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Sonstige · FytoFend S.A.

FytoSol

BVL Zul.-Nr. 00A565-00

FytoSol ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel zur Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte von Kartoffeln gegen die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans). Als moderner Elizitor basiert das Produkt auf dem Wirkstoff COS-OGA, einer patentierten Wirkstoffkombination aus Chito-Oligosacchariden und Oligo-Galakturonsäuren. Diese Formulierung ahmt den Angriff eines Krankheitserregers nach und versetzt die Kultur in Alarmbereitschaft, noch bevor eine tatsächliche Infektion stattfindet.

Im modernen Kartoffelanbau positioniert sich FytoSol als wertvoller Baustein im integrierten Pflanzenschutz. Da es sich um einen biologischen Wirkmechanismus handelt, eignet sich das Mittel hervorragend, um den Einsatz klassischer, chemisch-synthetischer Fungizide zu ergänzen und zu optimieren. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine gleichmäßige Verteilung auf den Blättern der Kultur.

Wirkstoffe

COS-OGA
12.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff COS-OGA fungiert als sogenannter Elizitor, der die pflanzeneigene Selbstverteidigung induziert. Biochemisch gesehen besteht er aus Oligosacchariden, die aus Chitin (Pilzzellwänden) und Pektin (Pflanzenzellwänden) gewonnen werden. Wenn du FytoSol auf die Kultur applizierst, erkennen die Rezeptoren auf den Pflanzenzellen diese Moleküle als Gefahrensignale (sowohl pathogen-assoziierte als auch beschädigungs-assoziierte molekulare Muster, PAMPs und DAMPs). Dies löst eine Kaskade von Abwehrreaktionen in der Kartoffel aus: Die Zellwände werden durch verstärkte Lignineinlagerung gestärkt, und die Kultur produziert vermehrt Phytoalexine sowie pathogenesis-related (PR) Proteine. Da dieser Prozess rein präventiv wirkt, muss die Anwendung vor den ersten Infektionsbedingungen erfolgen, damit die Kultur bei Erregerkontakt bereits voll abwehrbereit ist.

Resistenzmanagement

Da COS-OGA über einen indirekten, die Pflanze stimulierenden Wirkungsmechanismus verfügt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Phytophthora infestans als extrem gering einzustufen. Dennoch solltest du FytoSol stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Integriere das Produkt in Spritzfolgen mit Fungiziden unterschiedlicher Wirkstoffklassen, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger dauerhaft niedrig zu halten und die Wirksamkeit aller Partner im Spritzplan zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

FytoSol ist im Allgemeinen gut mit gängigen Kartoffelfungiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine optimale Wasserqualität mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert und vermeide extreme Mischungspartner wie stark alkalische Produkte, die die Stabilität der Oligosaccharide beeinträchtigen könnten. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FytoSol steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; trage daher die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Steckbrief angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, vermeiden und die Applikation vorzugsweise in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um die lokale aquatische Flora und Fauna sowie nützliche Bodenorganismen wie Regenwürmer zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans10–994 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die erste Anwendung von FytoSol in meinen Kartoffeln?

Da FytoSol als Elizitor rein präventiv wirkt, musst du die erste Behandlung unbedingt vor dem ersten Infektionsdruck durchführen. Ein idealer Startpunkt liegt in den frühen BBCH-Stadien (ab BBCH 10, sobald genügend Blattfläche zur Aufnahme vorhanden ist), um das Immunsystem der Kultur frühzeitig hochzufahren.

Kann ich FytoSol auch dann noch spritzen, wenn ich bereits erste Symptome von Kraut- und Knollenfäule im Feld sehe?

Nein, bei sichtbarem Befall ist es für den Einsatz von FytoSol zu spät. Das Produkt besitzt keine kurative oder heilende Wirkung gegen bereits etablierte Infektionen von Phytophthora infestans. In diesem Fall musst du sofort auf ein kurativ wirksames, chemisch-synthetisches Fungizid zurückgreifen, um den Befall zu stoppen.

Wie oft sollte ich die Behandlung mit FytoSol wiederholen, um einen dauerhaften Schutz aufrechtzuerhalten?

Die induzierte Resistenz der Kultur baut sich nach einigen Tagen langsam wieder ab, zudem schützt sie neu zuwachsende Pflanzenteile nicht automatisch mit. Daher wird empfohlen, FytoSol in regelmäßigen Abständen (meist alle 7 bis 10 Tage) zu applizieren, besonders in Phasen des schnellen Krautwachstums und bei anhaltend feucht-warmer Witterung.

Beeinflusst die Witterung zum Applikationszeitpunkt die Wirkung von FytoSol?

Ja, wie bei den meisten Blattanwendungen solltest du extreme Hitze und pralle Sonne während der Spritzung vermeiden, um ein schnelles Antrocknen der Tropfen zu verhindern. Eine Applikation in den kühleren Morgen- oder Abendstunden sorgt für eine bessere Aufnahme des Wirkstoffs durch die Blätter der Kultur. Achte zudem darauf, dass nach der Anwendung für einige Stunden kein Regen fällt.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kraut- und Knollenfäule?

Du kannst ganz einfach über unsere Kulturen- und Schaderreger-Suche auf agronomy.farmable.tech nach 'SOLTU' (Kartoffel) und 'Phytophthora infestans' filtern. Dort erhältst du eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffklassen für eine optimale Spritzfolge.