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OTHER · Gowan Crop Protection Limited

Fantic F

BVL Zul.-Nr. 026260-00

Fantic F ist ein hochwirksames, kombiniertes Fungizid, das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Als bewährte Lösung im Portfolio von Gowan vereint das Produkt zwei komplementäre Wirkstoffe in einer modernen Formulierung, um sowohl vorbeugenden Schutz als auch kurative Effekte in kritischen Wachstumsphasen der Reben zu gewährleisten.

Die Kombination aus dem systemischen Wirkstoff Benalaxyl-M und dem bewährten Kontaktfungizid Folpet bietet einen lückenlosen Schutz für Blätter und Gescheine. Während Folpet eine schützende Barriere auf der Pflanzenoberfläche bildet und die Keimung der Sporen verhindert, dringt Benalaxyl-M rasch in das Pflanzengewebe ein und schützt auch den Neuzuwachs von innen heraus. Dies macht Fantic F zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck und schnellem Triebwachstum.

Wirkstoffe

Benalaxyl-M
37.5 g/kg · Wirkstoff
Folpet
480 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von Fantic F basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Benalaxyl-M gehört zur Gruppe der Phenylamide (FRAC-Gruppe 4). Es greift gezielt in die RNA-Synthese des Erregers ein, indem es die RNA-Polymerase I hemmt. Dadurch wird das Myzelwachstum des Pilzes im Inneren der Kultur effektiv gestoppt. Dank seiner systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff akropetal in der Kultur und schützt somit auch neu gebildete Pflanzenteile nach der Behandlung. Folpet hingegen fungiert als klassischer Multi-Site-Inhibitor (FRAC-Gruppe M04). Es greift an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel des Pilzes an, unter anderem durch die Interaktion mit Thiol-Gruppen von Proteinen, was die Zellatmung und Sporenkeimung blockiert. Durch diesen unspezifischen, multisitiven Ansatz ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Folpet äußerst gering, was die Wirkstoffkombination zu einem exzellenten Werkzeug für den nachhaltigen Pflanzenschutz macht.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere gegenüber dem systemischen Phenylamid-Anteil (Benalaxyl-M), wirksam vorzubeugen, sollte Fantic F stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge eingesetzt werden. Der integrierte Kombinationspartner Folpet mindert dieses Risiko bereits erheblich. Dennoch ist es ratsam, die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Richtlinien des FRAC zu begrenzen und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einzusetzen. Ein präventiver Einsatz vor den ersten sichtbaren Symptomen optimiert zudem die Antiresistenzstrategie.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fantic F zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Weinbaufungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte die Spritzbrühe stets zügig ausgebracht und ein Stehenlassen über längere Zeit vermieden werden. Bei Mischungen mit flüssigen Formulierungen oder schwefelhaltigen Produkten empfiehlt es sich, vorab eine Verträglichkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Zudem ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der gesamten Laubwand zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Fantic F sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzmaßnahmen, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung, Schutzhandschuhen und Augenschutz während der Anmischung und Applikation, strikt einzuhalten. Da Folpet als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die entsprechenden Abdriftminderungsklassen penibel beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Fantic F im Weinbau?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt präventiv in den Phasen des stärksten Triebwachstums und der höchsten Infektionsgefahr für den Falschen Mehltau, typischerweise ab der Vorblüte (BBCH 55) bis zum Traubenschluss (BBCH 75–77). Durch die systemische Komponente wird der rasche Zuwachs optimal geschützt.

Wie wirkt sich Regen kurz nach der Applikation auf die Effizienz von Fantic F aus?

Dank der schnellen Penetration des systemischen Wirkstoffs Benalaxyl-M in das Pflanzengewebe ist das Produkt bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen regenfest. Der Kontaktwirkstoff Folpet haftet zudem sehr gut auf der Wachsschicht der Blätter, sodass mäßige Niederschläge die Schutzwirkung nicht sofort beeinträchtigen.

Kann Fantic F auch kurativ eingesetzt werden, wenn bereits Symptome von Peronospora sichtbar sind?

Obwohl Benalaxyl-M eine gewisse kurative Aktivität in der frühen Phase der Infektion besitzt, sollte Fantic F primär präventiv eingesetzt werden. Bei starkem, sichtbarem Befall (Ölflecken) empfiehlt sich der Einsatz von speziellen kurativen beziehungsweise stoppenden Mitteln, um den Infektionsdruck schnell einzudämmen.

Warum ist die Kombination aus Benalaxyl-M und Folpet so wertvoll für das Resistenzmanagement?

Benalaxyl-M ist ein Einort-Wirkstoff (Single-Site) mit systemischer Wirkung, bei dem ein theoretisches Resistenzrisiko besteht. Folpet ist ein Multi-Site-Wirkstoff, der an vielen Stellen im Pilzstoffwechsel gleichzeitig ansetzt. Die Kombination verhindert effektiv, dass resistente Mutanten des Falschen Mehltaus überleben, und sichert die langfristige Wirksamkeit.

Welche Rolle spielt die Wartezeit von 42 Tagen bei Fantic F für die Weinbereitung?

Die strikte Einhaltung der Wartezeit von 42 Tagen stellt sicher, dass keine unzulässigen Rückstände auf den Trauben verbleiben. Zudem wird dadurch ausgeschlossen, dass Wirkstoffrückstände die spätere Gärung im Keller negativ beeinflussen oder sensorische Abweichungen im Wein verursachen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Falschen Mehltau?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie die Kultur 'Weinrebe' (VITVI) und den Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)' aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner anzuzeigen.