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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Elumis

BVL Zul.-Nr. 006960-00

Elumis ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid in Form einer modernen Öldispersion (OD) von Syngenta, das speziell für den Nachauflauf-Einsatz in Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen einkeimblättrigen Schadgräsern effektiv zu bekämpfen. Dank seiner hochentwickelten Formulierung bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme.

Im deutschen Maisanbau hat sich Elumis als Standardlösung für die Unkrautbekämpfung im frühen bis mittleren Nachauflauf etabliert. Die Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung sorgt dafür, dass nicht nur bereits aufgelaufene Schaderreger direkt erfasst werden, sondern auch nachkeimende Unkrautwellen über einen längeren Zeitraum zuverlässig unterdrückt werden. Dies gibt Landwirten eine hohe Flexibilität beim Anwendungstermin und sichert saubere Bestände bis zum Reihenschluss.

Wirkstoffe

Mesotrione
75 g/L · Wirkstoff
Nicosulfuron
30 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Elumis basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur HRAC-Gruppe 27 und wirkt als Inhibitor des Enzyms HPPD (p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase). Dies blockiert die Biosynthese von Plastochinon und Tocopherolen, was zu einem schnellen Abbau von Chlorophyll führt. Die betroffenen Unkräuter zeigen charakteristische Ausbleichungen (Symptome von Bleichsucht) an den Vegetationspunkten und sterben rasch ab. Nicosulfuron, der zweite Wirkstoff, gehört zur HRAC-Gruppe 2 und ist ein Sulfonylharnstoff. Er hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essentieller Aminosäuren verantwortlich ist. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der Kultur und den Schaderregern transportiert, stoppt das Wachstum sensitiver Gräser und Unkräuter innerhalb weniger Stunden und führt zu deren allmählichem Absterben.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination von zwei Wirkstoffen mit völlig unterschiedlichen Angriffspunkten (HRAC-Gruppe 2 und HRAC-Gruppe 27) bietet Elumis ein integriertes und hochwirksames Resistenzmanagement auf dem Feld. Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie der Hühnerhirse, langfristig vorzubeugen, sollte Elumis im Rahmen einer ausgewogenen Fruchtfolge eingesetzt werden. Der jährliche Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in den Folgekulturen sowie mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen unterstützen den Erhalt der Wirkstoffpotenz nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

Elumis zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist stets auf die physikalische Kompatibilität der Partner zu achten; ein Vormischtest im Kleinen wird empfohlen. Da Elumis bereits als gebrauchsfertige Öldispersion (OD) formuliert ist, ist der Zusatz von separaten Netzmitteln oder Adjuvantien in der Regel nicht erforderlich und könnte das Risiko von Phytotoxizität unter extremen Witterungsbedingungen erhöhen. Die Anwendung sollte mit ausreichend Wasser (üblicherweise 200–400 l/ha) bei ruhigem, windstillem Wetter erfolgen, um Abdrift zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Elumis sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug beim Ansetzen und Ausbringen) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich der Bienengefährdung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in direkt blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Elumis im Mais?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt im frühen bis mittleren Nachauflauf der Kultur, idealerweise zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt sollten sich die meisten Unkräuter und Schadgräser im aktiven Wachstum und in einem frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium) befinden, um die maximale Wirkstoffaufnahme über das Blattgewebe zu gewährleisten.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von Elumis aus?

Warmes, wüchsiges Wetter mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und führt zu einem schnelleren Absterben der Schaderreger. Bei extremer Trockenheit oder starker Hitze (über 25 °C) bildet sich eine dickere Wachsschicht auf den Unkrautblättern, was die Aufnahme erschwert; in solchen Phasen sollte die Behandlung in die kühleren Morgenstunden verlegt werden. Nach der Anwendung ist eine regenfreie Zeit von etwa 2 Stunden für die Regenfestigkeit optimal.

Kann Elumis auch auf Standorten mit hohem Druck an ausdauernden Unkräutern eingesetzt werden?

Elumis ist primär für die Bekämpfung einjähriger einkeimblättriger und zweikeimblättriger Unkräuter formuliert. Bei starkem Besatz mit ausdauernden Wurzelunkräutern (wie Ackerkratzdistel oder Ackerwinde) zeigt das Produkt eine gute Teilwirkung (Wachstumshemmung), für eine vollständige Bekämpfung dieser Problemunkräuter empfiehlt sich jedoch eine gezielte Tankmischung mit einem spezifischen Wuchsstoff-Herbizid.

Warum ist die Formulierung als Öldispersion (OD) bei Elumis von Vorteil?

Die moderne Öldispersion-Formulierung (OD) verbessert das Haftungsvermögen der Spritzbrühe auf den oft wachsartigen Blattoberflächen von Schadgräsern und Unkräutern erheblich. Sie sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Spritzfilms und beschleunigt das Eindringen der Wirkstoffe Mesotrione und Nicosulfuron durch die Kutikula, selbst unter suboptimalen, trockenen Bedingungen.

Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Elumis?

Nach dem regulären Einsatz von Elumis im Mais können im normalen Fruchtfolgezyklus im Herbst Wintergetreide und im folgenden Frühjahr praktisch alle üblichen Kulturen nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch des Maisbestandes (z. B. durch Frost oder Hagel) dürfen nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel wieder Mais oder bestimmte Gräser nachgesät werden; empfindliche Kulturen wie Rüben oder Gemüse sollten in derselben Vegetationsperiode nicht angebaut werden.

Wie verhält sich Elumis bezüglich der Selektivität in verschiedenen Maissorten?

Elumis weist eine hervorragende Kulturverträglichkeit in fast allen gängigen Silo- und Körnermaissorten auf, da Mais die Wirkstoffe schnell metabolisiert und abbaut. Bei extremen Stressbedingungen für die Kultur (z. B. Staunässe, starke Temperaturschwankungen oder Frost direkt vor oder nach der Spritzung) kann es vorübergehend zu leichten Aufhellungen kommen, die sich jedoch rasch und ohne Ertragsbeeinflussung wieder verwachsen.