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JANERO 480 SL

BVL Zul.-Nr. 00A431-00

JANERO 480 SL ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie der schwer bekämpfbaren Acker-Winde in Mais (Zea mays). Als lösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der Praxis aus. Es ist ein etablierter Baustein im modernen Maisanbau, um Ertragsverluste durch frühzeitige Verunkrautung effektiv zu verhindern.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender breitblättriger Unkräuter, die im Nachauflauf erfasst werden. Besonders bei hartnäckigen, tiefwurzelnden Dauerunkräutern wie der Acker-Winde zeigt JANERO 480 SL seine Stärken, da der Wirkstoff bis in die Wurzeln transportiert wird. Dies sichert eine nachhaltige Unkrautfreiheit und entlastet die Kultur in der kritischen Jugendentwicklung.

Wirkstoffe

Dicamba
640.3 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und ist als synthetisches Auxin klassifiziert (HRAC-Gruppe 4). Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in der Pflanze verteilt. Er sammelt sich vor allem in den meristematischen Geweben der Schaderreger an. Im Inneren der Unkräuter imitiert Dicamba das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem übermäßigen Streckungswachstum, was sich optisch durch charakteristische Deformationen, epinastische Krümmungen der Stängel und Blätter sowie letztlich durch das Absterben der betroffenen Unkräuter äußert.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte JANERO 480 SL stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Da Dicamba der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich der wechselnde Einsatz oder die Tankmischung mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen, beispielsweise aus den HRAC-Gruppen 2 (ALS-Hemmer) oder 27 (HPPD-Hemmer). Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine ausgewogene Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung den langfristigen Erhalt der Wirkstoffeffizienz.

Mischbarkeit & Tankmischung

JANERO 480 SL ist im Allgemeinen gut mit gängigen Maisherbiziden (z. B. Sulfonylharnstoffen oder HPPD-Hemmern) mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen Gräser abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200–300 l/ha) und eine optimale Wasserqualität (pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich) zu achten. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit JANERO 480 SL ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Abdriftminderungsklassen (z. B. Verwendung abdriftmindernder Düsen) genau zu beachten. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Winde12–180.6 LITER_PER_HECTARE
MaisAcker-Winde0.4 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit JANERO 480 SL gegen die Acker-Winde?

Die beste Wirkung gegen die Acker-Winde wird erzielt, wenn sich diese im aktiven Wachstum befindet und eine ausreichende Blattfläche (Trieblänge ca. 15–20 cm) für die Wirkstoffaufnahme ausgebildet hat. Dies fällt meist mit den BBCH-Stadien 12 bis 18 des Maises zusammen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von JANERO 480 SL?

Optimale Bedingungen sind milde Temperaturen (15–25 °C) und eine hohe Luftfeuchtigkeit, da dies den Stoffwechsel der Unkräuter und somit die systemische Verteilung des Wirkstoffs begünstigt. Bei extremer Hitze, Trockenheit oder Frostgefahr sollte von einer Anwendung abgesehen werden, um Kulturschäden zu vermeiden.

Kann JANERO 480 SL bei starkem Wind ausgebracht werden?

Nein, aufgrund des Risikos von Wirkstoffdriften auf benachbarte, empfindliche zweikeimblättrige Kulturen (wie Rüben, Raps oder Gemüse) darf die Anwendung nur bei windstillem Wetter oder sehr geringen Windgeschwindigkeiten unter Verwendung abdriftmindernder Technik erfolgen.

Welche Nachbaufristen müssen nach dem Einsatz von JANERO 480 SL beachtet werden?

Da Dicamba im Boden relativ rasch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung im folgenden Frühjahr keine Einschränkungen für den Nachbau. Bei vorzeitigem Umbruch des Maisbestandes sollten vor der Neuansaat zweikeimblättriger Kulturen die spezifischen Wartezeiten und eine tiefe Bodenbearbeitung berücksichtigt werden.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums 12 bis 18 im Mais so wichtig?

In dieser Phase besitzt der Mais eine natürliche Toleranz gegenüber dem Wirkstoff Dicamba. Eine spätere Anwendung (nach BBCH 18) kann zu phytotoxischen Schäden wie Stängelkrümmungen, Liegenbleiben des Maises oder mangelnder Kolbenausbildung führen, da die Kultur den Wirkstoff dann schlechter metabolisiert.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen zweikeimblättrige Unkräuter im Mais?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach der Kultur "Mais" (ZEAMX) und dem Schaderreger "Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter", um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Alternativprodukte und Tankmischpartner anzuzeigen.