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EXACTRIS

BVL Zul.-Nr. 00A620-00

EXACTRIS ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten in wichtigen Ackerbaukulturen wie Winterweichweizen, Hartweizen und Winterraps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l), formuliert als modernes Emulsionskonzentrat, bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig in kritischen Wachstumsphasen und sichert so Ertrag und Qualität.

Im Getreidebau liegt der Schwerpunkt der Anwendung auf der Bekämpfung von ertragsmindernden Blatt- und Ährenkrankheiten wie Septoria-Arten, Braunrost und Fusarium-Arten. Im Winterraps zeigt EXACTRIS eine hervorragende Wirkung gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit), eine der ertragsschädigendsten Krankheiten in dieser Kultur. Dank seiner systemischen Verteilung in der Kultur werden auch Neuzuwächse nach der Applikation effektiv geschützt.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb des FRAC-Codes der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) zugeordnet. Er greift gezielt in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein der Pilzzellmembran. Durch die Hemmung der C14-Demethylase wird der Aufbau funktionsfähiger Zellmembranen des Schaderregers blockiert, was letztlich zum Wachstumsstopp und Absterben des Pilzmyzels führt. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in den Blättern. Diese systemische Mobilität gewährleistet eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung innerhalb der behandelten Pflanzenteile und bietet einen langanhaltenden Schutz vor einer Neuinfektion, während bereits etablierte Infektionen im frühen Stadium kurativ gestoppt werden.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte EXACTRIS stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkungsklassen (wie SDHI oder Strobilurinen) in der Spritzfolge. Zudem wird empfohlen, die registrierten Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um eine Selektion weniger sensitiver Schaderreger-Stämme zu verhindern, und Behandlungen bevorzugt präventiv durchzuführen.

Mischbarkeit & Tankmischung

EXACTRIS zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die jeweiligen Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt eingehalten werden. Für eine optimale Benetzung der Kultur und eine schnelle Wirkstoffaufnahme sollte die Spritzbrühe mit ausreichend Wasser ausgebracht werden, wobei extreme pH-Werte des Wassers zu vermeiden sind. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Benetzung verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit EXACTRIS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Prothioconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch während des Bienenflugs in blühenden Beständen durchgeführt werden können, sofern keine Mischungen mit bienengefährlichen Partnern vorliegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenFusarium-Arten39–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenBraunrost (Puccinia recondita)31–490.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterhartweizenFusarium-Arten39–650.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenBraunrost (Puccinia recondita)31–490.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum60–690.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterhartweizenSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–490.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterweichweizenSeptoria-Arten (Septoria spp.)31–490.8 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia in Winterraps mit EXACTRIS?

Die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) erfolgt idealerweise präventiv während der Hauptblüte des Rapses (BBCH 63 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine Applikation in dieser Phase schützt die Kultur optimal vor dem Eindringen des Erregers.

Wie unterstützt EXACTRIS das Mykotoxin-Management im Weizen?

Eine Infektion mit Fusarium-Arten während der Weizenblüte führt nicht nur zu Ertragsverlusten, sondern auch zur Bildung gesundheitsschädlicher Mykotoxine (wie DON). Eine gezielte Behandlung mit EXACTRIS während der Blütezeit (BBCH 61 bis 65) reduziert den Befall signifikant und trägt entscheidend dazu bei, die gesetzlichen Grenzwerte für Mykotoxine im Erntegut sicher einzuhalten.

Kann EXACTRIS auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol besitzt eine gute Temperaturstabilität und ist bereits ab Temperaturen von ca. 5 bis 8 °C voll wirksam, sofern die Kulturen aktiv assimilieren. Dies ermöglicht einen frühen Einsatz im Frühjahr (ab BBCH 31) zur Bekämpfung von frühen Septoria-Infektionen.

Welche Rolle spielt die systemische Wirkung von EXACTRIS bei raschem Kulturwachstum?

Dank der systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Aufnahme akropetal in den Blättern. Bei schnellem Massenwachstum im Frühjahr sorgt dies dafür, dass auch neu zuwachsende Blattteile für einen gewissen Zeitraum geschützt sind, was das Zeitfenster für Folgebehandlungen flexibler gestaltet.

Wie lässt sich EXACTRIS optimal in eine Anti-Resistenz-Strategie im Getreide integrieren?

Da EXACTRIS zur FRAC-Gruppe 3 gehört, sollte es in einer Spritzfolge mit Wirkstoffen anderer Wirkmechanismen abgewechselt werden. Typischerweise empfiehlt sich eine Kombination oder der Wechsel mit SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11), um eine einseitige Selektion resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Was muss bei der Anwendung von EXACTRIS in Wasserschutzgebieten beachtet werden?

Beim Einsatz in Wasserschutzgebieten sind die spezifischen regionalen Auflagen und Anwendungsverbote zu prüfen. Da Prothioconazol-Abbauprodukte mobil im Boden sein können, sind oft strenge Abstandsauflagen zu Gewässern und ggf. Einschränkungen auf dränierten Flächen einzuhalten, um den Eintrag in das Grundwasser zu verhindern.