GF-3967
GF-3967 ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid in Granulatform (wasserdispergierbares Granulat), das speziell für den anspruchsvollen Einsatz in der Kultur Mais (Zea mays) entwickelt wurde. Durch die Kombination von drei komplementären Wirkstoffen bietet dieses Pflanzenschutzmittel ein breites Wirkungsspektrum gegen einjährige einkeimblättrige und zweikeimblättrige Unkräuter sowie eine hervorragende Wirkung gegen schwer bekämpfbare Schadgräser wie die Gemeine Quecke.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk sowie eine nachhaltige Bodenwirkung aus, wodurch auch nachkeimende Schaderreger effektiv unterdrückt werden. Dank des integrierten Safeners Isoxadifen wird die Kulturverträglichkeit im Mais signifikant erhöht, da der Abbau der herbiziden Wirkstoffe in der Kultur beschleunigt wird, während die Zielunkräuter voll erfasst werden. Dies macht das Produkt zu einer verlässlichen Säule im modernen, integrierten Pflanzenbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Aktivität von GF-3967 basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Die Wirkstoffe Nicosulfuron und Rimsulfuron gehören zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2). Sie hemmen das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), was die Biosynthese essenzieller Aminosäuren blockiert und zu einem raschen Wachstumsstopp der empfindlichen Ungräser und Unkräuter führt. Ergänzt wird dieses Spektrum durch Dicamba, ein synthetisches Auxin (HRAC-Gruppe 4). Dicamba greift regulierend in das hormonelle System der zweikeimblättrigen Unkräuter ein, was zu unkontrolliertem, deformiertem Wachstum und letztlich zum Absterben der Pflanzen führt. Der enthaltene Safener Isoxadifen schützt die Kultur selektiv, indem er die Aktivität pflanzeneigener Entgiftungsenzyme in der Maispflanze anregt.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) und einem Wuchsstoff (HRAC-Gruppe 4) besitzt GF-3967 bereits ein integriertes Antiresistenz-Konzept. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie dem Weißen Gänsefuß oder verschiedenen Hirse-Arten – langfristig vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer weiten Fruchtfolge eingesetzt werden. Der jährliche Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in den Folgejahren ist dringend zu empfehlen.
Mischbarkeit & Tankmischung
GF-3967 ist im Allgemeinen gut mit gängigen Maisherbiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte auf die Wasserqualität geachtet werden; extrem hartes Wasser kann die Wirksamkeit beeinflussen, weshalb gegebenenfalls ein geeigneter Wasserkonditionierer zugesetzt werden sollte. Die Zugabe eines vom Hersteller empfohlenen, nicht-ionischen Netzmittels optimiert die Benetzung der Blattoberflächen und beschleunigt die Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen. Mischungen mit organophosphathaltigen Insektiziden sind zu vermeiden, da diese die Verträglichkeit des Safeners beeinträchtigen können.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit GF-3967 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, strikt einzuhalten. Aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe sind spezifische Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–19 | 480 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–19 | 240 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | 12–19 | 300 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für GF-3967 im Mais?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Behandlung im frühen Nachauflauf erfolgt, idealerweise im BBCH-Stadium 12 bis 15 des Maises. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die meisten Unkräuter und Ungräser im aktiven Wachstum und nehmen die Wirkstoffe besonders rasch über das Blattwerk auf.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effektivität von GF-3967 aus?
Warme, wüchsige Witterungsbedingungen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport in den Schaderregern. Bei extremer Trockenheit oder starker Hitze (über 25 °C) sollte die Behandlung in die kühleren Abend- oder Morgenstunden verlegt werden, um Verdunstungsverluste zu minimieren.
Warum ist in GF-3967 ein Safener enthalten und wie funktioniert dieser?
Der Safener Isoxadifen schützt die Kultur vor phytotoxischen Schäden durch die herbiziden Wirkstoffe. Er stimuliert in den Maispflanzen den schnellen enzymatischen Abbau von Nicosulfuron und Rimsulfuron, während dieser Schutzmechanismus in den Zielunkräutern nicht aktiv ist, sodass diese zuverlässig absterben.
Kann GF-3967 auch zur Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern wie der Gemeinen Quecke genutzt werden?
Ja, GF-3967 ist für die Bekämpfung der Gemeinen Quecke zugelassen. Für eine nachhaltige Wirkung gegen dieses ausdauernde Schadgras sollte die Anwendung erfolgen, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat und genügend Blattfläche für die systemische Aufnahme vorhanden ist.
Was muss bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von GF-3967 beachtet werden?
Aufgrund der Bodenaktivität und der Halbwertszeiten der Wirkstoffe sollten die üblichen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsrichtlinien vor dem Anbau von Folgekulturen eingehalten werden. Nach normaler Ernte von Silo- oder Körnermais im Herbst können Wintergetreidearten in der Regel nach einer wendenden Bodenbearbeitung sicher nachgebaut werden.
Wie verhält sich das Produkt bezüglich des Resistenzmanagements bei Schadgräsern?
Da GF-3967 zwei ALS-Hemmer (HRAC 2) enthält, besteht bei einseitiger, wiederholter Anwendung ein Risiko für Resistenzbildung bei Gräsern wie der Hirse. Es ist wichtig, dieses Pflanzenschutzmittel in eine Fruchtfolge zu integrieren, in der auch Herbizide mit anderen Wirkmechanismen zum Einsatz kommen.