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FRANZI

BVL Zul.-Nr. 008400-62

FRANZI ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schaderregern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen und Wintergerste. Mit dem bewährten Wirkstoff Flufenacet (480 g/l), formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für die Unkrautbekämpfung im Herbst. Es setzt direkt im frühen Entwicklungsstadium der Schadgräser an und sichert so das Ertragspotenzial der Kultur von Anfang an.

Das primäre Wirkungsspektrum von FRANZI umfasst wirtschaftlich bedeutende Schadgräser wie den Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm sowie das Einjährige Rispengras. Durch seine ausgeprägte Bodenwirksamkeit erfasst das Mittel auch nachkeimende Unkrautwellen über einen längeren Zeitraum. Dies macht FRANZI zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau, insbesondere in Regionen mit hohem Selektionsdruck durch Ungräser.

Wirkstoffe

Flufenacet
480 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in FRANZI enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals Gruppe K3). Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der Biosynthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Dies unterbindet die Zellteilung und das Zellwachstum im Bildungsgewebe (Meristem) der keimenden Schadgräser. Der Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln und den Hypokotyl bzw. die Koleoptile der keimenden Unkräuter aufgenommen. Da die Aufnahme vor allem über den Boden erfolgt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffdepots im oberen Bodenhorizont entscheidend. Ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder organische Rückstände begünstigt die Ausbildung eines gleichmäßigen Herbizidfilms, der auflaufende Schaderreger effektiv erfasst.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere beim anspruchsvollen Acker-Fuchsschwanz, nachhaltig vorzubeugen, sollte FRANZI stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen). Die Kombination oder die zeitlich versetzte Anwendung von Flufenacet mit Partnern aus anderen Wirkstoffklassen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Bodenbearbeitung sind essenziell, um die Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

FRANZI zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbstherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritzbrühe zügig ausgebracht wird und das Rührwerk der Spritze kontinuierlich läuft. Die Zugabe von Additiven oder Bodenhaftmitteln kann unter trockenen Bedingungen die Wirkstoffanlagerung an den Bodenpartikeln unterstützen. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung stets eine physikalische Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner strikt zu beachten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FRANZI sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Handhabung des Konzentrats zwingend einzuhalten. Da Flufenacet als persistent und mobil im Boden eingestuft ist, müssen zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielorganismen die behördlich vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik genauestens beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für FRANZI im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn FRANZI im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Schadgräser appliziert wird. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Keimlinge in der empfindlichsten Phase und nehmen den Wirkstoff optimal über die Koleoptile und die jungen Wurzeln auf.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von FRANZI?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ist entscheidend. Da Flufenacet ein Bodenwirkstoff ist, benötigt er Wasser, um im Boden gelöst und von den Wurzeln der keimenden Schaderreger aufgenommen zu werden. Auf extrem trockenen Böden kann die Wirkung verzögert oder vermindert sein.

Kann FRANZI auf steinigen oder klumpigen Böden eingesetzt werden?

Für eine optimale Wirkung ist ein feinkrümeliges und gut rückverfestigtes Saatbett ideal. Grobe Klumpen oder hohe Mengen an Ernterückständen (z. B. Strohmatten bei Mulchsaat) können Spritzschatten verursachen und verhindern, dass sich ein geschlossener Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bildet, was zu Wirkungslücken führen kann.

Wie lässt sich FRANZI am besten in eine Strategie gegen resistenten Acker-Fuchsschwanz integrieren?

Bei Verdacht auf oder bestehender Resistenz gegen ALS-Hemmer (HRAC 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC 1) ist FRANZI (HRAC 15) ein Schlüsselbaustein. Um die Selektion weiter zu minimieren, sollte es mit Partnern anderer Wirkstoffklassen kombiniert und durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine spätere Aussaat des Wintergetreides ergänzt werden.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachbaukulturen nach dem Einsatz von FRANZI?

Nach dem regulären Einsatz von FRANZI im Herbst können im folgenden Frühjahr alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen im Rahmen der normalen Fruchtfolge angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder anderen Schäden ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neuansaat ratsam, um eventuelle Wirkstoffreste im Boden zu verdünnen.