Alle Mittel
OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Folpan 80 WDG

BVL Zul.-Nr. 024459-00

Folpan 80 WDG ist ein hochwirksames, kontaktaktives Fungizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WDG), das eine tragende Säule im modernen Pflanzenschutz im Wein- und Hopfenbau darstellt. Mit dem bewährten Wirkstoff Folpet bietet das Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten. Durch seine hervorragende Haftfestigkeit auf der Pflanzenoberfläche bildet es einen stabilen Schutzfilm, der auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen Bestand hat.

Im Weinbau erstreckt sich das Wirkungsspektrum auf die wichtigsten Schaderreger der Rebe, darunter der Falsche Mehltau (Plasmopara viticola), der Rote Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) sowie die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola). Im Hopfenbau sichert das Mittel die Bestände effektiv gegen den Falschen Mehltau des Hopfens (Pseudoperonospora humuli) ab. Dank seiner vorbeugenden (protektiven) Wirkung verhindert es das Keimen der Pilzsporen und somit das Eindringen der Krankheitserreger in das Gewebe der Kultur.

Wirkstoffe

Folpet
800 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide (FRAC-Gruppe M04) und zeichnet sich durch einen Multi-Site-Wirkungsmechanismus aus. Er greift an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilzzelle gleichzeitig ein, indem er die Zellatmung stört, die Durchlässigkeit der Zellmembranen beeinträchtigt und wichtige Enzymfunktionen blockiert. Da diese unspezifische Hemmung an mehreren biochemischen Zielorten parallel erfolgt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Als reines Kontaktfungizid verbleibt der Wirkstoff nach der Applikation auf den behandelten Pflanzenteilen. Er muss daher vorbeugend, also vor einer Infektion, ausgebracht werden. Sobald Pilzsporen mit dem Spritzbelag in Kontakt kommen, wird deren Keimung und die Ausbildung von Infektionsstrukturen effektiv unterbunden, was die Kultur von Anfang an schützt.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M04) ist Folpan 80 WDG ein idealer Partner für das Resistenzmanagement. Es eignet sich hervorragend für den Wechsel (Rotation) oder als Mischungspartner mit systemischen oder lokosystemischen Fungiziden, die nur an einer einzigen Stelle im Pilzstoffwechsel ansetzen (Single-Site-Inhibitoren). Durch die Kombination wird das Risiko einer Resistenzbildung gegen diese gefährdeten Wirkstoffklassen drastisch minimiert und deren Wirksamkeit langfristig gesichert.

Mischbarkeit & Tankmischung

Folpan 80 WDG ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets auf die physikalische Kompatibilität und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu achten. Um eine optimale Benetzung der Kulturen zu gewährleisten, sollte auf eine ausreichende Wassermenge geachtet werden. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine hervorragende Verteilung und Regenfestigkeit optimiert ist. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten Ölen sollten vermieden werden, um Phytotoxizität auszuschließen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Folpan 80 WDG sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz beim Ansetzen der Spritzbrühe) strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlich vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Anwendung von abdriftmindernder Technik zwingend zu beachten sind. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von nützlichen Raubmilben im Weinbau, sollte das Mittel materialschonend und zielgerichtet appliziert werden; für Honigbienen ist es bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebePhomopsis viticola14–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)14–790.4 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebeRoter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila)14–610.6 KILOGRAM_PER_HECTARE56T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
WeinrebePhomopsis viticola0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE35T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)32–791.87 KILOGRAM_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Folpan 80 WDG im Weinbau?

Die erste Anwendung sollte strikt vorbeugend erfolgen, idealerweise ab dem BBCH-Stadium 14 (Entfaltung des 4. Blattes), wenn die ersten Infektionsbedingungen für die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis) oder den Roten Brenner gegeben sind. Ein frühzeitiger Schutz verhindert den frühen Aufbau von Inokulum in der Anlage.

Warum ist Folpan 80 WDG so wichtig für das Resistenzmanagement?

Da der Wirkstoff Folpet (FRAC-Gruppe M04) an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger gleichzeitig ansetzt (Multi-Site-Aktivität), können Pilze keine einfachen Resistenzen entwickeln. Der Einsatz in Spritzfolgen schützt somit auch andere, resistenzgefährdete systemische Fungizide vor Wirkungsverlusten.

Wie verhält sich das Produkt bei Niederschlägen nach der Applikation?

Folpan 80 WDG verfügt nach dem Antrocknen des Spritzbelags über eine hervorragende Regenfestigkeit. Der Wirkstoff haftet stark an der Wachsschicht der Blätter und Beeren, sodass auch mäßige Niederschläge den Schutzfilm nicht sofort abwaschen. Bei anhaltenden, starken Regenfällen und starkem Neuzuwachs der Kultur muss der Schutz jedoch turnusgemäß erneuert werden.

Kann Folpan 80 WDG auch während der Blüte der Rebe eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist für Anwendungen während der sensiblen Blütephase (BBCH 57 bis 69) gut verträglich. Gerade in dieser Phase ist der Schutz der Gescheine vor Falschem Mehltau (Plasmopara viticola) von kritischer Bedeutung für den späteren Ertrag.

Was muss bei der Wassermenge und der Düseneinstellung beachtet werden?

Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, ist eine lückenlose Benetzung aller grünen Pflanzenteile entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Verwenden Sie eine angepasste Wassermenge je nach Laubwandfläche und sorgen Sie durch eine präzise Düseneinstellung für eine feine, gleichmäßige Verteilung des Spritznebels, ohne dass die Brühe von den Blättern abtropft.