KAMBA 480 SL
KAMBA 480 SL ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern im Mais (Körner- und Silomais). Als lösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der Praxis aus. Es wird vorrangig im frühen Nachauflauf eingesetzt, um die Kultur in der kritischen Jugendentwicklung unkrautfrei zu halten.
Der enthaltene Wirkstoff Dicamba gehört zur chemischen Gruppe der Benzoesäuren und bietet ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende breitblättrige Unkräuter. Durch die schnelle Aufnahme über Blätter und Wurzeln blockiert das Mittel effektiv die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe, was die Ertragsbildung des Maises von Beginn an sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Dicamba ist als synthetisches Auxin (Wuchsstoffherbizid) klassifiziert und wird der HRAC-Gruppe 4 (ehemals Gruppe O) zugeordnet. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch von den Blättern und Wurzeln der Schaderreger aufgenommen und akropetal sowie basipetal translokalisiert. Er reichert sich in den meristematischen Geweben der Unkräuter an. Im Inneren der Pflanze imitiert Dicamba das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem übermäßigen Streckungswachstum, was sich visuell durch typische Deformationen, Verkrümmungen an Stängeln und Blättern sowie letztlich durch das vollständige Absterben der betroffenen Unkräuter äußert.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, sollte KAMBA 480 SL stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbezogen werden. Dies beinhaltet den Fruchtfolgewechsel sowie den alternierenden Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (HRAC-Klassen), beispielsweise durch die Kombination oder den Wechsel mit Bodenherbiziden oder Sulfonylharnstoffen (HRAC-Gruppe 2). Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und der optimalen BBCH-Stadien der Unkräuter sichert zudem einen vollständigen Bekämpfungserfolg und minimiert den Selektionsdruck.
Mischbarkeit & Tankmischung
KAMBA 480 SL ist im Allgemeinen gut mit gängigen Maisherbiziden, insbesondere Terbuthylazin-freien Partnern oder Sulfonylharnstoffen, mischbar, um das Wirkungsspektrum gegen Gräser abzurunden. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen verbessern, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit geprüft werden. Es wird empfohlen, die Mischbarkeit vor dem großflächigen Einsatz in einem kleinen Gefäßtest (Mischprobe) zu überprüfen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit KAMBA 480 SL ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und driftmindernde Düsen einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bezüglich seiner Bienengefährlichkeit so eingestuft, dass es bei sachgemäßer Anwendung die Bienen nicht gefährdet (B4), dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von KAMBA 480 SL im Mais?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf des Maises zwischen den BBCH-Stadien 12 und 16 (2- bis 6-Blattstadium). Zu diesem Zeitpunkt befinden sich auch die meisten einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter im empfindlichen Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium, was die höchste biologische Wirksamkeit garantiert.
Welche Witterungsbedingungen begünstigen die Wirkung von KAMBA 480 SL?
Wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 15 °C und 25 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit fördern den Stoffwechsel der Unkräuter und damit die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs Dicamba. Bei extremer Hitze, Trockenheit oder Frostgefahr sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Kulturschäden zu vermeiden.
Kann KAMBA 480 SL mit Gräserherbiziden gemischt werden?
Ja, eine Tankmischung mit spezifischen Gräserherbiziden (wie z. B. Sulfonylharnstoffen) ist in der Praxis üblich, um eine vollständige Unkraut- und Ungrasbekämpfung im Mais zu erzielen. Achten Sie dabei stets auf die Gebrauchsanleitung des Mischpartners und führen Sie im Zweifel vorab eine physikalische Mischprobe durch.
Wie verhält sich KAMBA 480 SL bei nachfolgenden Kulturen in der Fruchtfolge?
Da der Wirkstoff Dicamba im Boden relativ rasch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturverlauf und Einhaltung der üblichen Wartezeiten keine Einschränkungen für den Nachbau von Wintergetreide oder anderen Folgekulturen im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sind die spezifischen Hinweise der Gebrauchsanleitung zu beachten.
Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums 16 beim Mais so wichtig?
Ab dem BBCH-Stadium 17 (7-Blattstadium) steigt das Risiko für phytotoxische Effekte am Mais deutlich an. Späte Anwendungen von Wuchsstoffherbiziden wie Dicamba können zu Wachstumsdepressionen, Stängelkrümmungen oder mangelnder Standfestigkeit der Kultur führen. Eine rechtzeitige Behandlung sichert die Kulturverträglichkeit.