Fluva 100
Fluva 100 von GLOBACHEM NV ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur selektiven Bekämpfung von Unkräutern im Mais (Zea mays). Als Suspensionskonzentrat formuliert, basiert dieses Herbizid auf dem bewährten Wirkstoff Mesotrione, der sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit und ein breites Wirkungsspektrum auszeichnet. Es wurde speziell für den Nachauflauf entwickelt, um kritische Konkurrenzphasen in der frühen Jugendentwicklung des Maises erfolgreich zu überbrücken.
Das primäre Wirkungsspektrum umfasst einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie die wirtschaftlich bedeutsame Hühnerhirse. Durch die schnelle Aufnahme über die Blätter und Wurzeln der Schaderreger bietet Fluva 100 eine flexible und zuverlässige Unkrautkontrolle. Dank seiner modernen Formulierung lässt sich das Produkt präzise dosieren und gleichmäßig im Pflanzenbestand verteilen, was die Grundlage für einen sauberen und ertragreichen Maisbestand legt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Fluva 100 enthaltene Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone und ist im HRAC-System in die Gruppe 27 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese von Plastochinon und Tocopherolen, welche wiederum für die Bildung von Carotinoiden benötigt werden. Durch die Blockade der Carotinoidsynthese fehlt den betroffenen Schaderregern der natürliche Schutz vor Photooxidation. Unter Lichteinfluss kommt es zu einer schnellen Zerstörung des Chlorophylls, was sich optisch durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der jüngsten Pflanzenteile äußert. In der Folge sterben die empfindlichen Unkräuter und Ungräser innerhalb weniger Tage vollständig ab.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen nachhaltig vorzubeugen, sollte Fluva 100 stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen, die über alternative Wirkungsmechanismen verfügen. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen in die Fruchtfolge zu integrieren und die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Fluva 100 zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern aus. Zur Absicherung des Bekämpfungserfolgs gegen schwer bekämpfbare Ungräser oder zur Verbreiterung des Wirkungsspektrums sind Tankmischungen mit Partnern auf Terbuthylazin- oder Sulfonylharnstoff-Basis in der Praxis etabliert. Bei der Zubereitung der Spritzbrühe ist auf eine ausreichende Wasserqualität und eine kontinuierliche Rührung zu achten. Vor der großflächigen Anwendung wird die Durchführung einer Mischungsprobe im Kleinen empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Fluva 100 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und driftmindernden Düsenklassen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Fluva 100 im Mais?
Der optimale Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kultur, idealerweise zwischen den BBCH-Stadien 12 und 18 (2- bis 8-Blattstadium des Maises). Zu diesem Zeitpunkt befinden sich auch die meisten zweikeimblättrigen Unkräuter und die Hühnerhirse im empfindlichen Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium, was eine maximale Wirkstoffaufnahme garantiert.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von Fluva 100 aus?
Da der Wirkstoff Mesotrione über die Blätter aufgenommen und im Licht aktiviert wird, begünstigen wüchsiges Wetter, ausreichend Sonnenstrahlung und milde Temperaturen die herbizide Wirkung. Bei extremer Trockenheit oder starkem Froststress der Kultur sollte die Behandlung verschoben werden, um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden.
Kann Fluva 100 mit Bodenherbiziden kombiniert werden?
Ja, eine Kombination mit bodenwirksamen Herbizidpartnern ist im Nachauflauf sehr sinnvoll. Während Fluva 100 die bereits aufgelaufenen Unkräuter und Hühnerhirse direkt über das Blatt bekämpft, sichert der Bodenpartner eine langanhaltende Dauerwirkung gegen nachkeimende Schaderreger ab.
Welche Symptome zeigen behandelte Unkräuter nach der Anwendung?
Typisch für den HPPD-Hemmer Mesotrione ist ein deutliches Ausbleichen (Symptom des 'Bleachings') der Triebspitzen und Blätter innerhalb weniger Tage nach der Spritzung. Die betroffenen Unkräuter stellen das Wachstum sofort ein, nekrotisieren anschließend und sterben schließlich vollständig ab.
Gibt es Einschränkungen für die Nachfolgekulturen im Rahmen der Fruchtfolge?
Nach dem regulären Anbau von Mais, der mit Fluva 100 behandelt wurde, können im Herbst in der Regel problemlos Wintergetreidearten gesät werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur oder vor dem Anbau empfindlicher Kulturen wie Rüben oder Gemüse im Folgejahr empfiehlt sich eine tiefe Bodenwendung (Pflügen), um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.
Wie verhält sich Fluva 100 bezüglich der Regenfestigkeit?
Fluva 100 ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags auf den Blättern rasch regenfest. In der Regel reicht eine niederschlagsfreie Zeit von zwei bis drei Stunden nach der Applikation aus, damit der Wirkstoff Mesotrione vollständig in die Unkräuter eindringen kann.