FLASH 500 SC
FLASH 500 SC ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat - SC) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen und Wintergerste. Als bewährter Boden- und Blattwirkstoff bietet das Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Grundlage für die Unkrautkontrolle im Herbst, um den jungen Kulturen einen unkrautfreien Start und eine optimale Bestandsentwicklung vor dem Winter zu ermöglichen.
Die Formulierung als Suspensionskonzentrat zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilbarkeit im Spritztank und eine gleichmäßige Benetzung der Bodenoberfläche aus. FLASH 500 SC erfasst ein breites Spektrum an typischen herbstkeimenden Unkräutern, darunter auch wirtschaftlich bedeutende Arten wie den Ehrenpreis (Veronica spp.) und das Stiefmütterchen (Viola spp.), die in vielen Fruchtfolgen zunehmend Probleme bereiten.
Durch die flexible Anwendung im Vorauflauf bis hin zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 21) lässt sich das Mittel hervorragend in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Es bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger bereits beim Durchstoßen der Bodenkrume zuverlässig erfasst.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (ehemals F1) und wirkt als Hemmstoff der Phytoen-Desaturase (PDS). Dieser biochemische Prozess ist essenziell für die Biosynthese von Carotinoiden in den Pflanzen. Da Carotinoide die Aufgabe haben, das Chlorophyll vor der Zerstörung durch photooxidative Prozesse (Sonnenlicht) zu schützen, führt der Mangel an diesen Pigmenten zu einem raschen Abbau des Chlorophylls. Sichtbares Symptom dieser Wirkung ist ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkräuter, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Keimlinge innerhalb weniger Wochen. Diflufenican wird primär über die Wurzeln und die Hypokotyle auflaufender Unkräuter aufgenommen, besitzt aber auch eine ausgeprägte Kontaktwirkung über das Blatt bei bereits aufgelaufenen Schaderregern.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, sollte FLASH 500 SC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Diflufenican einen spezifischen Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe 12) besitzt, ist der Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen dringend zu empfehlen. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz desselben Wirkstoffs auf derselben Fläche muss vermieden werden, um die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Unkrautarten, zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
FLASH 500 SC weist eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine lückenlose Bodenabdeckung zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch unter extrem trockenen Bedingungen die Bodenhaftung optimieren. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen und die Mischung stets unter ständigem Rühren zügig auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit FLASH 500 SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Diflufenican als persistent im Boden gilt und ein Gefährdungspotenzial für aquatische Organismen aufweist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) penibel beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.28 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–21 | 0.28 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–21 | 0.28 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 0.28 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von FLASH 500 SC im Herbst?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn das Pflanzenschutzmittel im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 21) appliziert wird. Zu diesem Zeitpunkt sind die Unkräuter noch extrem empfindlich, und der Wirkstoff kann einen optimalen Herbizidfilm auf der feuchten Bodenoberfläche bilden.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von FLASH 500 SC?
Da Diflufenican primär über den Boden und die Wurzeln auflaufender Unkräuter aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für eine hohe Wirksamkeit. Auf extrem ausgetrockneten Böden kann die Wirkung verzögert eintreffen.
Kann FLASH 500 SC auch im Frühjahr eingesetzt werden?
Nein, die Zulassung für FLASH 500 SC in den Kulturen Winterweichweizen und Wintergerste beschränkt sich auf die herbstliche Anwendung im BBCH-Bereich von 00 bis 21. Eine Anwendung im Frühjahr entspricht nicht den registrierten Vorgaben und kann zu Schäden an der Kultur führen.
Welche Anforderungen werden an das Saatbett bei einer Vorauflaufbehandlung gestellt?
Für eine optimale Wirkung muss das Saatbett feinkrümelig, gut abgesetzt und frei von groben Klumpen oder organischen Rückständen (wie Strohmatten) sein. Nur so kann sich der Wirkstofffilm gleichmäßig auf der Bodenoberfläche verteilen und verhindern, dass Unkräuter unbehandelte Lücken durchbrechen.
Wie verhält sich FLASH 500 SC bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?
Nach dem regulären Einsatz von FLASH 500 SC im Herbst können im folgenden Frühjahr nach normaler Bodenbearbeitung alle üblichen Ackerkulturen angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur ist eine tiefe wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffkonzentrationen im Oberboden zu verdünnen.