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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

La Paz

BVL Zul.-Nr. 00A974-00

La Paz ist ein hochwirksames, kombiniertes Fungizid, das speziell für den professionellen Weinbau (Vitis vinifera) zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) entwickelt wurde. Formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC), vereint dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften. Es bietet Weinbaubetrieben eine zuverlässige Lösung, um die Vitalität der Reben und die Qualität der Trauben in kritischen Infektionsphasen konsequent zu sichern.

Die Kombination aus einem systemischen und einem kontaktaktiven Wirkstoff sorgt für einen umfassenden Schutz sowohl der bereits entwickelten Pflanzenteile als auch des Neuzuwachses. Durch diese duale Wirkungsweise eignet sich La Paz hervorragend für den vorbeugenden Einsatz in Phasen mit hohem Infektionsdruck, insbesondere während der sensiblen Entwicklungsstadien der Gescheine und der jungen Beeren.

Als moderner Baustein im integrierten Pflanzenschutz zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Regenbeständigkeit und eine langanhaltende Schutzwirkung aus. Es unterstützt Winzer dabei, Ertragsverluste durch Peronospora effektiv abzuwenden und die physiologische Leistungsfähigkeit der Kultur zu erhalten.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
90.4 g/L · Wirkstoff
Folpet
484 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von La Paz basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel von Azoxystrobin und Folpet. Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Klasse 11, QoI-Inhibitoren). Es blockiert den Elektronentransport in der Atmungskette der Mitochondrien des Pilzes, was zu einem raschen Energiemangel und dem Absterben des Schaderregers führt. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff gleichmäßig in der Kultur und schützt auch die Blattunterseiten sowie den Neuzuwachs von innen heraus. Folpet fungiert als protektiver Kontaktwirkstoff aus der Gruppe der Phthalimide (FRAC-Klasse M04). Als Multi-Site-Inhibitor greift es an verschiedenen Stellen des pilzlichen Stoffwechsels an, unter anderem durch die Störung der Zellatmung und der Zellteilung. Da Folpet auf der Pflanzenoberfläche verbleibt, bildet es einen stabilen Schutzfilm, der das Keimen der Sporen des Falschen Mehltaus bereits vor dem Eindringen in das Pflanzengewebe zuverlässig verhindert.

Resistenzmanagement

Das integrierte Resistenzmanagement ist ein zentraler Vorteil von La Paz. Durch die Kombination des einstellen-spezifischen Wirkstoffs Azoxystrobin (FRAC 11) mit dem Multi-Site-Wirkstoff Folpet (FRAC M04) wird das Risiko einer Resistenzentwicklung beim Falschen Mehltau drastisch minimiert. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, sollte La Paz strikt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen ohne Kreuzresistenz eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist dabei konsequent einzuhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

La Paz zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den gängigen im Weinbau genutzten Pflanzenschutzmitteln, Blattdüngern und Netzmitteln. Bei der Herstellung von Tankmischungen wird empfohlen, das Produkt als eine der ersten Komponenten in den bereits zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Spritztank zu geben und für eine kontinuierliche Rührung zu sorgen. Auf Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder speziellen Ölen sollte verzichtet werden, um die Pflanzenverträglichkeit nicht zu beeinträchtigen. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich stets ein physischer Mischbarkeitstest im Kleinen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit La Paz ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Aufgrund der enthaltenen Wirkstoffe ist das Produkt als gewässergefährdend eingestuft. Daher müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen wie nützlichen Raubmilben und anderen Arthropoden ist eine abdriftarme Applikationstechnik zu wählen. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)53–792 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von La Paz im Weinberg?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt vorbeugend in den sensiblen BBCH-Stadien ab der Gescheinsentwicklung (BBCH 53) bis zum Ende der Beerenentwicklung (BBCH 79). Insbesondere vor angekündigten Niederschlagsperioden, die Infektionen mit dem Falschen Mehltau begünstigen, sollte die Behandlung durchgeführt werden, um einen lückenlosen Schutzfilm aufzubauen.

Warum ist die Kombination aus Azoxystrobin und Folpet in La Paz so vorteilhaft gegen den Falschen Mehltau?

Diese Kombination vereint zwei unterschiedliche Wirkmechanismen: Azoxystrobin wirkt systemisch und schützt den Neuzuwachs von innen heraus, während Folpet als Kontaktwirkstoff mit Multi-Site-Aktivität einen schützenden Belag auf der Pflanzenoberfläche bildet. Dies sorgt nicht nur für eine überragende Sofort- und Dauerwirkung, sondern beugt auch aktiv der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vor.

Wie verhält sich La Paz bei unvorhergesehenen Regenfällen kurz nach der Applikation?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme von Azoxystrobin in das Pflanzengewebe und der exzellenten Haftfähigkeit der Folpet-Formulierung ist La Paz bereits nach kurzer Antrocknungszeit (ca. 1 bis 2 Stunden) hervorragend regenfest. Ein normaler Regenschauer nach dem Antrocknen beeinträchtigt die Schutzwirkung in der Regel nicht.

Kann La Paz auch bei hohen Temperaturen im Sommer gespritzt werden?

Grundsätzlich ist die Pflanzenverträglichkeit sehr gut. Dennoch sollten Applikationen bei extremer Hitze (über 25 °C) und intensiver Sonneneinstrahlung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um Verdunstungsverluste zu minimieren und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen auf den Blättern zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Wartezeit von La Paz für die Leseplanung?

Mit einer gesetzlich festgelegten Wartezeit von 28 Tagen bietet La Paz eine hohe Flexibilität in der späten Phase der Traubenentwicklung. Winzer können die Kultur bis zum Schließen der Trauben effektiv vor spätem Befall mit Falschem Mehltau schützen, ohne den geplanten Erntezeitpunkt oder die spätere Gärung im Keller negativ zu beeinflussen.

Wie lässt sich La Paz optimal in ein Spritzprogramm zur Vermeidung von Resistenzen integrieren?

La Paz sollte blockweise oder im steten Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die andere Wirkstoffklassen (z. B. Carbonsäureamide oder Phosphonate) nutzen. Da das Produkt bereits einen Multi-Site-Wirkstoff (Folpet) enthält, ist es ein idealer Partner, um die Selektion resistenter Stämme von Plasmopara viticola gegenüber Solo-Strobilurinen zu verhindern.