FREQUENT
FREQUENT ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) in ausgewählten landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Fluazifop-P (125 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Lösung gegen einjährige und ausdauernde Grasspezies. Die Formulierung als Emulsionskonzentrat (EC) gewährleistet eine schnelle Aufnahme über die Blattoberfläche und eine effiziente Verteilung innerhalb der Schadgräser.
Das Einsatzspektrum erstreckt sich über wichtige zweikeimblättrige Kulturen wie Raps (BRSNW), Ackerbohnen (VICFM) und Buschbohnen (PHSVN/PHSVV) sowie forstliche Kulturen wie die Fichte (PIBST). Da der Wirkstoff selektiv auf einkeimblättrige Pflanzen wirkt, zeichnet sich FREQUENT durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Es ermöglicht Landwirten und Forstwirten, den Konkurrenzdruck durch Schadgräser in sensiblen Entwicklungsphasen der Kulturen effektiv zu minimieren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Fluazifop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als "Fops") und ist in die HRAC-Gruppe 1 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch die Blockade dieses Enzyms wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Gräser unterbunden, was zu einem raschen Wachstumsstopp führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal translokalisiert. Er reichert sich in den aktiven Wachstumszonen der Triebe und Wurzeln (Rhizome) an. Erste Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblattfäule zeigen sich meist nach wenigen Tagen, während das vollständige Absterben der Schadgräser je nach Witterung innerhalb von zwei bis drei Wochen erfolgt.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei Schadgräsern (insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz und Windhalm) wirksam vorzubeugen, muss FREQUENT im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche ist zu vermeiden. Stattdessen sollte ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge stattfinden. Zudem unterstützen mechanische Maßnahmen und pflanzenbauliche Praktiken wie eine weite Fruchtfolge die langfristige Wirksamkeit des Mittels.
Mischbarkeit & Tankmischung
FREQUENT ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter (Breitbandherbizide), kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. In solchen Fällen wird ein zeitlicher Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen zwischen den Behandlungen empfohlen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte die Spritzbrühe mit ausreichend Wassermenge bei windstillem, wüchsigem Wetter ausgebracht werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit FREQUENT ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da der Wirkstoff Fluazifop-P als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Erbse | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Stangenbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–59 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterraps | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–59 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Buschbohne | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Erbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von FREQUENT gegen einjährige Schadgräser?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Schadgräser im aktiven Wachstum befinden und ausreichend Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Ideal ist eine Behandlung im BBCH-Stadium 12 bis 29 (vom 2-Blatt-Stadium bis zum Ende der Bestockung) der Ungräser, bei wüchsigem Wetter und Temperaturen über 10 °C.
Kann FREQUENT auch bei kühleren Temperaturen im Herbst oder Frühjahr eingesetzt werden?
Da es sich um ein systemisches Herbizid handelt, ist die Wirkung stark von der Stoffwechselaktivität der Schadgräser abhängig. Bei extremen Temperaturen (unter 8 °C oder über 25 °C) sowie bei anhaltender Trockenheit stagniert das Wachstum, was die Wirkstoffaufnahme und -verteilung im Gras beeinträchtigt. Warten Sie daher auf wüchsige Phasen.
Wie verhält sich FREQUENT bezüglich der Regenfestigkeit nach der Applikation?
Der Wirkstoff Fluazifop-P wird sehr schnell von den Blättern der Schadgräser aufgenommen. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die herbizide Wirkung nicht mehr negativ beeinflussen.
Warum ist der zeitliche Abstand zu Breitbandherbiziden (gegen zweikeimblättrige Unkräuter) so wichtig?
Viele Herbizide gegen zweikeimblättrige Unkräuter wirken physiologisch antagonistisch zu ACCase-Hemmern wie FREQUENT. Eine gleichzeitige Ausbringung kann die Gräserwirkung drastisch reduzieren. Ein Sicherheitsabstand von mindestens 3, besser 5 Tagen stellt sicher, dass beide Produkte ihre volle Selektivität und Efficacy entfalten.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen einkeimblättrige Unkräuter für meine Kultur?
Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Raps oder Ackerbohne) und filtern Sie in der Produktübersicht nach der Schaderreger-Gruppe "Einkeimblättrige Unkräuter". So erhalten Sie eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativen inklusive Wirkstoffklassen für Ihr Resistenzmanagement.