Glotron 700 SC
Glotron 700 SC ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Rübenkulturen wie Zuckerrüben und Futterrüben. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit und eine einfache Handhabung bei der Dosierung aus. Es bildet das verlässliche Fundament moderner Herbizidstrategien im Rübenanbau.
Der Wirkstoff Metamitron wird sowohl über das Wurzelsystem als auch über die Blätter der Schaderreger aufgenommen. Dies ermöglicht eine flexible Anwendung im Nachauflaufverfahren, idealerweise im Rahmen von Spritzfolgen, um neu auflaufende Unkrautwellen konsequent zu erfassen. Durch die Kombination aus Blatt- und Bodenwirkung bietet das Produkt einen nachhaltigen Schutz über einen längeren Zeitraum.
Dank seiner modernen Formulierung lässt sich Glotron 700 SC hervorragend in bestehende Pflanzenschutzprogramme integrieren. Es sichert die kritische Jugendentwicklung der Kulturen vom Auflaufen bis zum Reihenschluss, indem es den Konkurrenzdruck durch ertragsmindernde Unkräuter effektiv ausschaltet.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Glotron 700 SC enthaltene Wirkstoff Metamitron gehört zur chemischen Gruppe der Triazinone und ist im HRAC-System in die Gruppe 5 (vormals C1) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Photosynthese-Elektronentransports am Photosystem II. Durch die Blockade dieses Prozesses wird die CO2-Assimilation unterbunden, was zur Bildung zellschädigender Sauerstoffradikale und letztlich zum Absterben der Unkräuter führt. Da die Aufnahme sowohl über die Wurzeln als auch über das Blattgewebe erfolgt, entfaltet das Pflanzenschutzmittel eine duale Wirkung: Keimende Unkräuter werden bereits vor oder während des Durchstoßens der Bodenoberfläche erfasst, während bereits aufgelaufene Schaderreger direkt über das Blattwerk geschädigt werden. Dies führt zu einer schnellen und sichtbaren Wirkung, die sich durch Chlorosen und anschließende Nekrosen an den Unkräutern zeigt.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion resistenter Unkrautbiotypen vorzubeugen, sollte Glotron 700 SC stets im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel oder die Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 27), die über einen abweichenden Wirkungsmechanismus verfügen. Zudem sollten alle pflanzenbaulichen und mechanischen Maßnahmen zur Unkrautregulierung in der Fruchtfolge voll ausgeschöpft werden, um den Selektionsdruck auf den Wirkstoff Metamitron zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Glotron 700 SC weist eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit anderen gängigen Rübenherbiziden sowie spezifischen Gräserherbiziden auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Spritze zunächst zu mindestens der Hälfte mit Wasser gefüllt wird, bevor Glotron 700 SC unter ständigem Rühren hinzugegeben wird. Die Zugabe von Formulierungshilfsmitteln (wie Ölen) kann die Blattwirkung insbesondere unter trockenen Bedingungen verstärken, sollte jedoch bei intensiver Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 21 °C vermieden werden, um die Kultur nicht zu stressen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Glotron 700 SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz) für den Anwenderschutz obligatorisch. Da der Wirkstoff Metamitron als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlichen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern und die Vorgaben zur Abdriftminderung (z. B. durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen) strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbestäubern nicht direkt in blühende Bestände appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–18 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Glotron 700 SC?
Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter, idealerweise wenn sich diese im Keimblattstadium befinden. Die Rübenkultur selbst sollte mindestens das BBCH-Stadium 10 (Keimblätter entfaltet) erreicht haben, um eine optimale Verträglichkeit zu gewährleisten.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels?
Da Metamitron einen wesentlichen Teil seiner Wirkung über die Wurzeln entfaltet, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung des Wirkstoffdepots im Boden sehr vorteilhaft. Bei anhaltender Trockenheit stützt sich die Wirkung primär auf die direkte Blattaufnahme der bereits aufgelaufenen Unkräuter.
Kann Glotron 700 SC in Kombination mit Additiven oder Ölen ausgebracht werden?
Ja, die Zugabe von zugelassenen pflanzlichen oder mineralischen Ölen kann die Wachsschichtdurchdringung auf den Unkrautblättern verbessern. Bei extremen Temperaturen über 21 °C und starker Sonneneinstrahlung sollte jedoch auf Ölzusätze verzichtet werden, um das Risiko von Blattschäden an den Kulturen zu minimieren.
Welche Rolle spielt die BBCH-Spanne 10–18 bei der Splitting-Anwendung?
Im Rübenanbau wird Glotron 700 SC meist im sogenannten Nachauflauf-Splitting (NAK) in 2 bis 3 Teilgaben aufgeteilt. Die zugelassene Spanne von BBCH 10 bis 18 ermöglicht es dem Anbauer, die Aufwandmengen flexibel an die aufeinanderfolgenden Unkrautwellen anzupassen.
Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Glotron 700 SC beachtet werden?
Aufgrund des normalen biologischen Abbaus von Metamitron im Boden bestehen bei üblichen Fruchtfolgen im Folgejahr keine Einschränkungen für den Nachbau. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Rübenkultur kommen, ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neueinsaat empfindlicher Kulturen ratsam.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter in Rüben?
Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter „Kulturen“ die Rübe (Zuckerrübe/Futterrübe) und filtern Sie unter „Schaderreger“ nach „Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter“, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Herbizide anzuzeigen.