KUSABI
KUSABI ist ein hochspezialisiertes Fungizid zur gezielten Bekämpfung des Echten Mehltaus (Uncinula necator) im Weinbau. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung auf den Blättern und Gescheinen bzw. Trauben aus. Es hat sich als fester Baustein im modernen, integrierten Weinbau etabliert, um Ertrag und Traubenqualität präventiv abzusichern.
Der enthaltene Wirkstoff Pyriofenone gehört zu einer innovativen chemischen Klasse und bietet hervorragenden Schutz vor Infektionen. Durch seine ausgeprägten translaminaren Eigenschaften und die Verteilung über die Gasphase (Dampfphase) werden auch schwer zugängliche Pflanzenteile sowie der Neuzuwachs zuverlässig geschützt. Dies macht KUSABI besonders wertvoll in Phasen des schnellen Triebwachstums der Reben.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Pyriofenone wird in die FRAC-Gruppe 50 (Arylphenylketone) eingestuft. Er greift gezielt in die biologischen Prozesse des Pilzes ein, indem er die Appressorienbildung sowie die Penetration der Wirtszellen blockiert. Dadurch wird verhindert, dass der Erreger des Echten Mehltaus überhaupt in das Gewebe der Kultur eindringen kann. Zusätzlich hemmt Pyriofenone das Myzelwachstum und die Sporenbildung nach bereits erfolgter Infektion. Diese Kombination aus präventiver Stärke und kurativer Zusatzwirkung stört die Entwicklung des Schaderregers an entscheidenden Punkten seines Lebenszyklus und sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung auf der Pflanzenoberfläche.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen beim Echten Mehltau wirksam vorzubeugen, sollte KUSABI strikt im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Da Pyriofenone der FRAC-Gruppe 50 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen, Strobilurinen oder SDHI) zwingend erforderlich. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der Zulassung darf nicht überschritten werden, und das Pflanzenschutzmittel sollte bevorzugt präventiv in Phasen mit hohem Infektionsdruck zum Einsatz kommen.
Mischbarkeit & Tankmischung
KUSABI ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Weinbaufungiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen wird empfohlen, vorab eine physikalische Mischbarkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kultur ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Applikationstechnik zu achten. Der Zusatz von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine hervorragende Haftung und Regenfestigkeit optimiert ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit KUSABI sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | — | 0.075 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von KUSABI im Weinbau?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt in den kritischen Phasen der Oidium-Anfälligkeit, typischerweise von der Vorblüte bis zum Traubenschluss. Ein präventiver Einsatz kurz vor den ersten erwarteten Infektionsbedingungen sichert die Kultur am effektivsten ab.
Wie wirkt die Dampfphase (Gasphase) von KUSABI in der Praxis?
Nach der Applikation verteilt sich ein Teil des Wirkstoffs Pyriofenone über die Gasphase in der unmittelbaren Umgebung der behandelten Blätter. Dies führt dazu, dass auch unbehandelte Zuwächse und das Innere der Traubenzone, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden, einen passiven Schutz gegen den Echten Mehltau erhalten.
Kann KUSABI bei extremen Temperaturen oder starker Sonneneinstrahlung ausgebracht werden?
Es wird empfohlen, die Applikation in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Extreme Hitze über 25 °C und intensive Sonneneinstrahlung können zu einer zu schnellen Verdunstung der Spritzbrühe führen und das Risiko von Phytotoxizität auf empfindlichen Pflanzenteilen erhöhen.
Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung des Echten Mehltaus so wichtig?
Der Erreger des Echten Mehltaus (Uncinula necator) besitzt ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen. Durch den gezielten Wechsel von KUSABI (FRAC-Gruppe 50) mit Wirkstoffen anderer Wirkmechanismen wird verhindert, dass sich resistente Pilzstämme im Weinberg etablieren und die Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel dauerhaft verloren geht.
Ist KUSABI regenfest und wie schnell zieht der Wirkstoff in die Pflanze ein?
KUSABI verfügt über eine hervorragende Regenfestigkeit. Der Wirkstoff Pyriofenone dringt rasch in die Wachsschicht der Blätter ein, sodass bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (meist innerhalb von 1 bis 2 Stunden) ein sicherer Schutz vor Abwaschung durch Niederschläge besteht.