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Kulturgruppe

Nadelholz

6 Mitgliedskulturen
NNNWN

Die BVL-Kulturgruppe "Nadelholz" (Gruppe NNNWN) bündelt wichtige forstwirtschaftlich und baumschulisch relevante Nadelgehölze. Zu den Mitgliedern dieser Gruppe gehören ökologisch und ökonomisch bedeutende Kulturen wie Fichte (Picea sp.), Kiefer (Pinus sp.), Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Lärche (Larix sp.) und Tanne (Abies sp.). Ebenfalls in dieser Gruppe geführt wird die Kategorie Lagerholz, welche für forstliche Anwendungen nach dem Holzeinschlag von Bedeutung ist. Diese Zusammenfassung ermöglicht eine effiziente und praxisnahe Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für verwandte Holzgewächse.

Die physiologische Verwandtschaft dieser Kulturen – charakterisiert durch Nadelbildung, Harzfluss und eine meist immergrüne Lebensweise (mit Ausnahme der Lärche) – bedingt sehr ähnliche Ansprüche an den Pflanzenschutz. Sie teilen ein vergleichbares Spektrum an Schaderregern und reagieren ähnlich auf viele Wirkstoffe. Durch die Gruppenregistrierung wird sichergestellt, dass auch für weniger verbreitete Kulturen innerhalb der Gruppe wirksame Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stehen, ohne dass für jede einzelne Baumart langwierige Einzelzulassungsverfahren durchlaufen werden müssen.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der integrierte Pflanzenschutz in Nadelholz-Kulturen basiert auf einer Kombination aus waldbaulichen Vorbeugemaßnahmen, mechanischem Schutz und dem gezielten Einsatz zugelassener Pflanzenschutzmittel. Ein kritischer Schwerpunkt liegt auf der Regulierung von Schadinsekten wie dem Großen Braunen Rüsselkäfer (Hylobius abietis) in Junganpflanzungen sowie verschiedenen Borkenkäferarten (z. B. Xylosandrus) an stehendem Holz und Lagerholz. Zudem erfordern Wirbeltiere wie Feldhasen (Lepus europaeus), Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) und Wühlmäuse (Microtus-Arten) ein konsequentes Monitoring und gegebenenfalls den Einsatz von Repellents oder Rodentiziden, um irreversible Verbissschäden und Stammgurtungen zu verhindern. In der Etablierungsphase junger Kulturen ist die Konkurrenz durch Schaderreger wie Adlerfarn (Pteridium aquilinum), Gemeine Quecke (Elymus repens) oder Greiskraut-Arten (Senecio vulgaris) ein ertrags- und überlebensbestimmender Faktor. Beim Einsatz von Herbiziden und Insektiziden ist ein striktes Resistenzmanagement gemäß den HRAC- und IRAC-Richtlinien einzuhalten, um Wirkungsverlusten vorzubeugen. Da Nadelholz-Kulturen je nach BBCH-Stadium und Witterung unterschiedlich sensitiv auf chemische Behandlungen reagieren können, müssen Aufwandmenge und Anwendungszeitpunkt stets präzise auf die jeweilige Kultur und die lokalen Gegebenheiten abgestimmt werden.

Kulturen in dieser Gruppe

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie wird der Große Braune Rüsselkäfer (Hylobius abietis) in jungen Nadelholz-Kulturen effektiv überwacht?

Die Überwachung erfolgt im Frühjahr vor allem auf frischen Kahlschlagflächen mittels Fangrinden oder Fangknüppeln. Da der Schädling vom Duft frischen Nadelholzes angezogen wird, ist der Befallsdruck dort besonders hoch. Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (z. B. durch Tauchung der Forstpflanzen vor der Pflanzung oder gezielte Spritzung im Feld) wird notwendig, sobald Fraßspuren an den Trieben der jungen Kulturen festgestellt werden.

Welche Besonderheiten gelten für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf der Kultur 'Lagerholz'?

Anwendungen auf Lagerholz dienen primär dem Holzschutz und der Verhinderung der Ausbreitung von rinden- und holzbrütenden Schaderregern (wie Borkenkäfern) auf gesunde Waldbestände. Da es sich um bereits eingeschlagenes Holz handelt, gelten hier spezielle Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Waldbodens und angrenzender Gewässer. Die Behandlungen müssen hochpräzise erfolgen, oft als Polterspritzung, um Abdrift und Bodenkontakt zu minimieren.

Sind alle für 'Nadelholz' registrierten Pflanzenschutzmittel für jede Kultur der Gruppe verträglich?

Nein, trotz der gemeinsamen Zulassung in der BVL-Gruppe gibt es erhebliche Unterschiede in der Kulturverträglichkeit. Insbesondere die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und die Lärche (Larix sp.) reagieren auf bestimmte Herbizide und Insektizide deutlich empfindlicher als Fichte oder Kiefer. Vor einer großflächigen Anwendung sollte stets die Packungsbeilage auf kulturspezifische Einschränkungen geprüft oder eine Testbehandlung auf kleiner Fläche durchgeführt werden.

Wie lässt sich eine Resistenzbildung bei der Unkrautbekämpfung in Nadelholz-Baumschulen verhindern?

In Baumschulen ist der Selektionsdruck durch den wiederholten Einsatz ähnlicher Wirkstoffe hoch. Um Resistenzen bei Schaderregern wie Senecio vulgaris oder Elymus repens vorzubeugen, muss ein konsequenter Wirkstoffwechsel nach dem HRAC-System (Wechsel der Wirkmechanismen) durchgeführt werden. Zudem sollten chemische Maßnahmen immer durch mechanische Verfahren wie Mulchen oder Hacken ergänzt werden.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Regulierung von Mäusen (Microtus arvalis / Microtus agrestis) in Nadelholz-Kulturen?

Die Überwachung mittels Lochtretmethode oder Schlagfallen sollte im Spätsommer und Herbst erfolgen, bevor die Vegetationsperiode endet. Eine Bekämpfung mit zugelassenen Rodentiziden (z. B. durch verdecktes Auslegen von Ködern in Köderstationen) ist dann am effektivsten, da die natürliche Nahrung knapp wird und die Nagetiere die Köder besser annehmen, wodurch winterliche Fraßschäden an den Wurzeln und Stammbasen der Kulturen verhindert werden.

Wie finde ich im Portal Pflanzenschutzmittel, die sowohl für die Gruppe als auch für meine spezifische Kultur zugelassen sind?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank und wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. 'Douglasie') aus. Das System gleicht Ihre Auswahl automatisch mit den Einzelzulassungen für diese Kultur sowie mit den übergeordneten Gruppenregistrierungen für 'Nadelholz' (NNNWN) ab, sodass Ihnen alle rechtlich sicheren Anwendungsoptionen angezeigt werden.