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HALDIS 100 SC

BVL Zul.-Nr. 028124-60

HALDIS 100 SC ist ein hochselektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und der Hühnerhirse in Mais (Silomais und Körnermais). Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit und eine flexible Handhabung im Nachauflauf aus. Der enthaltene Wirkstoff wird sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen, was eine nachhaltige Wirkung sichert.

Dieses Herbizid besetzt eine Schlüsselrolle im modernen Maisanbau, da es speziell auf die im frühen Entwicklungsstadium der Kultur auflaufenden Unkräuter und Ungräser abzielt. Durch die schnelle Wirkstoffaufnahme wird das Wachstum der Schaderreger prompt gestoppt, wodurch die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig ausgeschaltet wird.

Wirkstoffe

Mesotrione
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur chemischen Gruppe der Triketone und ist im HRAC-System als HPPD-Inhibitor (Gruppe 27) klassifiziert. Er blockiert gezielt das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase (HPPD). Diese Blockade unterbricht die Biosynthese von Plastochinon und in der Folge von Carotinoiden. Da Carotinoide für den Schutz des Chlorophylls vor Photooxidation essenziell sind, führt ihr Fehlen zu einem raschen Abbau des Chlorophylls. Symptomatisch äußert sich diese Wirkung in einer charakteristischen Aufhellung (Bleaching) der Triebspitzen und Blätter der betroffenen Schaderreger. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung nekrotisieren die Gewebe vollständig, was zum Absterben der Unkräuter und der Hühnerhirse führt. Die Wirkung wird durch hohe Lichtintensität und wüchsiges Wetter nach der Anwendung zusätzlich beschleunigt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte HALDIS 100 SC stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Klassen) in der Fruchtfolge. Die Kombination oder der Blockeinsatz mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen sichert nicht nur das Wirkungsspektrum ab, sondern minimiert auch das Risiko selektiver Resistenzen bei schwer bekämpfbaren Unkräutern und der Hühnerhirse.

Mischbarkeit & Tankmischung

HALDIS 100 SC ist im Nachauflauf hervorragend mit gängigen Maisherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder fortgeschrittenem Wachstum der Hühnerhirse, wird der Zusatz eines geeigneten nicht-ionischen Netzmittels oder eines additiven Öls empfohlen. Die Anwendung sollte in einer Wassermenge von 200 bis 400 l/ha erfolgen, um eine gleichmäßige Benetzung der Schaderreger zu gewährleisten. Extreme Hitzeperioden oder Frostgefahr unmittelbar nach der Behandlung sind zu meiden, um Stressreaktionen der Kultur zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–180.75 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für HALDIS 100 SC im Mais?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Anwendung im frühen Nachauflauf erfolgt, idealerweise wenn sich der Mais im BBCH-Stadium 12 bis 14 befindet und die Unkräuter sowie die Hühnerhirse im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium (2- bis 4-Blatt-Stadium) aktiv wachsen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung des Herbizids nach der Behandlung?

Warmes, wüchsiges Wetter mit ausreichender Sonneneinstrahlung beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den Abbauprozess in den Unkräutern (Bleaching-Effekt). Bei extremer Trockenheit oder sehr niedrigen Temperaturen ist die Wirkung verzögert, weshalb die Anwendung auf feuchtem Boden und bei moderaten Temperaturen am effektivsten ist.

Kann HALDIS 100 SC auch auf feuchten Blättern ausgebracht werden?

Es wird dringend empfohlen, das Pflanzenschutzmittel auf trockene Bestände zu applizieren. Taufeuchte Blätter können zu einem unkontrollierten Ablaufen der Spritzbrühe führen, was die Wirkstoffaufnahme mindert und das Risiko von lokalen Unverträglichkeiten an der Kultur erhöht.

Welche Einschränkungen gibt es für Nachfolgekulturen im Falle eines vorzeitigen Umbruchs?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch der Maiskultur notwendig werden, können nach einer tiefen Bodenbearbeitung (Pflügen) in der Regel wieder Mais oder bestimmte Gräser nachgesät werden. Für empfindliche Kulturen wie Rüben, Raps oder Gemüse sollten vor dem Anbau die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungsvorgaben der Gebrauchsanleitung beachtet werden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Hühnerhirse?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach dem Schaderreger „Hühnerhirse“ und der Kultur „Mais“, um alle in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzeigen zu lassen.

Warum zeigt der Mais nach der Anwendung manchmal leichte Aufhellungen?

Unter extremen Stressbedingungen (z. B. starke Temperaturschwankungen, Staunässe oder intensive Sonneneinstrahlung direkt nach kühlen Tagen) kann es zu temporären, hellen Flecken auf den Maisblättern kommen. Diese Verfärbungen sind physiologischer Natur, wachsen sich rasch wieder aus und haben keinen negativen Einfluss auf den Ertrag oder die Vitalität der Kultur.