LANZARTA
LANZARTA von Syngenta ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Schutz von jungen Forstkulturen entwickelt wurde. Mit dem hochwirksamen Wirkstoff Chlorantraniliprole bietet dieses Produkt eine hervorragende Barriere gegen einen der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Forstbereich: den Großen Braunen Rüsselkäfer (Hylobius abietis). Die Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) ermöglicht eine präzise Dosierung und eine gleichmäßige Verteilung auf den behandelten Pflanzenoberflächen.
Der Große Braune Rüsselkäfer stellt insbesondere bei der Wiederaufforstung von Nadelholzflächen eine existenzielle Bedrohung für junge Kulturen dar. Durch den typischen Reifungsfraß an der Rinde junger Triebe kann der Schädling ganze Bestände zum Absterben bringen. LANZARTA setzt genau hier an und schützt die empfindlichen Kulturen in der kritischen Etablierungsphase, indem es eine langanhaltende Schutzwirkung entfaltet und so den Anbauerfolg im Forst nachhaltig sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in LANZARTA enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Modulatoren der Ryanodin-Rezeptoren) eingestuft. Der Wirkstoff greift gezielt in den Calcium-Haushalt der Muskelzellen des Schädlings ein. Durch die Bindung an die Ryanodin-Rezeptoren wird eine unkontrollierte Freisetzung von Calcium-Ionen aus den internen Speichern des endoplasmatischen Retikulums in das Zytoplasma ausgelöst. Dies führt bei den betroffenen Schaderregern zu einer sofortigen Unterbrechung der Muskelfunktion, was sich in einem raschen Fraßstopp, Lethargie und Muskelparalyse äußert. Da die betroffenen Käfer keine Nahrung mehr aufnehmen können, sterben sie innerhalb weniger Tage ab. Diese hochspezifische Wirkungsweise sorgt für eine exzellente Selektivität und schont viele nützliche Nichtzielorganismen.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit von LANZARTA zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da Chlorantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, ist es ratsam, Behandlungen mit diesem Wirkstoff im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffklassen durchzuführen, die über einen unterschiedlichen Mechanismus verfügen. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen desselben Wirkstofftyps in derselben Saison und integriere mechanische sowie kulturtechnische Schutzmaßnahmen in dein Gesamtkonzept.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen mit LANZARTA solltest du stets die physikalische und biologische Verträglichkeit aller Mischungspartner vorab prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und stelle sicher, dass das Rührwerk der Spritze während des gesamten Misch- und Ausbringungsprozesses aktiv bleibt. Die Zugabe von geeigneten Haftmitteln oder Netzmitteln kann die Regenfestigkeit und die Verteilung des Wirkstoffs auf der Rinde der jungen Kulturen optimieren, insbesondere bei schwierigen Witterungsbedingungen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit LANZARTA steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Handschuhe und Augenschutz. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, strikt vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, um das Risiko für Bestäuber und andere nützliche Insekten zu minimieren, und achte darauf, dass kein Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wie erkennst du einen Befall durch den Großen Braunen Rüsselkäfer rechtzeitig?
Achte bei deinen Kontrollen im Frühjahr und Spätsommer besonders auf den typischen Pockennarbenfraß an der Rinde junger Nadelholzpflanzen. Sobald du frische Fraßstellen entdeckst oder die charakteristischen Käfer am Stammgrund oder in der Bodenstreu sichtest, solltest du eine Behandlung in Erwägung ziehen, um gravierende Ausfälle in deiner Kultur zu verhindern.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von LANZARTA?
Die Behandlung sollte präventiv vor dem Hauptflug und der Hauptfraßaktivität des Großen Braunen Rüsselkäfers erfolgen. Dies ist meist im Frühjahr der Fall, wenn die Bodentemperaturen dauerhaft über 8 bis 10 °C steigen und die Käfer aus ihren Winterquartieren kommen, oder im Spätsommer beim Auftreten der neuen Generation.
Wie wirkt sich Regen kurz nach der Anwendung auf die Effizienz von LANZARTA aus?
LANZARTA verfügt nach dem Antrocknen über eine gute Regenfestigkeit. Dennoch solltest du die Anwendung so planen, dass der Spritzfilm vor dem nächsten Regenereignis vollständig abtrocknen kann (idealerweise innerhalb von 2 bis 4 Stunden), um eine optimale Haftung des Wirkstoffs auf der Rinde zu gewährleisten.
Warum ist der schnelle Fraßstopp von Chlorantraniliprole so wichtig für junge Kulturen?
Da junge Forstpflanzen nur eine dünne Rindenschicht besitzen, kann bereits ein geringer Rindenfraß den Saftstrom unterbrechen und zum Absterben der Pflanze führen. Der durch LANZARTA induzierte, fast augenblickliche Fraßstopp verhindert, dass die Käfer tiefe, ringelnde Wunden fressen, selbst wenn sie noch kurzzeitig auf der Pflanze verbleiben.
Wie kannst du LANZARTA in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept im Forst integrieren?
Neben der chemischen Behandlung mit LANZARTA solltest du waldbauliche Maßnahmen nutzen. Dazu gehören die zeitliche Verzögerung der Wiederaufforstung nach dem Einschlag (Nutzung der natürlichen Attraktivitätsminderung von frischen Stubben) oder die Förderung von Mischbeständen, um den Befallsdruck des Großen Braunen Rüsselkäfers von vornherein zu senken.