EVEA
EVEA ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Winterraps (BRSNW). Als Formulierung mit dem bewährten Wirkstoff Clomazone (360 g/l) bietet das Präparat eine zuverlässige Basis für die Unkrautkontrolle im frühen Entwicklungsstadium der Kulturen.
Die Anwendung erfolgt typischerweise im Vorauflaufverfahren (BBCH 00 bis 07), um auflaufende Unkräuter direkt in der empfindlichen Keimphase zu erfassen. Durch seine spezifische Formulierung zeichnet sich EVEA durch eine gute Bodenhaftung und eine langanhaltende Depotwirkung aus, was einen sauberen Start der Kulturen sichert und den frühen Konkurrenzdruck durch unerwünschte Begleitflora minimiert.
Dank der gezielten Wirkung gegen ein breites Spektrum zweikeimblättriger Schaderreger hat sich das Produkt als fester Baustein in modernen Herbizidstrategien etabliert. Es schützt das Ertragspotenzial der Kulturen von Beginn an und erleichtert die nachfolgende Bestandesführung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in EVEA enthaltene Wirkstoff Clomazone gehört zur HRAC-Gruppe 13 (Inhibitoren der Desoxy-D-xylulose-5-phosphat-Synthase). Nach der Aufnahme über die Wurzeln und den Hypokotylbereich der keimenden Unkräuter wird der Wirkstoff akropetal über das Xylem in die Blätter transportiert. Durch die Blockade der Carotinoidsynthese fehlt den Pflanzen der notwendige Schutz für das Chlorophyll gegen Photooxidation. Dies führt zu den charakteristischen Bleichsymptomen (Albinismus) an den betroffenen Schaderregern, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Unkrautkeimlinge innerhalb weniger Tage nach dem Auflaufen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern nachhaltig vorzubeugen, sollte EVEA stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Bodenherbiziden mit anderen Wirkmechanismen im Vorauflauf oder Nachauflauf) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und eine sorgfältige mechanische Bodenbearbeitung.
Mischbarkeit & Tankmischung
EVEA ist in der Praxis gut mit anderen zugelassenen Vorauflaufherbiziden mischbar, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen schwer bekämpfbare Unkräuter oder Ungräser abzurunden. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) und eine gleichmäßige Benetzung des feinkrümeligen, feuchten Saatbettes zu achten. Vor der großflächigen Anwendung wird empfohlen, eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchzuführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt zu beachten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von EVEA sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Da Clomazone-haltige Produkte unter bestimmten Bedingungen zur Abdrift und anschließenden Aufhellung von Nachbarkulturen oder Nichtzielpflanzen neigen können, ist die Verwendung abdriftmindernder Düsen und die Einhaltung der vorgeschriebenen Windgeschwindigkeiten und Temperaturen bei der Applikation zwingend erforderlich. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–7 | 0.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–5 | 0.33 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit bei der Anwendung von EVEA so entscheidend?
Clomazone ist ein bodenwirksamer Wirkstoff, der von den keimenden Unkräutern primär über die Wurzeln und das Hypokotyl aufgenommen wird. Ein feuchter Boden aktiviert den Wirkstofffilm in der obersten Bodenschicht und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung, was die Entzugswirkung auf die Schaderreger maximiert.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Applikation in Kartoffeln und Raps?
Die Zulassung erstreckt sich streng auf die BBCH-Stadien 00 bis 07. Das bedeutet, dass die Behandlung unbedingt vor dem Durchstoßen der Erdoberfläche durch die Kultur (Vorauflauf) abgeschlossen sein muss. Eine verspätete Anwendung nach dem Auflaufen kann zu vorübergehenden Chlorosen (Aufhellungen) an den Kulturpflanzen führen.
Wie kann das Risiko von Abdriftschäden auf Nachbarkulturen minimiert werden?
Neben der Nutzung von Düsen mit mindestens 90 % Abdriftminderung sollte die Ausbringung bei Windgeschwindigkeiten unter 3 m/s und Temperaturen unter 20 °C erfolgen. Zudem ist eine moderate Fahrgeschwindigkeit einzuhalten, um Verwirbelungen zu vermeiden, da Clomazone-Formulierungen bei unsachgemäßer Applikation zu Aufhellungen an Nichtzielpflanzen führen können.
Kann nach einem vorzeitigen Umbruch der Kultur im Frühjahr jede Folgekultur angebaut werden?
Nein, bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur (z. B. durch Auswinterung im Raps) sind spezifische Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben einzuhalten. Vor dem Nachbau von empfindlichen Folgekulturen wie Getreide, Rüben oder Sommerungen ist in der Regel eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflug) zwingend erforderlich, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.
Welche Unkräuter werden durch den Wirkstoff Clomazone besonders gut erfasst?
Clomazone besitzt eine herausragende Stärke gegen Klettenlabkraut, Vogelmiere, Hirtentäschelkraut und verschiedene Taubnessel-Arten. Gegen einige Korbblütler oder tiefkeimende Unkräuter empfiehlt sich die Kombination mit einem passenden Mischpartner im Rahmen der Zulassung.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese Kulturen?
Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach den Kultur-Codes 'SOLTU' (Kartoffel) oder 'BRSNW' (Winterraps) zu filtern. Sie können die Suche weiter verfeinern, indem Sie nach Wirkstoffklassen oder spezifischen Schaderregern filtern, um alternative Lösungen für Ihr Resistenzmanagement zu vergleichen.