FBR-A
FBR-A ist ein hochkonzentriertes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Mit dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (726 g/l) bietet dieses flüssige Präparat Weinbaubetrieben eine hocheffiziente und flexible Lösung, um Ertrag und Traubenqualität in kritischen Infektionsphasen abzusichern. Dank seiner hervorragenden systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur verteilt.
Als moderner Wirkstoff zeichnet sich Kaliumphosphonat durch einen dualen Ansatz aus. Es schützt nicht nur den vorhandenen Zuwachs, sondern stärkt auch den Neuzuwachs der Reben zwischen den Behandlungen. FBR-A ist als flüssiges Konzentrat formuliert, was eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und hervorragende Mischbarkeit im Tank ermöglicht. Es ist ein unverzichtbarer Baustein in integrierten Spritzprogrammen, insbesondere in Phasen schnellen Wachstums und hoher Infektionsgefahr.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen einzigartigen, dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt fungizid, indem er das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Oomyceten Plasmopara viticola hemmt. Andererseits fungiert er als starker Induktor der pflanzeneigenen Abwehrkräfte (Elizitor). Nach der Aufnahme signalisiert der Wirkstoff der Kultur eine vermeintliche Infektion, woraufhin die Rebe verstärkt Phytoalexine und abwehrrelevante Proteine bildet sowie die Zellwände durch Ligninisierung stärkt. Diese Kombination aus direkter Erregerhemmung und der Aktivierung des natürlichen Immunsystems der Kultur macht FBR-A besonders widerstandsfähig gegen Abwaschung durch Niederschläge. Da der Wirkstoff vollständig systemisch ist, werden auch nach der Anwendung neu gebildete Blätter und Gescheine effektiv von innen heraus geschützt.
Resistenzmanagement
Aufgrund des multisite-ähnlichen Charakters der induzierten Pflanzenabwehr und der Einstufung in die FRAC-Gruppe P07 ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Plasmopara viticola gegenüber Kaliumphosphonat als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte FBR-A stets im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den blockweisen oder abwechselnden Einsatz mit Pflanzenschutzmitteln anderer Wirkstoffklassen sowie die strikte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und maximalen Behandlungsanzahlen pro Saison.
Mischbarkeit & Tankmischung
FBR-A weist eine hervorragende physikalische und chemische Kompatibilität mit den meisten gängigen Weinbaufungiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei Mischungen mit sauren Produkten oder bestimmten Kupferpräparaten ist jedoch Vorsicht geboten, da extreme pH-Werte im Spritztank die Pflanzenverträglichkeit beeinflussen können. Es wird empfohlen, stets einen pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 6,0 bis 7,0) anzustreben und vor großflächigen Anwendungen eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit FBR-A ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzbrille bei der Ansetzung der Spritzbrühe, konsequent zu tragen. Der Wirkstoff Kaliumphosphonat gilt als umweltschonend und weist ein günstiges ökotoxikologisches Profil auf. Er ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Anwendungen auch während der Blütezeit und auf blühenden Unterkulturen möglich sind. Dennoch sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um einen unbeabsichtigten Eintrag durch Abdrift zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 15–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von FBR-A im Weinbau?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt protektiv vor den ersten Infektionsbedingungen, typischerweise ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet) bis hin zur späten Phase vor der Ernte (unter Beachtung der 14-tägigen Wartezeit). Besonders effektiv ist der Einsatz in den Phasen des schnellen vegetativen Wachstums vor und nach der Blüte, da der systemische Wirkstoff den Neuzuwachs optimal mitschützt.
Wie unterstützt FBR-A das Resistenzmanagement bei der Bekämpfung des Falschen Mehltaus?
Da Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) die natürlichen Abwehrmechanismen der Rebe stimuliert und gleichzeitig direkt auf den Schaderreger wirkt, ist das Resistenzrisiko minimal. Es eignet sich hervorragend als Mischungs- oder Kombinationspartner für gefährdete Wirkstoffgruppen, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und den Selektionsdruck zu mindern.
Kann FBR-A bei Regen oder feuchter Witterung angewendet werden?
Die Anwendung sollte auf trockene Bestände erfolgen, um eine optimale Aufnahme zu gewährleisten. Nach dem Antrocknen des Spritzbelags (ca. 1 bis 2 Stunden) ist der Wirkstoff aufgrund seiner schnellen systemischen Penetration extrem regenfest und kann nicht mehr abgewaschen werden, was bei wechselhafter Witterung ein großer Vorteil ist.
Gibt es Einschränkungen bei der Mischung von FBR-A mit Kupferpräparaten?
Ja, bei Tankmischungen mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln kann es unter bestimmten Bedingungen (insbesondere bei sehr niedrigem pH-Wert der Spritzbrühe) zu einer erhöhten Freisetzung von Kupferionen kommen, was das Risiko von Phytotoxizität (Blattverbrennungen) erhöht. Ein stabiler pH-Wert im neutralen Bereich ist hierbei einzuhalten.
Wie wirkt sich FBR-A auf Nützlinge und Bienen im Weinberg aus?
FBR-A ist als nicht bienengefährlich (B4) klassifiziert und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, die im integrierten Weinbau eine zentrale Rolle bei der Spinnmilbenregulierung spielen. Es fügt sich daher perfekt in umweltschonende Anbaustrategien ein.
Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Falschen Mehltau?
Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, wählen Sie die Kultur 'Weinrebe' (VITVI) und filtern Sie nach dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)'. Dort erhalten Sie eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner.