Kezuro
Kezuro ist ein hochwirksames Herbizid, das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist und speziell für den professionellen Einsatz im Rübenanbau (Zuckerrüben und Futterrüben) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Es sichert die Kultur in der kritischen frühen Entwicklungsphase ab, in der die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, was flexible Anwendungen im Vor- und Nachauflauf ermöglicht. Dank der ausgewogenen Wirkstoffkombination erfasst Kezuro keimende Schaderreger sowohl über das Blatt als auch über den Boden. Dies sorgt für eine langanhaltende Depotwirkung im Boden, die auch nachfolgende Unkrautwellen effektiv unterdrückt und somit die Anzahl notwendiger Nachbehandlungen reduziert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Aktivität von Kezuro basiert auf zwei komplementären Wirkungsmechanismen, die sich gegenseitig ideal ergänzen. Der Hauptwirkstoff Metamitron gehört zur HRAC-Gruppe 5 (Photosynthese-Inhibitoren). Er blockiert den Elektronentransport im Photosystem II der Pflanzen, was zu einer Unterbrechung der Photosynthese und in der Folge zum Absterben der Unkräuter führt. Metamitron wird sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter aufgenommen, weshalb es eine starke Boden- und Blattwirkung entfaltet. Ergänzt wird dies durch Quinmerac, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 4, der als synthetisches Auxin wirkt. Quinmerac stört das hormonelle Gleichgewicht der Unkräuter, führt zu unkontrolliertem Wachstum und blockiert insbesondere die Entwicklung von Klettenlabkraut und anderen schwer bekämpfbaren Arten. Diese duale Wirkungsweise sorgt für einen synergistischen Effekt und erhöht die Gesamteffizienz der Behandlung auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, kombiniert Kezuro bereits zwei unterschiedliche Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppe 5 und HRAC-Gruppe 4) in einer Fertigmischung. Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen in der Fruchtfolge sowie die Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen. Die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die gezielte Behandlung im frühen Keimblattstadium der Unkräuter sichern die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffe.
Mischbarkeit & Tankmischung
Kezuro ist im Rahmen der üblichen Spritzfolgen im Rübenanbau hervorragend mit anderen zugelassenen Rübenherbiziden (wie z. B. Produkten auf Basis von Phenmedipham oder Ethofumesat) sowie mit spezifischen Gräserherbiziden mischbar. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Benetzung der Blattflächen zu achten. Die Zugabe von Formulierungshilfsstoffen oder Ölen kann die Blattwirkung insbesondere bei trockener Witterung unterstützen, sollte jedoch stets auf die Kulturverträglichkeit und die aktuellen Temperaturen abgestimmt werden. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen wird ein physikalischer Mischbarkeitstest empfohlen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Kezuro sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Aufgrund der Bodenwirksamkeit und der potenziellen Abschwemmungsgefahr in Oberflächengewässer müssen die spezifischen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen gemäß der BVL-Zulassung beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um Nichtzielorganismen und die lokale Fauna im Agrarökosystem zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–18 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–9 | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Kezuro in Zuckerrüben?
Der optimale Anwendungsstart liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter (meist im Keimblattstadium), da die Wirkstoffe hier ihre maximale Effizienz entfalten. Kezuro kann jedoch flexibel ab dem Vorauflauf (BBCH 00) bis zum Erreichen des Reihenschlusses (BBCH 18) eingesetzt werden, um nachfolgende Unkrautwellen über die Bodenwirkung abzufangen.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von Kezuro?
Da Kezuro einen hohen Anteil an Metamitron und Quinmerac enthält, die stark über die Wurzeln aufgenommen werden, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung von großem Vorteil. Bei extremer Trockenheit verschiebt sich der Wirkungsschwerpunkt auf die Blattaufnahme; in diesem Fall kann der Zusatz eines geeigneten Öls die Effektivität absichern.
Welche Unkräuter werden durch die Kombination von Metamitron und Quinmerac besonders gut erfasst?
Diese Kombination bietet ein sehr breites Wirkungsspektrum gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen Klettenlabkraut (durch Quinmerac) sowie gegen typische Rübenunkräuter wie Gänsefuß-Arten, Knöterich-Arten, Kamille und Bingelkraut (durch Metamitron).
Kann Kezuro in Splitting-Verfahren eingesetzt werden?
Ja, im Rübenanbau ist die Aufteilung der Aufwandmenge in mehrere Teilbehandlungen (Splitting) gängige Praxis. Dies ermöglicht es, flexibel auf neue Unkrautwellen zu reagieren und gleichzeitig die Kulturpflanzen maximal zu schonen. Die Summe der Teilaufwandmengen darf dabei die zugelassene maximale Gesamtaufwandmenge pro Saison nicht überschreiten.
Was muss beim Nachbau nach dem Einsatz von Kezuro beachtet werden?
Aufgrund des normalen Abbaus der Wirkstoffe Metamitron und Quinmerac im Boden bestehen bei üblichen Fruchtfolgen im Folgejahr keine Einschränkungen für den Nachbau. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Rübenkultur kommen, empfiehlt sich eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) vor der Neuansaat, um eventuelle Wirkstoffrückstände in der Keimzone zu verdünnen.