GATTEN
GATTEN ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen. Mit dem innovativen Wirkstoff Flutianil bietet das Präparat, das als Emulsion zur Spritzanwendung formuliert ist, modernen Betrieben eine leistungsstarke Lösung im integrierten Pflanzenschutz. Es zeichnet sich durch eine hervorragende präventive und kurative Wirkung aus, die den Ertrag und die Qualität der Ernte in den zugelassenen Kulturen nachhaltig sichert.
Der Fokus dieses Fungizids liegt ganz klar auf der Bekämpfung von Echten Mehltaupilzen (Erysiphaceae). Dank seiner ausgeprägten Translaminarität und der starken Dampfphase verteilt sich der Wirkstoff auch in dichten Pflanzenbeständen optimal. Dies sorgt für einen lückenlosen Schutzfilm, der selbst schwer erreichbare Pflanzenteile und den Neuzuwachs zuverlässig vor einer Infektion schützt.
Als moderner Baustein im Pflanzenschutz zeichnet sich GATTEN durch eine hohe Regenfestigkeit aus. Bereits kurze Zeit nach der Antrocknung ist der Wirkstoff fest in der Wachsschicht der Blätter verankert. Dies macht das Produkt zu einem verlässlichen Partner auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr und Sommer.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in GATTEN enthaltene Wirkstoff Flutianil gehört zur chemischen Klasse der Thiazolidine und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 61 klassifiziert. Flutianil besitzt einen einzigartigen biochemischen Wirkungsmechanismus, der die Entwicklung des Pilzes in mehreren Stadien blockiert. Es hemmt primär die Keimung der Sporen, die Bildung von Appressorien (Haftorganen) sowie das anschließende Wachstum des Myzels und die Sporenbildung (Sporulation). Durch diese vielseitige physiologische Wirkung wird der Infektionszyklus des Erregers des Echten Mehltaus effektiv unterbrochen. Da der Wirkstoff sowohl präventive als auch früh-kurative Eigenschaften besitzt, verhindert er die Etablierung des Schaderregers im Gewebe der Kultur und stoppt bereits beginnende Infektionen, bevor sichtbare Symptome den Ertrag mindern können.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber dem Wirkstoff Flutianil (FRAC-Gruppe 61) zu minimieren, sollte GATTEN stets im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzt werden muss und Behandlungen im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen erfolgen sollten. Ein Solo-Einsatz über mehrere Spritzfolgen hinweg ist unbedingt zu vermeiden, um die langfristige Wirksamkeit dieser wertvollen Wirkstoffklasse zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
GATTEN weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen wird empfohlen, das Produkt als eine der ersten Komponenten in den teilbefüllten Spritztank zu geben und für eine kontinuierliche Rührung zu sorgen. Die Zugabe von Netzmitteln oder Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Vor großflächigen Anwendungen von Mischungen empfiehlt sich dennoch ein einfacher Verträglichkeitstest im kleinen Maßstab.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit GATTEN sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die auf dem Etikett ausgewiesenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen, die aktiv von Bienen angeflogen werden, vermieden werden, um jegliches Risiko für Bestäuber auszuschließen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | — | 0.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit GATTEN gegen Echten Mehltau?
Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt vorbeugend (präventiv) vor den ersten sichtbaren Symptomen oder unmittelbar bei Befallsbeginn, sobald die Umweltbedingungen – wie warme Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit in der Nacht – die Entwicklung von Echten Mehltaupilzen begünstigen.
Wie wirkt die Dampfphase von GATTEN in dichten Pflanzenbeständen?
Nach der Applikation verteilt sich ein Teil des Wirkstoffs Flutianil über die Gasphase im Mikroklima des Bestandes. Dadurch werden auch unbehandelte Blatteile, die Blattunterseiten sowie der dichte Innenschirm der Kultur geschützt, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden.
Kann GATTEN bei hohen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung ausgebracht werden?
Es wird empfohlen, die Anwendung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Extreme Hitze über 25 °C und pralle Sonne können zu einer zu schnellen Verdunstung der Spritzbrühe führen und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen auf empfindlichen Pflanzenteilen erhöhen.
Warum ist Flutianil ein so wichtiger Baustein im Antiresistenzmanagement?
Da Flutianil zur FRAC-Gruppe 61 gehört, weist es keine Kreuzresistenz zu etablierten Wirkstoffklassen wie Strobilurinen (QoI), SDHI oder Azolen (DMI) auf. Dies macht es zu einem idealen Rotationspartner, um den Selektionsdruck auf andere Fungizidklassen effektiv zu senken.
Wie verhält sich GATTEN bei plötzlichem Regen nach der Applikation?
Dank seiner lipophilen Eigenschaften dringt der Wirkstoff rasch in die kutikuläre Wachsschicht der Blätter ein. Nach einer Antrocknungszeit von etwa ein bis zwei Stunden ist das Präparat hervorragend regenfest, sodass ein anschließender Niederschlag die Schutzwirkung nicht mehr beeinträchtigt.
Wo finde ich Informationen zu den genauen Wartezeiten und zugelassenen Kulturen für GATTEN?
Die spezifischen Wartezeiten (PHI) und die Liste der zugelassenen Kulturen variieren je nach Zulassungsstatus des BVL. Diese Details können Sie direkt den strukturierten Datenblättern und Zulassungsübersichten hier auf agronomy.farmable.tech entnehmen.