GENOLANE Defense 12
GENOLANE Defense 12 ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schaderregern in wichtigen Wintergetreidekulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Flufenacet (480 g/l), formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für die Unkrautkontrolle im Herbst. Es ist speziell für den Einsatz in Winterweizen und Wintergerste registriert, um die Kulturen bereits in der kritischen frühen Entwicklungsphase unkrautfrei zu halten.
Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf ökonomisch bedeutsame Ungräser wie den Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm und das Einjährige Rispengras. Durch die vorrangige Aufnahme über die Wurzeln und den Hypokotylbereich der keimenden Ungräser blockiert das Mittel den Auflauf von Schaderregern effektiv und sichert so das Ertragspotenzial der Kulturen von Anfang an.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in GENOLANE Defense 12 enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals Gruppe K3). Die biochemische Wirkungsweise basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFAs). Dies führt zu einer Störung der Zellteilung und des Zellwachstums in den Bildungsgeweben (Meristemen) der keimenden Ungräser. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln und die Koleoptile aufgenommen wird, entfaltet er seine optimale Wirkung vor oder kurz nach dem Auflaufen der Schaderreger. Betroffene Keimlinge sterben meist noch vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche ab oder zeigen nach dem Auflaufen schwere Deformationen und sterben kurz darauf ab.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere beim anspruchsvollen Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, sollte GENOLANE Defense 12 stets in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC 12 oder HRAC 5) sowie die Kombination mit mechanischen und pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer vielseitigen Fruchtfolge und gezielter Bodenbearbeitung. Der alleinige, wiederholte Einsatz von HRAC-15-Wirkstoffen auf derselben Fläche ist zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
GENOLANE Defense 12 zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit anderen gängigen Herbstherbiziden aus, um das Wirkungsspektrum auf breitblättrige Unkräuter zu erweitern. Für eine optimale Wirksamkeit ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Anwendungszeitpunkt entscheidend, da der Wirkstoff über den Bodenfilm transportiert werden muss. Es wird empfohlen, eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha zu verwenden und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen gleichmäßig auszubringen. Vor der Tankmischung mit unbekannten Partnern sollte stets ein physikalischer Mischbarkeitstest durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zwingend erforderlich. Da Flufenacet als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) strikt eingehalten werden, um aquatische Organismen zu schützen. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung in blühenden Beständen oder auf von Bienen beflogenen Unkräutern vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für GENOLANE Defense 12 im Herbst?
Die Anwendung sollte idealerweise im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 13) der Kulturen erfolgen. Entscheidend ist, dass die Zielungräser noch nicht aufgelaufen oder maximal im 1- bis 2-Blatt-Stadium sind, da Flufenacet primär über den Boden und die Wurzeln wirkt.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von GENOLANE Defense 12?
Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für den Erfolg der Behandlung essenziell. Der Wirkstoff benötigt Wasser, um im Boden gelöst und von den Keimlingen aufgenommen zu werden. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert oder vermindert sein; hier sollte auf anstehende Niederschläge gewartet werden.
Kann GENOLANE Defense 12 auf allen Bodenarten eingesetzt werden?
Ja, das Mittel ist auf den meisten mineralischen Böden gut verträglich. Auf sehr humosen oder organischen Böden (z. B. Moorböden) kann die herbizide Wirkung jedoch stark abgeschwächt werden, da Flufenacet an die organische Substanz gebunden wird. Auf extrem leichten, sandigen Böden ist zudem auf eine ausreichende Saattiefe der Kultur zu achten.
Wie lässt sich das Wirkungsspektrum gegen zweikeimblättrige Unkräuter erweitern?
Da GENOLANE Defense 12 primär gegen Ungräser wirkt, empfiehlt sich bei starkem Besatz mit zweikeimblättrigen Unkräutern (wie Klette, Kamille oder Stiefmütterchen) eine Tankmischung mit einem blatt- und bodenaktiven Partner, beispielsweise auf Basis von Diflufenican (DFF) oder Pendimethalin.
Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von GENOLANE Defense 12?
Im Rahmen normaler Fruchtfolgen gibt es für die nachfolgenden Kulturen im Frühjahr keine Einschränkungen. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der behandelten Wintergetreidekultur kommen, dürfen nach gründlicher Bodenbearbeitung (mindestens 15 cm tiefes Pflügen) in der Regel wieder Getreide oder bestimmte Sommerkulturen nachgebaut werden. Beachten Sie hierzu stets die aktuellen Gebrauchsanweisungen.
Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Acker-Fuchsschwanz?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Zielkultur (z. B. Winterweizen) und wählen Sie unter „Schaderreger“ den Acker-Fuchsschwanz aus, um alle in Deutschland (BVL) registrierten Herbizide und deren Anwendungsbestimmungen direkt zu vergleichen.