Alle Mittel
Sonstige · Fitosanitarios Bajo Riesgo AIE

FBR-C

BVL Zul.-Nr. 008632-00

FBR-C ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Mit seinem hochkonzentrierten Wirkstoff Kaliumphosphonat (726 g/l) bietet das Produkt eine hervorragende systemische Wirkung, die sowohl direkt auf den Schaderreger wirkt als auch die natürlichen Abwehrmerkmale der Rebe aktiviert. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine gleichmäßige Verteilung auf den Blättern und Gescheinen der Kultur.

Als moderner Baustein im integrierten Weinbau zeichnet sich FBR-C durch seine hohe Flexibilität aus. Es schützt den Neuzuwachs der Reben lückenlos, da der Wirkstoff in der Kultur vollsystemisch transportiert wird – also sowohl akropetal als auch basipetal. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Partner in Phasen des schnellen Triebwachstums und sorgt für gesunde Trauben bis zur Ernte.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits hemmt er direkt das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Erregers des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola). Andererseits fungiert er als sogenannter Elizitor: Er signalisiert der Kultur eine Scheininfektion, woraufhin die Rebe eigene Abwehrstoffe wie Phytoalexine bildet und ihre Zellwände verstärkt, um das Eindringen des Pilzes zu blockieren. Durch die vollsystemische Verteilung im Saftstrom der Kultur werden auch nach der Anwendung neu zuwachsende Blätter und Gescheine effektiv geschützt. Da es sich um eine Kombination aus direkter Pilzhemmung und indirekter Aktivierung der pflanzlichen Selbstverteidigung handelt, ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung im Vergleich zu rein ortsspezifischen Fungiziden als äußerst gering einzustufen.

Resistenzmanagement

Obwohl Kaliumphosphonat aufgrund seines multisite-ähnlichen, die Pflanzenabwehr stimulierenden Wirkungsmechanismus ein sehr geringes Resistenzrisiko aufweist, solltest du im Sinne eines nachhaltigen Resistenzmanagements FBR-C stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen. Die Kombination oder der Blockeinsatz mit Kontaktfungiziden oder organischen Mehltaupräparaten sichert die langfristige Wirksamkeit aller beteiligten Wirkstoffe und verhindert die Selektion resistenter Stämme von Plasmopara viticola.

Mischbarkeit & Tankmischung

FBR-C ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern im Weinbau mischbar. Bei Mischungen mit stark sauren Produkten oder bestimmten Kupferpräparaten solltest du jedoch vorsichtig sein, da sich der pH-Wert der Spritzbrühe verändern und dies die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen kann. Führe vor der großflächigen Anwendung im Zweifel immer eine physikalische Mischprobe durch. Achte zudem auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine vollständige und gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FBR-C steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; trage daher stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten des aktiven Bienenflugs spritzen – weiche bevorzugt auf die Abendstunden aus. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–891 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit FBR-C im Weinberg?

Du solltest mit den Behandlungen vorbeugend starten, sobald die Infektionsbedingungen für den Falschen Mehltau gegeben sind und deine Reben das BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet) erreicht haben. Ein frühzeitiger Einsatz stärkt die Kultur von Anfang an und verhindert, dass sich der Schaderreger im Weinberg etabliert.

Warum ist die systemische Wirkung von FBR-C bei starkem Triebwachstum so vorteilhaft?

Da sich der Wirkstoff Kaliumphosphonat vollsystemisch in der Kultur verteilt, wandert er aktiv mit dem Saftstrom sowohl nach oben als auch nach unten in neu wachsende Blätter und Triebe. Dadurch bleibt dein Weinberg auch in Phasen des schnellen Massenzuwachses lückenlos geschützt, ohne dass du sofort nach jedem neuen Blattpaar eine erneute Behandlung durchführen musst.

Kann ich FBR-C auch noch kurz vor der Weinlese anwenden?

Ja, eine Anwendung ist bis zum BBCH-Stadium 89 (Beerenbehang reif für die Lese) zulässig. Du musst jedoch unbedingt die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 14 Tagen einhalten, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden und eine reibungslose Weiterverarbeitung der Trauben im Keller zu garantieren.

Wie integriere ich FBR-C am besten in meine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?

Nutze FBR-C am besten im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge im Wechsel mit Kontaktfungiziden oder organischen Fungiziden mit anderen Wirkmechanismen. Obwohl das Resistenzrisiko von Kaliumphosphonat aufgrund der pflanzenstärkenden Wirkung als gering eingestuft wird, unterbricht dieser Wirkstoffwechsel den Selektionsdruck auf Plasmopara viticola effektiv.

Was muss ich bei der Mischung von FBR-C mit Kupferpräparaten beachten?

Obwohl Mischungen in der Praxis häufig durchgeführt werden, kann die Kombination von Kaliumphosphonat mit bestimmten Kupferformulierungen unter ungünstigen Witterungsbedingungen (wie langsamer Abtrocknung) zu Blattschäden führen. Führe im Zweifel immer eine kleine Mischprobe durch oder teste die Verträglichkeit vorab an einzelnen Reben deiner Kultur.