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KAFOM K

BVL Zul.-Nr. 008837-63

KAFOM K ist ein hochkonzentriertes, flüssiges Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kaliumphosphonat (726 g/l), das speziell für den Einsatz im Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Als systemisch wirkendes Mittel bietet es Weinreben einen zuverlässigen Schutz während der kritischen Wachstumsphasen. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine hervorragende Verteilung im Spritztank.

Durch seine ausgeprägte Systemik wird der Wirkstoff schnell von den Blättern aufgenommen und sowohl akropetal als auch basipetal in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs nach der Behandlung geschützt ist. KAFOM K etabliert sich im modernen Weinbau als ein unverzichtbarer Baustein im integrierten Pflanzenschutz, der die Vitalität der Reben stärkt und Ertragsverluste durch Peronospora effektiv minimiert.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
726 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (eingestuft in die FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus, der sich grundlegend von klassischen Fungiziden unterscheidet. Einerseits wirkt er direkt auf den Schaderreger Plasmopara viticola, indem er das Myzelwachstum hemmt und die Sporenbildung des Oomyceten unterdrückt. Andererseits fungiert Kaliumphosphonat als starker Elizitor, der die natürlichen Abwehrmechanismen der Kultur aktiviert. Nach der Aufnahme signalisiert der Wirkstoff der Kultur einen Scheininfekt, woraufhin diese umgehend eigene Abwehrstoffe wie Phytoalexine und pathogenitätsassoziierte Proteine (PR-Proteine) bildet. Zudem kommt es zu einer strukturellen Stärkung der Zellwände, was das Eindringen des Pilzes erschwert. Diese Kombination aus direkter Pilzhemmung und der Induktion der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) macht KAFOM K zu einem hochwirksamen Werkzeug im vorbeugenden Pflanzenschutz.

Resistenzmanagement

Aufgrund des komplexen, indirekten Wirkungsmechanismus über die Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte (FRAC-Gruppe P07) gilt das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Plasmopara viticola gegenüber Kaliumphosphonat als äußerst gering. Dennoch solltest du KAFOM K stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du das Mittel blockweise oder im Wechsel mit Kontaktfungiziden sowie systemischen Fungiziden mit anderen Wirkmechanismen kombinieren solltest, um den Selektionsdruck dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

KAFOM K zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmittel-Formulierungen und Blattdüngern im Weinbau aus. Bei Mischungen mit kupferhaltigen Produkten ist jedoch Vorsicht geboten: Da Kaliumphosphonat den pH-Wert der Spritzbrühe beeinflussen kann, kann eine saure Tankmischung mit Kupfer zu einer erhöhten Freisetzung von löslichen Kupferionen führen, was das Risiko von Phytotoxizität (Blattverbrennungen) an den Reben erhöht. Führe daher vor der großflächigen Anwendung stets eine Mischungsprobe in einem kleinen Gefäß durch und achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit KAFOM K steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage während des Ansetzens der Spritzbrühe und der Applikation die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, robuste Handschuhe und Schutzbrille). Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer gelangt, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)15–991 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Einsatz von KAFOM K im Weinberg?

Der beste Zeitpunkt für den Start der Behandlungen liegt im Frühjahr ab dem Fünfblattstadium (BBCH 15), sobald die ersten Infektionsbedingungen für den Falschen Mehltau gegeben sind. Da das Mittel primär vorbeugend wirkt und die pflanzeneigene Abwehr erst stimulieren muss, solltest du es vor den ersten vorhergesagten Niederschlagsereignissen applizieren.

Warum ist die systemische Wirkung von KAFOM K bei starkem Triebwachstum so vorteilhaft?

In den Wochen des intensivsten Wachstums (vor und nach der Blüte) bilden Reben täglich neue Blätter und Triebe. Da KAFOM K voll-systemisch ist, wird der Wirkstoff im Saftstrom transportiert und schützt somit auch den frisch zugewachsenen Pflanzenteil, der von reinen Kontaktfungiziden nicht erreicht wird.

Kann ich KAFOM K auch bei bereits sichtbaren Peronospora-Symptomen einsetzen?

KAFOM K ist ein protektives Pflanzenschutzmittel und besitzt keine kurative (heilende) Wirkung gegen bereits etablierte Infektionen. Wenn du bereits Ölflecke oder weißen Sporenrasen auf den Blattunterseiten siehst, solltest du ein kurativ wirksames Fungizid einsetzen und KAFOM K als Kombinationspartner zur Stärkung der gesunden Pflanzenteile nutzen.

Was muss ich bei der Kombination von KAFOM K mit Blattdüngern beachten?

Kaliumphosphonat verhält sich im Tank chemisch wie ein Salz und kann den pH-Wert sowie die Salzkonzentration der Spritzbrühe verändern. Wenn du stickstoff- oder mikronährstoffhaltige Blattdünger beimischst, solltest du die Komponenten nacheinander im gut gefüllten Tank auflösen und die Spritzbrühe zügig ausbringen, um Ausfällungen oder Blattverbrennungen zu vermeiden.

Wie integriere ich KAFOM K am besten in meine jährliche Spritzfolge zur Antiresistenzstrategie?

Obwohl das Resistenzrisiko für Kaliumphosphonat gering ist, solltest du es nicht ununterbrochen solo spritzen. Empfohlen wird eine Blockbehandlung von maximal 2 bis 3 Anwendungen in Folge, idealerweise in Kombination mit einem Kontaktfungizid, gefolgt von einem Wechsel auf eine andere Wirkstoffklasse.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Falschen Mehltau?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)' filtern. Dort werden dir alle in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel für die Kultur Weinrebe angezeigt, sodass du Wirkstoffe und FRAC-Gruppen für deine Spritzfolge optimal vergleichen kannst.