DICOLEN 200 EC
DICOLEN 200 EC ist ein selektives, systemisches Herbizid in Form eines Emulsionskonzentrats (EC), das speziell für die Frühjahrsanwendung in wichtigen Wintergetreidekulturen entwickelt wurde. Das Pflanzenschutzmittel bietet eine hocheffiziente Lösung zur Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden, breitblättrigen Unkräutern im Getreidebau. Durch seine optimierte Formulierung dringt der Wirkstoff schnell in das Blattgewebe der Schaderreger ein und entfaltet auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr eine zuverlässige Wirkung.
Das Spektrum der erfassten Schaderreger umfasst neben dem schwer bekämpfbaren Kletten-Labkraut auch typische Frühjahrskeimer wie das Feld-Stiefmütterchen, die Purpurrote Taubnessel und den Persischen Ehrenpreis. Dank der hervorragenden Kulturverträglichkeit in den registrierten Getreidearten sichert DICOLEN 200 EC das Ertragspotenzial der Kulturen in einer kritischen Phase der Bestandsentwicklung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in DICOLEN 200 EC enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (HRAC-Gruppe 4, ehemals Klasse O). Diese Wirkstoffe imitieren das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin) und greifen direkt in die hormonelle Steuerung der Zielpflanzen ein. Nach der schnellen Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze, sowohl akropetal als auch basipetal, verteilt und reichert sich in den meristematischen Geweben an. Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem asymmetrischen Streckungswachstum der betroffenen Unkräuter. Typische Symptome dieser hormonellen Überlastung sind charakteristische Verkrümmungen an Stängeln und Blättern (Epinastie), gefolgt von einer fortschreitenden Chlorosierung und dem vollständigen Absterben des Gewebes innerhalb weniger Wochen.
Resistenzmanagement
Obwohl für synthetische Auxine der HRAC-Gruppe 4 ein generell geringes bis moderates Risiko für die Selektion resistenter Biotypen besteht, erfordert ein nachhaltiger Ackerbau ein konsequentes Resistenzmanagement. Um die langfristige Wirksamkeit von DICOLEN 200 EC gegen Schaderreger wie das Kletten-Labkraut zu sichern, sollte die Anwendung stets in eine weite Fruchtfolge und eine integrierte Herbizidstrategie eingebettet werden. Dies beinhaltet den gezielten Wechsel oder die Tankmischung mit Pflanzenschutzmitteln, die über andere Wirkmechanismen verfügen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2).
Mischbarkeit & Tankmischung
DICOLEN 200 EC zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit einer Vielzahl gängiger Getreideherbizide, Fungizide sowie flüssiger Blattdünger aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Verteilung und optimale Benetzung der Unkräuter zu gewährleisten. Mischungen sollten stets unmittelbar vor der Behandlung angesetzt und zügig ausgebracht werden. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte von Anwendungen bei extremen Temperaturschwankungen, starker Sonneneinstrahlung oder drohenden Nachtfrösten abgesehen werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von DICOLEN 200 EC sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beim Ansetzen der Spritzbrühe und während der Applikation, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen und Abschwemmungsauflagen (wie Abdriftsminderungsklassen) an Oberflächengewässern penibel zu beachten. Der Wirkstoff Fluroxypyr ist bei sachgerechter, bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollten lokale Anwendungsbestimmungen stets vorab geprüft werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Kletten-Labkraut, Feld-Stiefmütterchen, Purpurrote Taubnessel | 26–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Kletten-Labkraut, Feld-Stiefmütterchen, Purpurrote Taubnessel | 26–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Kletten-Labkraut, Feld-Stiefmütterchen, Purpurrote Taubnessel | 26–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit DICOLEN 200 EC im Frühjahr?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Zielunkräuter im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Rosetten- bis frühes Streckungsstadium) befinden. Obwohl die Anwendung ab BBCH 26 der Kultur möglich ist, sollte die Behandlung bei stabilen Temperaturen über 8 °C stattfinden, da der systemische Transport des Wirkstoffs vom aktiven Stoffwechsel der Schaderreger abhängt.
Wie schnell ist DICOLEN 200 EC nach der Anwendung regenfest?
Dank der Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) dringt der Wirkstoff Fluroxypyr sehr rasch in die Wachsschicht der Blätter ein. DICOLEN 200 EC ist in der Regel bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die Herbizidwirkung nicht mehr negativ beeinflussen.
Kann das Pflanzenschutzmittel auch bei kühlen Temperaturen eingesetzt werden?
Da es sich um ein Wuchsstoff-Herbizid handelt, ist die Wirkung eng an das Wachstum der Unkräuter gekoppelt. Bei Temperaturen unter 8 °C verlangsamt sich der Pflanzenstoffwechsel deutlich, was den Wirkungseintritt verzögern kann. Für eine schnelle und sichere Wirkung werden wüchsige Tage mit Tagestemperaturen im zweistelligen Bereich empfohlen; Nachtfröste sollten vermieden werden.
Welche Bedeutung hat das BBCH-Stadium der Kultur für die Anwendung?
Die Zulassung von DICOLEN 200 EC erstreckt sich über die BBCH-Stadien 26 bis 32 der Kulturen Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Eine Behandlung nach dem Erscheinen des zweiten Knotens (BBCH 32) darf nicht mehr durchgeführt werden, um das Risiko von phytotoxischen Schäden an den Kulturpflanzen zu minimieren und eine optimale Spritzschatten-Vermeidung zu garantieren.
Gibt es Einschränkungen für den Anbau von Nachfolgekulturen nach dem Einsatz?
Der Wirkstoff Fluroxypyr wird im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut. Bei normalem Kulturverlauf und Einhaltung der üblichen Fruchtfolgefristen bestehen keine Einschränkungen für den Anbau von Nachfolgekulturen im nächsten Anbaujahr. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung vor der Neuansaat ratsam.