DIFLANIL 500 SC
DIFLANIL 500 SC ist ein hochkonzentriertes Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Wintergetreide (Winterweichweizen und Wintergerste). Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren und zeichnet sich durch eine gleichmäßige Verteilung im Spritztank sowie eine exzellente Haftung auf dem Boden aus. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Unkräuter zuverlässig erfasst.
Der Fokus dieses Herbizids liegt auf der frühen Unkrautbekämpfung im Herbst. Durch den Einsatz im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 10–29) sorgt DIFLANIL 500 SC dafür, dass die jungen Kulturen von Anfang an frei von ertragsmindernder Unkrautkonkurrenz aufwachsen können. Besonders bei typischen Herbstkeimern entfaltet das Mittel seine volle Stärke und sichert so das Ertragspotenzial der Getreidebestände.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (früher F1) und wirkt als Inhibitor der Phytoen-Desaturase (PDS). Dieser biochemische Prozess blockiert die Biosynthese von Carotinoiden, welche für den Schutz des Chlorophylls vor Photooxidation essenziell sind. Ohne diesen Schutzmechanismus führt die Lichteinstrahlung zur Zerstörung des Chlorophylls, was sich optisch durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkräuter äußert, gefolgt von deren Absterben. Diflufenican wird primär über die Keimscheide (Koleoptile) und die Wurzeln der auflaufenden Unkräuter aufgenommen, in geringerem Maße auch über die Blätter bereits aufgelaufener Pflanzen. Die langanhaltende Bodenwirkung stellt sicher, dass auch später keimende Unkrautsamen über einen längeren Zeitraum hinweg effektiv unterdrückt werden, sofern eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzbildungen sollte DIFLANIL 500 SC stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Da Diflufenican einen spezifischen Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe 12) besitzt, ist der Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen dringend zu empfehlen. Zudem tragen ackerbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, eine sorgfältige Bodenbearbeitung und die mechanische Unkrautregulierung maßgeblich dazu bei, den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffgruppen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
DIFLANIL 500 SC weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden sowie flüssigen Düngemitteln auf. Um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen schwer bekämpfbare Schadgräser wie Windhalm oder Ackerfuchsschwanz zu erweitern, sind Tankmischungen mit entsprechenden Kombinationspartnern in der Praxis üblich. Bei der Ausbringung ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 l/ha) und eine feine bis mittlere Tropfenstruktur zu achten, um eine lückenlose Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Auf extrem trockenen Böden kann die Wirkung verzögert eintreffen; ein feuchtes Saatbett optimiert hingegen die Wirkstoffaktivierung.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit DIFLANIL 500 SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Diflufenican ist als umweltgefährlich eingestuft und weist eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen auf. Daher sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) unbedingt zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch auf blühenden Beständen oder Unkräutern außerhalb des Bienenflugs möglich ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 0.375 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–29 | 0.375 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für DIFLANIL 500 SC im Herbst?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn das Pflanzenschutzmittel im frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH 10 bis 13) appliziert wird, idealerweise wenn die Unkräuter sich noch im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden. Auch eine Anwendung im Vorauflauf direkt nach der Saat ist bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit hochwirksam.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von Diflufenican?
Da Diflufenican ein bodenwirksamer Wirkstoff ist, der einen Herbizidfilm bildet, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Auf sehr trockenen, klumpigen Böden kann sich der Wirkstofffilm nicht optimal verteilen, was die herbizide Wirkung gegen auflaufende Schaderreger mindern kann.
Kann DIFLANIL 500 SC auch zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz eingesetzt werden?
DIFLANIL 500 SC ist primär für die Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern registriert. Gegen Schadgräser wie Ackerfuchsschwanz oder Windhalm besitzt der Wirkstoff Diflufenican allein nur eine begrenzte Teilwirkung. Für eine sichere Gräserbekämpfung sollte das Mittel in Tankmischung mit einem spezialisierten Gräserpartner ausgebracht werden.
Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von DIFLANIL 500 SC beachtet werden?
Aufgrund der Persistenz von Diflufenican im Boden sollten bei normalem Fruchtfolgewechsel im folgenden Frühjahr keine empfindlichen Kulturen ohne vorhergehende tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) angebaut werden. Nach einem vorzeitigen Umbruch der Kultur im Winter sind die spezifischen Zulassungshinweise bezüglich verträglicher Nachbaukulturen genauestens zu prüfen.
Wie verhält sich das Mittel bezüglich der Abschwemmung auf hängigem Gelände?
Da der Wirkstoff stark an Bodenpartikel adsorbiert wird, besteht bei Starkregenereignissen auf hängenden Flächen die Gefahr des Bodenabtrags samt Wirkstoff in angrenzende Gewässer oder Biotope. Hier sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zum Erosionsschutz (z. B. NW706) und die Einhaltung von bewachsenen Randstreifen zwingend zu beachten.