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OTHER · GLOBACHEM NV

Glotron Neo

BVL Zul.-Nr. 008309-60

Glotron Neo ist ein hochwirksames, flüssiges Herbizid-Formulierungskonzentrat (Suspensionskonzentrat, SC), das speziell für den Einsatz in Rübenkulturen (insbesondere Zuckerrüben und Futterrüben) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Es bildet das Fundament moderner Unkrautbekämpfungsstrategien im Rübenanbau und sichert die Kultur von der Keimung bis zum Reihenschluss.

Die innovative Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, was besonders in den sensiblen frühen BBCH-Stadien der Rübe von entscheidender Bedeutung ist. Glotron Neo wirkt sowohl über das Blatt als auch über den Boden, wodurch eine langanhaltende Depotwirkung gegen nachkeimende Unkräuter erzielt wird. Dies macht das Produkt zu einem flexiblen Partner in klassischen Spritzfolgen (NAK-Behandlungen).

Wirkstoffe

Metamitron
571 g/L · Wirkstoff
Quinmerac
71 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Glotron Neo basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Hauptwirkstoff Metamitron gehört zur HRAC-Gruppe 5 (ehemals C1) und blockiert den Elektronentransport im Photosystem II der Zielpflanzen, was zum Erliegen der Photosynthese und letztlich zum Absterben der Unkräuter führt. Metamitron wird sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter aufgenommen. Ergänzt wird dieser Effekt durch Quinmerac (HRAC-Gruppe 4 / ehemals O), das als synthetisches Auxin wirkt. Es stört das hormonelle Gleichgewicht der Unkräuter, induziert unkontrolliertes Wachstum und führt zu einer Blockade des Wassertransports. Besonders bei Problemunkräutern wie dem Klettenlabkraut sorgt Quinmerac für eine signifikante Wirkungssteigerung und sichert den Bekämpfungserfolg auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen nachhaltig vorzubeugen, sollte Glotron Neo stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Die Kombination aus den HRAC-Gruppen 5 und 4 erschwert die Selektion resistenter Biotypen erheblich. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge und innerhalb der Spritzfolge Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen zu integrieren. Zudem sollte die mechanische Unkrautbekämpfung, wo anbautechnisch sinnvoll, als ergänzende Maßnahme genutzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Glotron Neo ist hervorragend mischbar mit gängigen Rübenherbiziden sowie spezifischen Gräserpartnern und Formulierungshilfsstoffen (Ölen). Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (üblicherweise 200–300 l/ha) und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von Additiven kann die Blattaufnahme insbesondere bei trockener Witterung optimieren, sollte jedoch stets auf die aktuelle Wachsschicht der Kultur abgestimmt werden, um Selektivitätsrisiken zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Glotron Neo ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der terrestrischen Nichtziel-Flora sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und driftmindernde Düsentechnik strikt einzuhalten. Das Produkt ist bezüglich der Bienengefährdung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–180.9 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–93.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Glotron Neo im Rübenfeld?

Der optimale Anwendungszeitpunkt richtet sich primär nach dem Auflaufen der Unkräuter. Da Glotron Neo sowohl über das Blatt als auch über den Boden wirkt, sollte die erste Behandlung (NAK 1) idealerweise im Keimblattstadium der Unkräuter erfolgen, unabhängig vom BBCH-Stadium der Rübe, um die höchste biologische Wirksamkeit zu erzielen.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Glotron Neo?

Da der Wirkstoff Quinmerac und ein Teil des Metamitrons über die Wurzeln aufgenommen werden, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung vorteilhaft. Bei extremer Trockenheit verschiebt sich die Wirkung stärker auf die Blattaufnahme; in diesem Fall kann der Zusatz eines geeigneten Öls die Effizienz unterstützen.

Kann Glotron Neo auch im Vorauflauf der Rüben eingesetzt werden?

Ja, das Produkt ist aufgrund seiner Wirkstoffkombination und Bodenwirkung für den Einsatz im Vorauflauf (BBCH 00 bis 09) geeignet. Dies ist besonders bei hohem Unkrautdruck oder zur Absicherung gegen früh keimende Unkräuter wie das Klettenlabkraut eine bewährte Strategie.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Applikation von Glotron Neo?

Für eine optimale Kulturverträglichkeit und Wirkung sollte die Applikation bei Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C erfolgen. Vermeiden Sie Spritzungen bei intensiver Sonneneinstrahlung am Mittag oder bei Temperaturen über 25 °C, da dies den Stress für die Kultur erhöht und die Wachsschicht schädigen kann. Die Abendstunden sind oft ideal.

Wie lässt sich Glotron Neo am besten in eine Spritzfolge (Splitting-Verfahren) integrieren?

Im klassischen NAK-Splitting-Verfahren wird Glotron Neo meist in Kombination mit Partnern wie Phenmedipham und Ethofumesat eingesetzt. Durch die Aufteilung der Aufwandmenge auf zwei bis drei Teilbehandlungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen wird eine kontinuierliche Wirkstoffkonzentration im Boden und auf den Blättern aufrechterhalten, was neu auflaufende Unkrautwellen effektiv unterdrückt.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Glotron Neo?

Nach dem regulären Einsatz von Glotron Neo in Rüben können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst Getreidekulturen angebaut werden. Vor einer Neuaussaat ist jedoch eine gründliche Bodenbearbeitung (z. B. Pflügen) zu empfehlen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden gleichmäßig zu verteilen und das Risiko für empfindliche Folgekulturen zu minimieren.