexibilität bei wechselhaften Frühjahrswitterungen. Das breite Wirkungsspektrum erfasst dabei sowohl typische Frühjahrskeimer als auch überwinternde Unkrautarten.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
286.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4, ehemals Gruppe O). Er imitiert das natürliche Pflanzenwuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch systemisch in der gesamten Pflanze sowohl akropetal als auch basipetal verteilt und reichert sich in den meristematischen Geweben der Schaderreger an. In den empfindlichen Unkräutern führt dies zu einer massiven Überstimulation der Auxin-Rezeptoren. Die Folge ist ein unkontrolliertes, asymmetrisches Zellwachstum und eine gestörte Zellteilung. Sichtbar wird dieser Prozess durch charakteristische Wuchsdeformationen wie das typische Verkrümmen und Verdrehen von Stängeln und Blättern (Epinastie). Schließlich bricht das Leitgewebe der Unkräuter zusammen, was zu einem vollständigen Absterben der Pflanzen führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, solltest du DICOLEN 200 EC stets in ein integriertes Gesamtkonzept einbinden. Da Fluroxypyr der HRAC-Gruppe 4 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen der Fruchtfolge mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. ALS-Inhibitoren oder Photosynthese-Inhibitoren) abzuwechseln oder in Tankmischung auszubringen. Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine sorgfältige Bodenbearbeitung und die Förderung eines konkurrenzstarken Getreidebestandes die langfristige Absicherung der Wirkstoffklasse.

Mischbarkeit & Tankmischung

DICOLEN 200 EC lässt sich im praktischen Einsatz gut mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischen. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha, um eine gleichmäßige Benetzung der Unkräuter zu garantieren. Vermeide Mischungen unter extremen Stressbedingungen für die Kultur, wie etwa bei starker Trockenheit, intensivem Sonnenschein oder unmittelbar drohenden Nachtfrösten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit DICOLEN 200 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (inklusive Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung) unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühenden Beständen oder auf blühenden Unkräutern durchführen und die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden verlegen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Achte streng darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Feld-Stiefmütterchen, Purpurrote Taubnessel26–321 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenKletten-Labkraut, Feld-Stiefmütterchen, Purpurrote Taubnessel26–321 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut, Feld-Stiefmütterchen, Purpurrote Taubnessel26–321 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit DICOLEN 200 EC?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt im Frühjahr zwischen den BBCH-Stadien 26 (Bestockung) und 32 (Schossen, 2-Knoten-Stadium) der Kultur. Achte darauf, dass die Unkräuter aktiv wachsen, da der systemische Wirkstoff Fluroxypyr über den Stoffwechsel der Pflanzen transportiert werden muss.

Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Wirkung des Herbizids?

Für eine schnelle und sichere Wirkung sind wüchsige Temperaturen ab ca. 8 °C bis 10 °C ideal. Bei starker Trockenheit oder Frostgefahr stellen die Unkräuter ihr Wachstum ein, was die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze erheblich verlangsamt.

Wie schnell ist DICOLEN 200 EC nach der Anwendung regenfest?

Dank der hochwertigen EC-Formulierung dringt der Wirkstoff sehr rasch in das Blattgewebe ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits etwa zwei Stunden nach der Behandlung regenfest, sodass ein anschließender Schauer die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Kann ich das Produkt mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) kombinieren?

Eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine voll ausgebildete Wachsschicht der Kultur. Behandle nicht bei feuchten Beständen (Tau) oder unmittelbar nach Frostperioden, um Blattschäden an den Kulturpflanzen zu vermeiden.

Was muss ich beim Nachbau empfindlicher Kulturen beachten?

Fluroxypyr wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Nach der regulären Ernte des Getreides im Sommer können im Herbst problemlos Wintergetreide oder Winterraps gesät werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen (wie Leguminosen) ein tiefes Pflügen ratsam.

Wie äußern sich die ersten Wirkungssymptome an den Unkräutern?

Bereits wenige Tage nach der Behandlung zeigen sich typische Wuchsdeformationen: Die Triebe und Blätter der Unkräuter krümmen und verdrehen sich stark. Das Wachstum stoppt sofort, während das vollständige Absterben und Vertrocknen je nach Witterung zwei bis drei Wochen dauern kann.