FOLPETIS WG
FOLPETIS WG ist ein hochwirksames, protektiv wirkendes Fungizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den professionellen Einsatz im Weinbau (Kultur: Weinrebe) entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Folpet bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Haftfestigkeit auf den Pflanzenteilen aus und bildet einen stabilen Schutzfilm, der auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen wirksam bleibt.
Das primäre Wirkungsspektrum deckt die kritischsten Schaderreger im frühen bis mittleren Vegetationsverlauf der Rebe ab. Hierzu zählen insbesondere der Falsche Mehltau (Plasmopara viticola), die Schwarzfleckenkrankheit (Phomopsis viticola) sowie der Rote Brenner (Pseudopezicula tracheiphila). Durch seine vorbeugende Wirkung verhindert FOLPETIS WG die Keimung der Pilzsporen und schützt die Kultur nachhaltig vor einer Erstinfektion.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Folpet gehört zur chemischen Gruppe der Phthalimide und ist im FRAC-Code unter der Gruppe M04 als Multi-Site-Inhibitor klassifiziert. Folpet greift an mehreren Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger gleichzeitig an. Es interagiert mit den Thiol-Gruppen verschiedener Enzyme im Pilzorganismus, blockiert die Zellatmung und stört die Zellteilung sowie die Sporenkeimung empfindlicher Pilze. Da dieser biochemische Eingriff an zahlreichen Zielorten (Multi-Site) erfolgt, ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung resistenter Pilzstämme äußerst gering. Diese unspezifische Wirkungsweise macht FOLPETIS WG zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Pflanzenschutz, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck.
Resistenzmanagement
Aufgrund seiner Einstufung als Multi-Site-Fungizid (FRAC M04) weist Folpet ein extrem geringes Resistenzrisiko auf. FOLPETIS WG eignet sich daher hervorragend als Mischungspartner oder im Rahmen einer gezielten Spritzfolge mit systemischen oder lokalsystemischen Fungiziden, die ein höheres Resistenzrisiko besitzen. Durch den kombinierten Einsatz wird der Selektionsdruck auf diese gefährdeten Wirkstoffklassen effektiv minimiert, wodurch deren Wirksamkeit langfristig gesichert bleibt.
Mischbarkeit & Tankmischung
FOLPETIS WG ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar, die im Weinbau zugelassen sind. Bei Tankmischungen sollte stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen des Spritztanks geachtet werden, wobei Granulate zuerst vollständig aufgelöst werden müssen. Extrem alkalische Mischungspartner oder der Zusatz von mineralischen Ölen sollten vermieden werden, da diese die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen oder Phytotoxizität hervorrufen können. Vor der großflächigen Anwendung wird eine Verträglichkeitsprobe empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit FOLPETIS WG ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Der Wirkstoff Folpet ist als giftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb strenge Abdrifteleitlinien und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten sind. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Phomopsis viticola | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Roter Brenner (Pseudopezicula tracheiphila) | 0–61 | 0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 0.4 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit FOLPETIS WG im Weinbau?
Die erste Anwendung sollte vorbeugend (protektiv) bei Infektionsgefahr erfolgen, typischerweise ab dem Austrieb bis zum Beginn der Blüte (BBCH 61). Insbesondere gegen Phomopsis und den Roten Brenner sind frühe Behandlungen entscheidend, um eine Etablierung der Schaderreger im Holz und auf den jungen Blättern zu verhindern.
Warum ist Folpet ein so wichtiger Partner im Resistenzmanagement?
Da Folpet als Multi-Site-Fungizid (FRAC M04) an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Pilze gleichzeitig ansetzt, können Schaderreger keine einfachen Einzelmutationen entwickeln, um resistent zu werden. Der Einsatz von FOLPETIS WG in Spritzfolgen schützt somit hochwirksame, aber resistenzgefährdete systemische Wirkstoffe vor Wirkungsverlusten.
Wie verhält sich FOLPETIS WG bei Niederschlägen nach der Applikation?
Das Produkt verfügt über eine hervorragende Haftfähigkeit auf der Wachsschicht der Blätter und Triebe. Sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist, weist er eine hohe Regenbeständigkeit auf. Bei extremen, langanhaltenden Niederschlägen sollte das Behandlungsintervall jedoch angepasst werden, um den Schutzfilm lückenlos aufrechtzuerhalten.
Kann FOLPETIS WG auch nach der Blüte eingesetzt werden?
Die Zulassung für FOLPETIS WG erstreckt sich über den BBCH-Bereich von 00 bis 61 (Beginn der Blüte). Für spätere Entwicklungsstadien der Rebe müssen andere, für diesen Zeitraum registrierte Pflanzenschutzmittel verwendet werden, um auch die gesetzlichen Wartezeiten bis zur Ernte exakt einzuhalten.
Was muss bei der Erstellung von Tankmischungen mit Blattdüngern beachtet werden?
Grundsätzlich ist FOLPETIS WG gut mischbar. Allerdings sollten stark saure oder stark alkalische Blattdünger vermieden werden, da extreme pH-Werte im Spritztank den Wirkstoff Folpet vorzeitig abbauen können. Ein neutraler pH-Wert des Spritzwassers ist ideal für eine optimale Stabilität und Wirkung.