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OTHER · Syngenta Agro GmbH

LANZARTA

BVL Zul.-Nr. 00B216-00

LANZARTA von Syngenta ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung des Großen Braunen Rüsselkäfers in forstlichen Kulturen. Als innovatives Insektizid auf Basis des Wirkstoffs Chlorantraniliprole bietet es einen hocheffizienten Schutz für junge Nadelholz-Kulturen, die besonders in der Wiederaufforstungsphase extrem durch den typischen Reifungsfraß des Schädlings gefährdet sind.

Das Produkt ist als Suspensionskonzentrat formuliert, was eine hervorragende Haftung auf der Rinde der Jungpflanzen sowie eine gleichmäßige Verteilung ermöglicht. Durch seine langanhaltende Wirkung schützt LANZARTA die empfindlichen Stämmchen zuverlässig vor dem gefürchteten Ringeln, das oft zum Absterben ganzer Neuanpflanzungen führt. Es etabliert sich damit als unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Forstschutz.

Wirkstoffe

Chlorantraniliprole
190 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in LANZARTA enthaltene Wirkstoff Chlorantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) eingestuft. Der Wirkmechanismus basiert auf der Aktivierung der zellulären Ryanodin-Rezeptoren der Insekten, was zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern der Muskelzellen führt. Unmittelbar nach der Aufnahme des Wirkstoffs – primär durch Fraßkontakt – setzt bei den Schädlingen ein rascher Fraßstopp ein. Es kommt zu Lethargie, Muskelkontraktionen und schließlich zur vollständigen Paralyse des Rüsselkäfers. Da der Wirkstoff hochselektiv auf die Rezeptoren von Insekten wirkt, weist er eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit auf.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen beim Großen Braunen Rüsselkäfer wirksam vorzubeugen, sollte die Anwendung von LANZARTA strikt im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts erfolgen. Da Chlorantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, ist bei eventuellen Folgebehandlungen oder in Gebieten mit hohem Befallsdruck auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel zu achten. Es sollten bevorzugt Insektizide mit anderen Wirkmechanismen im Wechsel eingesetzt werden, um den Selektionsdruck auf diese moderne Wirkstoffklasse zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Ausbringung von LANZARTA, insbesondere im Rahmen von Tauch- oder Spritzverfahren bei Forstpflanzen, ist auf eine saubere und rückstandsfreie Spritzbrühe zu achten. Das Produkt zeigt im Allgemeinen eine gute Mischbarkeit mit gängigen forstlichen Hilfsstoffen und Haftmitteln, welche die Regenbeständigkeit auf der Rinde weiter verbessern können. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen wird jedoch dringend empfohlen, eine physische Mischbarkeitsprobe durchzuführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischungspartner genauestens zu beachten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit LANZARTA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung, einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz, insbesondere bei der Handhabung des Konzentrats und während des Tauchvorgangs, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Aufgrund des spezifischen Wirkmechanismus ist das Risiko für Bienen und viele nützliche Arthropoden bei sachgerechter, anweisungsgemäßer Anwendung als gering einzustufen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
NadelholzGroßer Brauner Rüsselkäfer180 MILLILITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit LANZARTA gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer?

Die Behandlung sollte präventiv vor dem Pflanzen der jungen Nadelhölzer (z. B. im Tauchverfahren) oder unmittelbar nach der Pflanzung im Frühjahr erfolgen, bevor der Hauptfraß der Käfer einsetzt. Eine regelmäßige Befallsüberwachung ab steigenden Temperaturen im Frühjahr hilft, den optimalen Applikationszeitpunkt für Nachbesserungen zu bestimmen.

Wie schützt LANZARTA die jungen Forstpflanzen vor dem gefürchteten Ringeln?

Der Wirkstoff Chlorantraniliprole wird von den Käfern bei den ersten Fraßversuchen an der Rinde aufgenommen. Er führt fast augenblicklich zu einem Fraßstopp durch Paralyse der Kiefermuskulatur, sodass die Käfer die Rinde nicht weiter schälen können. Dadurch wird das lebensbedrohliche Ringeln der Stämmchen zuverlässig verhindert.

Kann LANZARTA auch im Tauchverfahren für Forstpflanzen verwendet werden?

Ja, LANZARTA eignet sich hervorragend für die vorbeugende Behandlung von wurzelnackten Forstpflanzen oder Containerpflanzen im Tauchverfahren vor der Auspflanzung. Dies stellt sicher, dass die gefährdeten Rindenbereiche lückenlos mit dem Wirkstoff benetzt sind, bevor die Pflanzen ins Freiland kommen.

Welche Rolle spielt die Regenfestigkeit bei der Anwendung von LANZARTA im Forst?

Da junge Forstkulturen im Freiland extremen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, ist die Regenfestigkeit entscheidend. LANZARTA haftet nach dem Antrocknen exzellent auf der Rinde. Die Zugabe von zugelassenen Haftmitteln kann diesen Schutzfilm bei langanhaltenden Niederschlägen zusätzlich stabilisieren.

Warum ist der Wirkstoff Chlorantraniliprole im Forstschutz ökologisch vorteilhaft?

Chlorantraniliprole wirkt hochselektiv auf den Ryanodin-Rezeptor von Insekten und besitzt eine geringe Toxizität gegenüber Säugetieren, Vögeln und vielen Nützlingen wie räuberischen Milben oder Laufkäfern. Dies macht LANZARTA zu einem umweltschonenden Werkzeug im Rahmen des integrierten Waldschutzes.