Kwizda Kupro
Kwizda Kupro ist ein hochwirksames, flüssiges Kupferfungizid, das speziell für den professionellen Weinbau zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Durch die Formulierung auf Basis von dreibasischem Kupfersulfat bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Haftung auf den Pflanzenteilen und schützt deine Kulturen zuverlässig vor einer Infektion. Als flüssiges Konzentrat lässt es sich besonders leicht dosieren und staubfrei in den Spritztank einfüllen.
Das Produkt nimmt eine wichtige Rolle im modernen Weinbau ein, da es sich durch eine hohe Regenbeständigkeit auszeichnet. Nach dem Antrocknen bildet sich ein gleichmäßiger, stabiler Schutzfilm auf den Blättern und Gescheinen bzw. Trauben, der auch bei wechselhafter Witterung bestehen bleibt. Dies macht Kwizda Kupro zu einem unverzichtbaren Baustein in deiner Pflanzenschutzstrategie gegen den Falschen Mehltau.
Durch seine spezifische Formulierung wird der Wirkstoff kontinuierlich und kontrolliert freigesetzt. Dadurch wird eine langanhaltende Schutzwirkung erzielt, während gleichzeitig das Risiko von phytotoxischen Effekten auf der Kultur minimiert wird. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz in integrierten Anbausystemen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff in Kwizda Kupro ist dreibasisches Kupfersulfat, welches der FRAC-Gruppe M01 (Multi-Site-Inhibitoren) zugeordnet ist. Nach der Anwendung und dem Antrocknen auf der Kultur werden bei Feuchtigkeit kontinuierlich positiv geladene Kupferionen (Cu2+) aus dem Spritzbelag freigesetzt. Diese Ionen werden von den beweglichen Sporen (Zoosporen) des Falschen Mehltaus aktiv aufgenommen. In den Pilzzellen entfalten die Kupferionen ihre unspezifische, multilokale Wirkung: Sie denaturieren essentielle Proteine, blockieren lebenswichtige Enzymreaktionen und zerstören die Integrität der Zellmembranen sowie die Atmungskette des Schaderregers. Da dieser biochemische Angriff an zahlreichen Stellen gleichzeitig erfolgt, wird die Keimung der Sporen effektiv verhindert und eine Neuinfektion der Rebe unterbunden, noch bevor der Pilz in das Pflanzengewebe eindringen kann.
Resistenzmanagement
Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M01) weist Kwizda Kupro ein extrem geringes Risiko für eine Resistenzentwicklung auf. Es gibt beim Falschen Mehltau der Weinrebe keine bekannten Resistenzen gegen Kupfer. Das Produkt eignet sich daher perfekt als Partner in deiner Spritzfolge, um hochgradig gefährdete, systemische oder lokalsystemische Fungizide mit spezifischem Wirkort (Single-Site-Wirkstoffe) abzusichern und deren Wirksamkeit langfristig zu erhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Kwizda Kupro ist im Allgemeinen gut mit gängigen Weinbaufungiziden (wie z. B. Netzschwefel) und Insektiziden mischbar. Vermeide jedoch unbedingt Mischungen mit stark sauren Produkten oder speziellen Blattdüngern, die den pH-Wert der Spritzbrühe stark absenken, da dies zu einer schlagartigen Freisetzung großer Mengen löslicher Kupferionen führen kann, was das Risiko von Kupferschäden (Phytotoxizität) an den Blättern erhöht. Führe vor der Ansetzung größerer Mengen immer eine Mischungsprobe in einem kleinen Gefäß durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Kwizda Kupro musst du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe und Augenschutz) tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da Kupferverbindungen im Boden stabil sind und sich im Oberboden anreichern können, ist eine abdriftmindernde Applikationstechnik wichtig, um den Eintrag in angrenzende Biotope und Gewässer zu minimieren. Zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern solltest du die Anwendung nicht in aktiv blühenden Beständen oder an Orten mit starkem Bienenflug durchführen; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | — | 2 LITER_PER_HECTARE | 21T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Kwizda Kupro?
Da Kwizda Kupro ein reines Kontaktfungizid ist, musst du es zwingend vorbeugend (präventiv) vor einer Infektion anwenden. Der Einsatz empfiehlt sich besonders bei einsetzender Infektionsgefahr durch feucht-warme Witterung, um die jungen Blätter und Gescheine frühzeitig mit einem schützenden Kupferbelag zu überziehen.
Wie kann ich das Risiko von Kupferschäden (Phytotoxizität) an meinen Reben minimieren?
Achte darauf, das Produkt nicht bei extrem feuchtkalter Witterung oder direkt vor langanhaltenden Regenperioden auszubringen, wenn der Spritzbelag über Stunden nicht abtrocknen kann. Schnelles Abtrocknen der Spritzbrühe auf den Blättern verhindert, dass zu viele freie Kupferionen auf einmal in das Pflanzengewebe eindringen.
Kann ich Kwizda Kupro in einer Tankmischung mit Schwefel anwenden?
Ja, die Kombination mit Netzschwefel ist im Weinbau eine bewährte Praxis, um gleichzeitig den Falschen Mehltau und den Echten Mehltau (Oidium) zu bekämpfen. Achte beim Ansetzen der Spritzbrühe darauf, zuerst das Schwefelpräparat und anschließend Kwizda Kupro unter ständigem Rühren hinzuzugeben.
Warum ist die flüssige Formulierung von Kwizda Kupro vorteilhaft?
Die flüssige Formulierung (Suspensionskonzentrat) ermöglicht dir ein staubfreies und exaktes Dosieren beim Befüllen der Spritze. Zudem verteilen sich die mikronisierten Kupferpartikel besonders gleichmäßig in der Spritzbrühe, was zu einem homogeneren und haftfesten Spritzbelag auf der Laubwand führt.
Wie integriere ich das Produkt am besten in mein Antiresistenzmanagement?
Nutze Kwizda Kupro gezielt im Wechsel oder als Mischungspartner mit organischen, systemischen Fungiziden. Da Kupfer als Multi-Site-Wirkstoff an verschiedenen Stellen in der Pilzzelle angreift, unterbricht es die Selektion resistenter Pilzstämme und sichert die Wirkung deiner anderen Pflanzenschutzmittel ab.
Was muss ich bezüglich der Wartezeit vor der Ernte beachten?
Die festgesetzte Wartezeit für Kwizda Kupro im Weinbau beträgt 21 Tage. Du musst diesen Zeitraum zwischen der letzten Anwendung und dem Beginn der Traubenlese zwingend einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände auf dem Erntegut verbleiben.