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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

FLOVINE

BVL Zul.-Nr. 024459-60

FLOVINE ist ein hochwirksames, kontaktaktives Fungizid von ADAMA Deutschland GmbH, das speziell für den professionellen Schutz im Wein- und Hopfenbau entwickelt wurde. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, basiert dieses Pflanzenschutzmittel auf dem bewährten Wirkstoff Folpet (800 g/kg). Es dient der vorbeugenden Bekämpfung wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten und sichert die Ertrags- und Qualitätsleistung der Kulturen unter anspruchsvollen Bedingungen.

Im Weinbau deckt FLOVINE ein breites Spektrum ab, das von der frühen Saisonphase bis zur späten Traubenentwicklung reicht. Es schützt die Reben zuverlässig gegen den Roten Brenner (Pseudopezicula tracheiphila), die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola) sowie den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola). Auch im Hopfenbau leistet das Mittel einen entscheidenden Beitrag zur Gesunderhaltung der Dolden und des Laubs gegen den Falschen Mehltau des Hopfens (Pseudoperonospora humuli).

Durch seine hervorragende Regenbeständigkeit und die ausgeprägte Haftfähigkeit auf der Pflanzenoberfläche bildet FLOVINE einen stabilen Schutzfilm. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Basisbaustein in integrierten Pflanzenschutzstrategien, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck und wechselhaften Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Folpet
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im FRAC-Code als Multi-Site-Inhibitor (Gruppe M04) klassifiziert. Folpet greift an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Schadpilze an, indem es die Zellatmung stört, die Thiol-Gruppen von Enzymen blockiert und die Zellteilung sowie das Sporenwachstum unterbindet. Da dieser Angriff zeitgleich an mehreren biochemischen Prozessen erfolgt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Als reines Kontaktfungizid dringt FLOVINE nicht in das Gewebe der Kultur ein, sondern verbleibt als schützender Belag auf den Blättern und Früchten. Es verhindert die Keimung der Pilzsporen und das Eindringen der Keimschläuche. Für eine optimale Wirkung ist daher eine lückenlose und gleichmäßige Benetzung aller grünen Pflanzenteile vor einer potenziellen Infektion zwingend erforderlich.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC M04) ist FLOVINE ein idealer Partner für das Resistenzmanagement. Es besteht kein bekanntes Risiko für Kreuzresistenzen mit systemischen oder lokosystemischen Fungizidklassen wie Strobilurinen, Azolen oder Carboxamiden. Um die Wirksamkeit gefährdeter Wirkstoffklassen langfristig zu sichern, sollte FLOVINE regelmäßig als Mischpartner oder im Blockwechsel eingesetzt werden, insbesondere bei hohem Infektionsdruck durch den Falschen Mehltau.

Mischbarkeit & Tankmischung

FLOVINE zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus, die im Wein- und Hopfenbau zugelassen sind. Bei Tankmischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten ölhaltigen Formulierungen ist jedoch Vorsicht geboten, da dies die Pflanzenverträglichkeit beeinträchtigen kann. Es wird empfohlen, stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu beachten und im Zweifelsfall eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Verteilung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FLOVINE sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern in den Fahrgassen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)14–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebePhomopsis viticola14–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)32–791.87 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
WeinrebePhomopsis viticola0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)14–790.4 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit FLOVINE im Weinbau?

Die erste Anwendung sollte vorbeugend (präventiv) erfolgen, sobald die Infektionsbedingungen für den Roten Brenner oder Phomopsis gegeben sind. Dies ist meist ab dem Dreiblattstadium (BBCH 14) der Fall. Gegen Falsche Mehltaupilze sollte die Behandlung kurz vor den ersten prognostizierten Infektionsereignissen im Frühjahr starten, um einen lückenlosen Schutzfilm aufzubauen.

Warum ist eine lückenlose Benetzung bei der Anwendung von FLOVINE so wichtig?

Da Folpet ein reines Kontaktfungizid ist, schützt es nur die Pflanzenteile, die direkt vom Spritzstrahl getroffen wurden. Unbehandelte Zuwächse oder Spritzschatten bieten den Sporen der Schaderreger Angriffsflächen. Eine präzise Düseneinstellung und eine angepasste Wassermenge sind daher entscheidend für den Bekämpfungserfolg.

Kann FLOVINE auch bei feuchter Witterung oder kurz vor Regen appliziert werden?

FLOVINE verfügt nach dem Antrocknen über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Dennoch sollte die Spritzbrühe vor dem Einsetzen von Niederschlägen vollständig angetrocknet sein (ca. 1 bis 2 Stunden), um ein Abwaschen des Wirkstoffs zu verhindern. Eine Applikation direkt in den einsetzenden Regen hinein ist nicht wirksam.

Wie integriere ich FLOVINE am besten in eine Strategie zur Vermeidung von Fungizidresistenzen?

Nutzen Sie FLOVINE als festen Kombinationspartner für systemische oder tiefenwirksame Fungizide. Durch den Multi-Site-Wirkungsmechanismus von Folpet werden potenzielle resistente Mutanten der Schaderreger erfasst, was die Lebensdauer der einseitig gefährdeten Systemwirkstoffe erheblich verlängert.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Festlegung der Aufwandmenge im Weinbau?

Die Aufwandmenge von FLOVINE muss an die Entwicklung der Laubwand und das jeweilige BBCH-Stadium angepasst werden. In frühen Stadien (vor der Blüte) reicht eine geringere Basisdosierung aus, während mit zunehmender Blattfläche und Traubenentwicklung bis hin zum Stadium BBCH 79 die maximale Aufwandmenge appliziert werden muss, um eine ausreichende Wirkstoffkonzentration zu gewährleisten.