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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

Exirel

BVL Zul.-Nr. 00A670-00

Exirel ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von beißenden und saugenden Schaderregern im Obst- und Weinbau. Formuliert als moderne Öldispersion (OD), gewährleistet das Produkt eine hervorragende Haftung auf den Blattoberflächen sowie eine schnelle Penetration in das Pflanzengewebe. Dies macht es besonders regenfest und sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung in anspruchsvollen Kulturen.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Kulturen wie Kernobst (Apfel, Birne, Quitte, Mispel), Steinobst (Süß- und Sauerkirsche, Pflaume) sowie die Weinrebe. Exirel bietet Obst- und Weinbauern eine zuverlässige Lösung gegen wirtschaftlich verheerende Schädlinge, die herkömmliche Bekämpfungsstrategien oft vor große Herausforderungen stellen.

Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), die Kirschfruchtfliege sowie verschiedene Wicklerarten (wie den Pflaumenwickler und Fruchtschalenwickler) und Rebenzikaden. Dank seines modernen Wirkmechanismus schützt Exirel die Kulturen in den sensiblen BBCH-Stadien der Fruchtentwicklung und Fruchtreife, wodurch die Vermarktungsfähigkeit der Ernte gesichert wird.

Wirkstoffe

Cyantraniliprole
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Exirel enthaltene Wirkstoff Cyantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) eingestuft. Er greift gezielt in den Calcium-Haushalt der Muskelzellen der Schaderreger ein. Durch die Aktivierung der Ryanodin-Rezeptoren kommt es zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern der Muskelzellen. Dieser biochemische Prozess führt bei den betroffenen Insekten zu einer sofortigen Muskelkontraktion, gefolgt von einer Lähmung. Die Schaderreger stellen unmittelbar nach der Aufnahme des Wirkstoffs (sei es durch Fraß oder Kontakt) die Nahrungsaufnahme ein und sterben innerhalb weniger Tage ab. Diese schnelle Wirkung minimiert die Schäden an den Kulturen sofort nach der Behandlung.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzen darf Exirel nur im Rahmen einer strikten Wirkstoffrotation eingesetzt werden. Es ist darauf zu achten, dass nachfolgende Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln durchgeführt werden, die nicht der IRAC-Gruppe 28 angehören. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison und Kultur gemäß der BVL-Zulassung muss zwingend eingehalten werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Exirel ist im Allgemeinen gut kompatibel mit gängigen Fungiziden und Blattdüngern, die im professionellen Obst- und Weinbau etabliert sind. Bei Mischungen mit formulierten Ölen oder bestimmten Netzmitteln sollte vorab eine Kleinstmengenmischung (Kübeltest) durchgeführt werden, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Extrem alkalische Spritzbrühen sind zu vermeiden, da sie den Wirkstoff vorzeitig abbauen können. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge sichert die optimale Verteilung im Bestand.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Exirel sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) für den Anwender strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtziel-Arthropoden sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (wie ländliche Hecken) genau zu beachten. Um Risiken für Bestäuber zu minimieren, sollte die Applikation außerhalb des täglichen Bienenflugs erfolgen, insbesondere wenn blühende Unterkulturen oder Unkräuter in den Fahrgassen vorhanden sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SüßkirscheWickler (Tortricidae), Geometridae71–870.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
SauerkirscheWickler (Tortricidae), Geometridae71–870.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
BirneWickler (Tortricidae), Geometridae71–870.3 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
MispelWickler (Tortricidae), Geometridae71–870.3 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
QuitteWickler (Tortricidae), Geometridae71–870.3 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
WeinrebeRebenzikade0.75 LITER_PER_HECTARE14T
SauerkirscheKirschessigfliege (Drosophila suzukii), Kirschfruchtfliege79–870.3 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
WeinrebeRebenzikade, Kirschessigfliege (Drosophila suzukii)71–850.5 LITER_PER_HECTARE10T
PflaumePflaumenwickler, Geometridae, Fruchtschalenwickler71–870.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
SüßkirscheKirschessigfliege (Drosophila suzukii), Kirschfruchtfliege79–870.3 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
WeinrebeWickler (Tortricidae)55–850.75 LITER_PER_HECTARE10T
ApfelWickler (Tortricidae), Geometridae71–870.3 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Exirel gegen die Kirschessigfliege?

Die Behandlung sollte einsetzen, sobald die Früchte der Kulturen die erste sortentypische Färbung annehmen (Beginn der Reife) und ein aktiver Zuflug des Schaderregers durch Monitoring nachgewiesen wurde. Da die Kirschessigfliege bevorzugt reifende Früchte attackiert, schützt die Anwendung in dieser kritischen Phase vor der Eiablage.

Wie trägt die schnelle Wirkung von Exirel zur Reduzierung von Ernteschäden bei?

Nach der Aufnahme des Wirkstoffs Cyantraniliprole setzt bei den Schaderregern ein nahezu sofortiger Fraß- und Einstichstopp ein. Selbst wenn die Schädlinge noch kurze Zeit auf der Kultur verbleiben, richten sie keinen wirtschaftlichen Schaden mehr an den Früchten oder Blättern an, was die Erntequalität sichert.

Warum ist die Wahl der Wassermenge bei der Applikation von Exirel so entscheidend?

Viele Zielschädlinge, wie der Pflaumenwickler oder die Kirschessigfliege, halten sich bevorzugt im Inneren der dichten Laubwand auf. Eine ausreichend hohe Wassermenge und eine präzise Düseneinstellung garantieren eine lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile, was für die fraß- und kontaktwirksame Aufnahme des Mittels essenziell ist.

Welche Rolle spielt Exirel im integrierten Pflanzenschutz bezüglich Nützlingen?

Cyantraniliprole zeichnet sich durch eine selektive Wirkung aus. Während es die Zielschädlinge effektiv erfasst, werden viele relevante Nützlinge wie Raubmilben bei sachgerechter Anwendung geschont. Dies unterstützt die biologische Balance in den Kulturen und passt ideal in moderne IPM-Programme.

Wie lässt sich Exirel am besten in ein Antiresistenzmanagement integrieren?

Da Exirel zur IRAC-Gruppe 28 gehört, sollte es innerhalb einer Saison nur im Rahmen einer klaren Spritzfolge eingesetzt werden. Nach einer Behandlung oder einem Block von Anwendungen müssen Pflanzenschutzmittel mit anderen Wirkmechanismen (andere IRAC-Klassen) folgen, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Kann Exirel auch bei hohen Sommertemperaturen appliziert werden?

Um Verdunstungsverluste zu minimieren und eine optimale Wirkstoffaufnahme durch die Kulturen zu gewährleisten, sollten Behandlungen an heißen Sommertagen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Dies schont zudem die Nutzinsekten und optimiert die Benetzung.