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JISAPHOS

BVL Zul.-Nr. 008838-65

JISAPHOS ist ein hochmodernes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) im Weinbau. Als flüssig formuliertes Präparat basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Kaliumphosphonat (726 g/l), der sich durch eine hervorragende systemische Mobilität in der Kultur auszeichnet. Das Produkt hat sich als verlässlicher Baustein im integrierten Weinbau etabliert, um Reben in kritischen Wachstumsphasen effektiv vor Infektionen zu schützen.

Durch die ausgeprägte systemische Wirkung wird der Wirkstoff schnell von den Blättern aufgenommen und sowohl akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) als auch basipetal (nach unten) in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs nach der Applikation geschützt ist. JISAPHOS eignet sich ideal für den Einsatz in vorbeugenden Spritzfolgen, insbesondere während des schnellen Triebwachstums und der Blüte, wenn die Reben besonders anfällig für den Schaderreger sind.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt hemmend auf das Myzelwachstum und die Sporenbildung des Oomyceten Plasmopara viticola. Andererseits – und dies ist die primäre Wirkungsweise – fungiert er als pflanzlicher Elizitor. Er regt die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur an, indem er die Synthese von Phytoalexinen (pflanzeneigenen Abwehrstoffen) und strukturstärkenden Proteinen (PR-Proteinen) induziert. Diese Kombination aus direkter Pilzhemmung und der Aktivierung der pflanzeneigenen Immunantwort macht es dem Schaderreger äußerst schwer, Infektionen zu etablieren. Da die Wirkung maßgeblich auf der Stärkung der Kultur beruht, ist eine präventive Anwendung vor dem ersten Infektionsdruck entscheidend für den maximalen Bekämpfungserfolg.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-ähnlichen Charakters der induzierten Pflanzenabwehr (FRAC-Gruppe P07) gilt das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Kaliumphosphonat als äußerst gering. Dennoch sollte JISAPHOS im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Kontaktfungiziden wie Kupfer oder organischen Fungiziden mit abweichendem Wirkungsmechanismus) eingesetzt werden. Dies sichert die langfristige Wirksamkeit aller verfügbaren Pflanzenschutzmittel im Weinbau.

Mischbarkeit & Tankmischung

JISAPHOS zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Weinbaufungiziden und -insektiziden aus. Bei Mischungen mit kupferhaltigen Produkten ist jedoch Vorsicht geboten, da es unter bestimmten Witterungsbedingungen (z. B. langanhaltende Feuchtigkeit) zu Phytotoxizität an den Blättern kommen kann; hier wird eine vorherige Verträglichkeitsprüfung empfohlen. Die Verwendung von weichem bis mittelschwerem Spritzwasser begünstigt die Stabilität der Spritzbrühe. Auf den Zusatz stark saurer oder stark alkalischer Additive sollte verzichtet werden, um die Wirkstoffstabilität nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit JISAPHOS sind die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz zu tragen. Das Produkt weist ein günstiges ökotoxikologisches Profil auf; dennoch sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Als nicht bienengefährlich eingestuft (B4), kann es auch während der Blütezeit der Kultur flexibel eingesetzt werden, sofern keine blühenden Unkräuter im Unterwuchs direkt mitbehandelt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–991 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit JISAPHOS im Weinberg?

Der optimale Startzeitpunkt liegt in der Phase des intensiven Triebwachstums ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet), noch vor den ersten prognostizierten Infektionsbedingungen durch den Falschen Mehltau. Da das Pflanzenschutzmittel systemisch wirkt und die pflanzeneigene Abwehr stimuliert, erzielt eine rein präventive Anwendung die beste Wirkung.

Kann JISAPHOS auch bei akutem Befall mit Falschem Mehltau kurativ eingesetzt werden?

Nein, JISAPHOS besitzt keine ausgeprägte kurative oder stoppende Wirkung gegen bereits etablierte Infektionen. Es muss zwingend protektiv (vorbeugend) eingesetzt werden. Bei akutem Befall sollten kurative Spezialfungizide bevorzugt und JISAPHOS erst in den Folgebehandlungen zur Stabilisierung integriert werden.

Warum ist die systemische Mobilität von Kaliumphosphonat im Weinbau so vorteilhaft?

Kaliumphosphonat wird extrem schnell über das Blattgewebe aufgenommen und verteilt sich sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur. Dies schützt den rasanten Neuzuwachs im Frühjahr lückenloser als reine Kontaktmittel, die bei starkem Zuwachs der Kultur rasch an Schutzwirkung verlieren.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischung von JISAPHOS mit Kupferpräparaten?

Ja, bei Tankmischungen mit Kupferfungiziden kann es, insbesondere bei feucht-kühler Witterung oder langsamem Antrocknen der Spritzbrühe, zu einer erhöhten Freisetzung von freien Kupferionen kommen. Dies kann zu Blattschäden (Phytotoxizität) an der Kultur führen. Solche Mischungen sollten nur bei rasch abtrocknenden Bedingungen und nach einer Verträglichkeitsprobe durchgeführt werden.

Wie beeinflusst JISAPHOS die Gärung oder den Geschmack des späteren Weins?

Bei Einhaltung der registrierten Wartezeit von 14 Tagen und sachgerechter Anwendung hat JISAPHOS keinen negativen Einfluss auf den Gärungsverlauf, die Hefeaktivität oder das sensorische Profil des Weins. Es ist jedoch ratsam, späte Behandlungen kurz vor der Ernte zu vermeiden, um Rückstände im Most zu minimieren.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Falschen Mehltau?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Kultur "Weinrebe" (VITVI) und dem Schaderreger "Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)", um alle in Deutschland registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzuzeigen.